Operationsrisiken Meldung

Ärzte müssen Patienten grundsätzlich spätestens einen Tag vor einer Operation über ein mögliches Risiko des Eingriffs aufklären, entschied der Bundesge­richts­hof (BGH). Der Patient müsse ausreichend Gelegenheit haben, sich nach der ärztlichen Aufklärung frei zu entscheiden. Es ging es um einen Arzthaftungsprozess nach einer Bandscheibenoperation. Der BGH gab dem Kläger Recht, der von seinem Arzt Schadener­satz und Schmerzensgeld verlangte, weil er erst Stunden vor der Bandscheibenoperation über die Risiken aufgeklärt wor­den war (Az. VI ZR 131/02). Wegen Beschwerden wurde einen Monat später nachoperiert. Ein Jahr darauf trat eine Blasenlähmung auf. Der Kläger muss sich mehrfach am Tag katheterisieren. Das OLG Koblenz hielt die kurzfristige Aufklärung für ausreichend. Dem folgte der BGH nicht: Bei problemlosen Eingriffen genüge die kurzfristige Aufklärung, aber nicht in sensiblen Bereichen.

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