„Opfer von Gewalttaten sollen sicher sein, dass die Täter angemessen bestraft werden.“ So bewerben Versicherer ihre so genannten Opferrechtsschutzpolicen. Die ersetzen die Kosten, die entstehen, wenn Opfer im Strafprozess gegen den Täter als Nebenkläger auftreten.

Doch: „Die Police ist überflüssig. Für eine ordentliche Anklage des Täters sorgt in der Regel die Staatsanwaltschaft. Nebenklagen sind daher auch selten“, sagt der Kölner Anwalt Hubert van Bühren vom Deutschen Anwaltverein. Skeptisch ist auch Frank Jonigk, Geschäftsführer der Bundesrechtsanwaltskammer: „Meist sind es nur Angehörige Getöteter, die als Nebenkläger Zeugen benennen, nachfragen oder Rechtsmittel einlegen wollen.“ Für die Prozesse Angehöriger kommen die Policen aber nicht auf. Sie zahlen nur, wenn die Gewaltopfer selber klagen. Damit ist die Police nur etwas für misstrauische Naturen, die nichts von deutschen Strafverfolgern halten. Dennoch hat die Arag in kaum mehr als einem Jahr über 35 000 dieser Policen für jährlich 39 ­Euro verkauft. Die Verträge laufen über fünf Jahre und sind nur im Paket mit weiteren Versicherungsleistungen erhältlich. Von den 35 000 Kunden, die bislang bei der Arag für Opferrechtsschutz bezahlen, hat noch keiner die ­Police benötigt.

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