Zum Optiker gehen oder online bestellen?

Optiker Test

Nicht jeder Kunde braucht umfassende Betreuung durch den Optiker. Wer zum Beispiel nur eine Zweitbrille will und seine aktuellen Brillen­werte kennt, kann bei Online-Händ­lern viel Geld sparen. Für kompliziertere Fälle ist eine persönliche Vor-Ort-Beratung sinn­voll.

Für Brillen-Einsteiger

Wer selten oder nie eine Brille brauchte, hat Beratungs­bedarf. Er geht am besten zum Optiker vor Ort. Gleiches gilt bei komplizierten Sehproblemen oder wenn beispiels­weise Ohren oder Augen verschieden hoch sitzen. Ein Experte muss die Brille individuell anpassen.

Ähnliches Niveau. Wir haben acht große Augen­optikerketten getestet. Fachlich schneiden alle ähnlich ab: mittel­mäßig. Die Sehtests sind gut, die Brillen sogar durch die Bank prima gefertigt. Grobe Schwächen leisten sie sich bei der Beratung. Kunden sollten sie notfalls einfordern und ihren Bedarf aktiv schildern.

Relativ hohe Preise. Unsere Tester bezahlten bei fast allen Ketten mehrere hundert Euro für ihre Brillen. Im Schnitt am teuersten waren Matt und Abele-Optik. Die übrigen Anbieter verlangten etwas weniger, auch Fielmann und Apollo-Optik, die beiden Branchen-Riesen mit vielen Filialen im ganzen Bundes­gebiet.

Der güns­tige Sonderfall. Weit nied­rigere Preise als alle anderen Ketten im Test verlangte Eyes + More. Die Idee: einheitliche Qualitäts­gläser und güns­tige Fest­preise, damit Kunden sich mehrere Brillen leisten können, als Modeaccessoires. Die fachliche Beratung im Test war mangelhaft. Wer darauf nicht angewiesen ist, kann kräftig sparen.

Für Brillen-Routiniers

Optiker Test

Erfahrene Optiker­kunden ohne besondere Anforderungen, die zum Beispiel eine Zweitbrille brauchen, können auch online einkaufen und sparen. So verlangte der reine Netzhändler Brille24 nur einen Bruch­teil der Preise seiner nieder­gelassenen Konkurrenz – und die Fassungen saßen bei unseren Testern auch nicht schlechter.

Webshop pur. Brille24 verkauft Markengläser zu Fest­preisen. Kostendämpfend wirkt unter anderem, dass die Firma keine Fassungen von Marken­herstel­lern führt und wichtige augen­optische Dienst­leistungen nicht anbietet, wie Sehtest, Anpassung und Endkontrolle am Kunden. Außerdem muss der Kunde für den Versand der Brille zahlen, auch bei Rück­gabe. Zusätzlich zum Porto fällt bei Rück­gabe eine Gebühr von 14 bis 20 Euro an.

Webshop plus Part­nerläden. Der zweite geprüfte Netzhändler, Mister Spex, bietet mehr Service. Kunden können einfache oder Markenfassungen wählen, Brillen gratis zuhause anpro­bieren und bestellte Ware kostenlos zurück­geben. Zudem gibt es in Deutsch­land rund 450 nieder­gelassene Part­ner­optiker, die Sehtests durch­führen und Fassungen anpassen. Wer einen in der Nähe hat, sollte die Chance nutzen. Dann kommt Mister Spex sogar für Brillen-Anfänger infrage. Er war im Test zwar teurer als Brille24 – aber immer noch viel güns­tiger als die meisten Vor-Ort-Ketten.

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