So haben wir getestet

Im Test: Die 8 nach Anzahl der Filialen größten Augen­optikerketten (Stand: Januar 2014), zudem exemplarisch 2 Online-Augen­optiker ohne beziehungs­weise mit stationärer Unterstüt­zung durch nieder­gelassene Part­ner­optiker.

Zur Test­durch­führung: Fünf geschulte fehlsichtige Tester (+/- 4 bis +/- 8 Dioptrien) gaben bei allen Anbietern verdeckt Brillen in Auftrag – bei jedem eine Nahbrille, eine Fern­brille und drei Gleitsicht­brillen. Bei jeder stationären Kette wurden fünf unterschiedliche Filialen besucht. Beim reinen Online-Augen­optiker Brille24 nutzten wir in allen fünf Fällen ausschließ­lich den Webshop. Auch bei Mister Spex bestellten wir die Brillen im Internet. Zusätzlich nahmen unsere Tester für den Sehtest und die Fassungs­anpassung fünf unterschiedliche Part­ner­optiker in Anspruch. Direkt nach jedem Filial­besuch dokumentierten die Tester den Ablauf der Beratungen und Messungen in stan­dardisierten Protokoll­bögen. Ein Experte untersuchte den Bestell­prozess in den Webshops. Zwei unabhängige Fach­gut­achter prüften die Brillenqualität in Anlehnung an die geltenden augen­optischen DIN EN ISO-Normen. Erkennungs­merkmale, von welchem Anbieter welche Brille stammt, wurden für die Gutachter anonymisiert.

Erhebungs­zeitraum: Juni bis August 2014, Anbieterbefragung November bis Dezember 2014.

Abwertung

War das Gruppen­urteil fachliche Beratung und Information mangelhaft, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet.

Qualität der Brillen: 50 %

Wir prüften in Ketten und Webshops dieselben Aspekte – mit einer Ausnahme: Bei Brille24 konnten wir die Bestimmung der Fehlsichtig­keit nicht bewerten, da die Leistung nicht angeboten wird.

Bestimmung der Fehlsichtig­keit: Vergleich der von den getesteten Augen­optikern ermittelten Werte (Sphäre, Zylinder, Achse, bei Gleitsicht­brillen: Nahzusatz) mit einem Toleranz­bereich. Diesen ermittelten die Fach­gut­achter über je vier Referenz­werte (zu Beginn und Ende des Erhebungs­zeitraums, je vormittags und nach­mittags). Zentrierung: Die Gutachter prüften unter anderem den horizontalen Abstand, die Höhe sowie den Höhen­unterschied der Zentrier­punkte. Die notwendigen Referenz­werte wurden über sechs moderne Video­zentrier­systeme ermittelt und mündeten in einem Toleranz­bereich. Fassungs­anpassung: Geprüft wurde unter anderem die Eignung der ausgewählten Fassung, Stegpassung, Ausrichtung zum Gesicht, Anpassung der Bügelenden. Brillen­fertigung: Die Fach­gut­achter bewerteten unter anderem den Material­zustand von Fassung und Gläsern sowie die Verarbeitungs­qualität.

Fachliche Beratung und Information: 30 %

Bei den Ketten bewerteten wir die Beratung in den Filialen. Bei den Online­shops über­prüften wir die Informationen auf den Webseiten, bei Mister Spex zusätzlich die Erläuterungen der Part­ner­optiker.

Inhalt­lich ging es unter anderem um folgende Bereiche: Bedarfs­analyse (etwa Gesund­heits­aspekte, Arbeits­tätig­keit), Erläuterungen zur Fehlsichtig­keits­messung und Zentrierung (nicht bei Brille24), Fassungs­beratung (etwa Hinweise zur Auswahl, Hilfs­mittel wie Fotos oder Einmal-Kontaktlinsen), Glasberatung (etwa Vor- und Nachteile von Entspiegelung und Tönung, Erklärung von Aufbau und Funk­tion der Gleitsicht­gläser), Erteilen von Trage- und Pfle­gehin­weisen.

Kunden­orientierung: 20 %

Bei diesem Urteil waren die Prüf­punkte angebots­bedingt relativ unterschiedlich. Bei den Ketten bewerteten wir unter anderem Warte­zeiten sowie störungs­freie Messungen und Beratungen. Diese Aspekte prüften wir auch bei den Part­ner­optikern von Mister Spex. Bei allen Anbietern im Test bewerteten wir die Trans­parenz der Auftrags­bestätigungen und Rechnungen sowie das Einhalten von Preis­absprachen. Nur bei den Webshops untersuchten wir den Umgang mit Kunden­daten, zum Beispiel, ob Bestell­daten verschlüsselt über­tragen werden. Zudem berück­sichtigten wir, ob die Anbieter, insbesondere die Webshops, aufgrund ihres Geschäfts­modells alle wesentlichen Schritte der Versorgung mit Korrektions­brillen gemäß Branchen­stan­dards leisten können. Dazu zählt etwa Bedarfs­analyse, Bestimmung von Fehlsichtig­keit und Zentrier­daten, Fassungs­anpassung und Abgabe der Brille mit Endkontrolle.

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