Optiker im Test

Brillenglas-Glossar

Optiker im Test - Große Unterschiede in Qualität und Preis
Jedes Extra macht den Preis. Je höher verarbeitet das Glas, umso teurer ist oft die Brille. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Optiker bieten viele Extras. Wir sagen, welche praktisch sind und was sich Kunden sparen können.

Optiker im Test Testergebnisse für 12 Augen­optiker 04/2019

Inhalt

Viele achten beim Brillenkauf vor allem auf ein schi­ckes Gestell. Das ist aber nur die halbe Miete. Auch bei den Gläsern gilt es, einiges zu beachten. So gehen Sie gut vorbereitet zum Brillenkauf:

Kunst­stoff­gläser

Kunststoff ist bruch­fester als echtes, mineralisches Glas, kann nicht splittern und wiegt nicht so viel. Allerdings zerkratzt er leichter und wird daher meist extra gehärtet.

Kunststoff hat viele Vorteile und ist heute Stan­dard bei fast allen Brillen.

Hoher Brechungs­index

Er ist für die Glasdicke verantwort­lich. Je höher der Brechungs­index, desto dünner und oft auch leichter ist das Brillenglas – und wirkt außerdem meist ästhetischer. Denn bei starker Kurz- oder Weitsichtig­keit lassen Gläser mit einem nied­rigen Index Augen viel größer oder kleiner erscheinen. Nachteil: dünne Gläser kosten häufig mehr als dicke.

Interes­sant für stark Fehlsichtige. Sie sollten über einen hohen Brechungs­index nach­denken. Bei Kunststoff stehen vier zur Wahl: von 1,5 für Stan­dard­glas bis 1,74 für extra dünne Brillengläser. Bei Glas: bis 1,9. Die Auswahl erfolgt oft nach der Dioptrienzahl und passend zur Größe der Fassung.

Asphärische Gläser

Stan­dard­gläser haben eine kugelförmige – sphärische – Oberfläche. Asphärische Gläser werden flacher geschliffen, sehen so dünner aus und haben ein geringeres Gewicht.

Vorteilhaft bei hohen Dioptrien; bei Weitsichtigen häufig im Einsatz. Noch ein Plus: Durch den asphärischen Schliff ist scharfes Sehen auch an den Rand­bereichen der Brille besser möglich. Dafür müssen Optiker die Gläser aber besonders gut feinjustieren, fach­sprach­lich: zentrieren.

Entspiegelung

Eine hauchdünne Beschichtung vermindert Reflexionen, beispiels­weise von Scheinwerfern. Sie ist außerdem ästhetisch von Vorteil, denn sie sorgt dafür, dass Brillengläser für das Gegen­über kaum sicht­bar sind.

Hilf­reiches Extra für alle Brillen­träger. Viele Optiker bieten die höchste Stufe super­entspiegelt schon als Stan­dard an.

UV-Schutz

Auch Brillengläser ohne Tönung können vor UV-Strahlen schützen.

Praktisch, aber ersetzt Sonnenbrille nicht. Das Extra ist hilf­reich, denn auch bei bewölktem Himmel ist die UV-Strahlung schädlich fürs Auge. Teils bieten Optiker es mit ihren Stan­dard-Brillengläsern an. Blend­schutz bei strahlender Sonne gewährt aber nur getöntes Brillenglas. Sonnenbrillen mit und ohne Stärke sollten einen 100-prozentigen UV-Schutz bieten.

Optiker im Test Testergebnisse für 12 Augen­optiker 04/2019

Härtung

Dieses Angebot wird auch Extrahärtung oder Hart­schicht genannt.

Schützt vor Kratzern. Wichtig und oft sogar Stan­dard ist sie bei Kunst­stoff­gläsern, weil diese sonst sehr empfindlich sind. Mineralisches Glas braucht keine Härtung.

Lotus-Effekt

Als zusätzliche Beschichtung soll er die Brille schmutz- und wasser­abweisender machen. Dann ist sie laut Werbung seltener und einfacher zu putzen. Extra für Bequeme, kein Muss.

Phototrope Gläser

Sie tönen sich je nach Licht­intensität selbst – Brillen­träger brauchen dann keine Extra-Sonnenbrille mehr. Das auto­matische Verdunkeln oder Aufhellen geht aber nicht von jetzt auf gleich.

Können von Nachteil sein. Wenn man etwa mit dem Auto in einen Tunnel hinein- und wieder hinaus­fährt.

Polarisierende Gläser

Das sind getönte Gläser, die Blendungen von Sonnen­strahlen beispiels­weise auf einer nassen Fahr­bahn oder an der Wasser­oberfläche verhindern sollen.

Denk­bar etwa für Auto­fahrer, Outdoor- und Wasser­sportler. Kann aber auch Nachteile haben. So sind Bilder auf LCD-Monitoren, etwa von Navis, mit polarisierenden Gläsern schlechter zu sehen.

Blaufilter

Vermindert den Anteil von blauem Licht, den Bild­schirme von Handys oder Computern abgeben.

Meist nicht erforderlich. Viele moderne Geräte haben mitt­lerweile einen integrierten Blaufilter, mit dem sich der Anteil an blauem Licht senken lässt.

Anti-Beschlag-Beschichtung

Auch Anti-Fog genannt. Soll das Anlaufen der Brille bei Temperaturwechsel verhindern.

Kein Muss. Klingt praktisch, hält mitunter aber nicht dauer­haft.

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70 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 16.07.2021 um 07:44 Uhr
Durchblickpunkt Nah

@BellaOnda: Der von Ihnen angesprochene Punkt zielt auf die sogenannte Zentrierung, bei der stets zwei Distanzen gemessen werden müssen: der Abstand zwischen der Nasenwurzel und der Pupillenmitte (Pupillendistanz) und vertikal der Abstand zwischen Pupillenmitte und dem unteren Rand der Brille (die sogenannte Durchblickhöhe). Bei letzterem muss zugleich die Hauptblickrichtung bei der Nutzung der Brille berücksichtigt werden. Bei einer Arbeitsplatz-Gleitsichtbrille ist etwa der Nahbereich wichtiger, die Hauptblickrichtung mit den Pupillen geht also häufiger nach unten und nicht geradeaus wie bei der Fernbrille. Bei einer Gleitsichtbrille, mit der hauptsächlich in die Ferne geschaut, aber gleichzeitig etwa auch Angaben zur Produkten beim Einkaufen gelesen werden müssen, bleibt die Hauptblickrichtung die Ferne. Den unterschiedlichen individuellen Bedürfnissen und Anforderungen kann zusätzlich durch die unterschiedliche Gestaltung der verschiedenen Sehzonen bei Gleitsichtbrillen Rechnung getragen werden.
Auf alle diese Punkte wurde im Test geachtet, für die Zentrierung unter Berücksichtigung der jeweiligen Hauptblickrichtung gab es zudem ein eigenes Gruppenurteil. (KA/SL)

BellaOnda am 15.07.2021 um 15:15 Uhr
Durchblick ?

Warum wird bei Gleitsichtbrillen hier nicht der Sitz des "Durchblickpunktes Nah" betrachtet? Er ist ausschlaggebend für das richtige Sehen mit Gleitsichtbrillen im Nahbereich. Es geht um den Achsabstand der Pupillen zur Nasenachse beim Sehen - und zwar nach unten. Das wird nicht gemessen, weder beim Optiker noch beim Augenarzt, nur der Achsabstand der Pupillen zur Nase beim Geradeaussehen. Folge: eine Gleitsichtbrille ohne individuelle Positionierung des "Durchblickpunktes Nah" ist meist im Nahbereich überhaupt nicht zum Lesen geeignet, es ist eine viel zu teuer bezahlte Fernbrille.

hapelae am 02.05.2021 um 10:50 Uhr
Schwerbehinderter wird bei APOLLO-Optik abgewiesen

Am 21.04.2021 versuchte ich (mit Begleiterin, da ich schwerbehindert/hörgeschädigt bin und Kommunikationshilfe benötige und mit einem Attest, welches uns von der Tragepflicht eines Mund- und Nasenschutzes befreit, diese sichtbar vorzeigend) einen vereinbarten Termin in der Filiale D-06108 Halle, Marktplatz 2 wahrzunehmen, wurde aber mit dem Verweis auf das Hausrecht abgewiesen und die Wahrnehmung des Termins nur mit Mund- und Nasenschutz abhängig gemacht. Dieses Angebot konnte ich nicht akzeptieren.
In Erwiderung meiner Danksagung wurde mir von APOLLO die Wahrnehmung eines Sondertermins angeboten, in wenig frequentierter Zeit. Aber bitte, wie hätte das ablaufen sollen, mit Maske verstehe noch weniger und das gesprochene Wort dürfte ja nun mal zu einer qualitätsgerechten Behandlung gehören.
Auf Leistungen eines solchen Unternehmens kann ich getrost verzichten, ein Optiker in der Nähe erkannte geltendes Recht an und behandelte mich sofort, auch ohne Termin.

plainpixel am 09.02.2021 um 13:44 Uhr
Eine neue Gleitsichtbrille muss her!

Ich stand gerade vo der Entscheidung, mir eine neue Gleitsichtbrille zu zulegen.
Allein bei den Gläsern (starke Dioptrien-Zahl, niedriger Brechungsindex für die Gläser) traten erhebliche Unterschiede auf. Hier mal die Preise nur für die Gläser:
Fielmann: 855.-€
Apollo: 540.-€
Krass: 300.-€
Meine Wahl fiel auf Krass-Optik, da hier das beste Preis-/Leistungsverhältnis anzutreffen war. Beratung, Anpassung und Service waren vorzüglich.
Eine erneute Nachfrage nach einem günstigeren Preis bei Fielmann verlief negativ. Also: Vergleichen lohnt sich immer!

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.11.2020 um 13:11 Uhr
Auswahl der Optiker

@EinSchwabe: Leider stehen für jeden Test nur eine begrenzte Anzahl an Testplätzen zur Verfügung. Wenn ein Optiker nicht im Testfeld berücksichtigt wird, ist dies jedoch nicht mit einer Negativwertung verbunden. Es sind schlicht und einfach Kapazitätsgründe, die dem Umfang unserer Tests Grenzen setzen. (cr)