Drei In­ternet­händler überzeugen mit „guten“ Ergebnissen. Andere jedoch schwächeln bei den Lieferzeiten und der Rückabwicklung.

Der neue Fernseher sollte innerhalb einer Woche ins Haus geliefert werden – so hieß es zumindest auf der Website des Internethändlers Medianess. Doch nach der Bestellung kam eine E-Mail mit der Nachricht, die Ware sei vergriffen. Sie könne aber mit einer relativ langen Lieferdauer neu bestellt werden. Das ärgert den Kunden, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit. Verlässt er sich doch darauf, sein Wunschgerät einige Tage nach der Bestellung zuhause zu empfangen: Damit es hübsch verpackt rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum steht. Unsere Tester bekamen bei Medianess dreimal die folgende Information: „Laut unserem Lieferanten soll ihr Gerät in 30 Tagen bei uns eintreffen.“ Wir stornierten die Aufträge und bestellten andere Fernsehmodelle, um den Test durchführen zu können.

Nicht jeder liefert pünktlich

Zwar mussten wir nicht überall 30 Tage auf die bestellte Ware warten, doch nicht jeder Onlineshop hält die versprochenen Lieferzeiten ein. Wir hatten im Test ausschließlich Fernseher bestellt, die spätestens innerhalb einer Woche geliefert sein sollten. Das aber schaffte nicht jeder Onlineshop.

Am längsten dauerte die Lieferung der Fernseher bei Pixmania und Zarsen: durchschnittlich etwa anderthalb Wochen. Die verzögerte Lieferung könnte bedeuten, dass die Anbieter die Ware gar nicht auf Lager haben. Vielleicht verfügen die Onlineshops generell nicht über so große Lagerkapazitäten wie der stationäre Handel. Laut den Anbietern hängt es auch damit zusammen, dass die Gerätehersteller zuerst die großen Elektronikhändler beliefern.

Im Netz warten Schnäppchen

Trotz verzögerter Lieferzeiten: Im Internet lassen sich auch bei großen elektronischen Geräten Schnäppchen erzielen. So kostete ein ausgewählter Philips-Fernseher bei einem Saturn-Markt in Berlin 548 Euro. Bei den geprüften Onlinehändlern lagen die Preise bei 429 bis knapp 500 Euro.

Hinzu kommen noch Zusatzkosten für Versand und Bezahlart. Bei computeruniverse sind das in unserem Beispiel 27,95 Euro per Vorkasse und 33,95 Euro per Kreditkarte. Redcoon verlangt 17,99 Euro für ein DPD-Paket. Und obwohl die Versandkosten je nach Bezahl- und Versandart und dem bestellten Produkt sehr unterschiedlich ausfallen, lässt sich gegenüber dem stationären Handel kräftig sparen.

Drei machen ihre Sache „gut“

Es lohnt sich, online zu bestellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt dafür aber einen der drei besten Onlineshops in unserem Test. Das sind computeruniverse, t-online.de Shop und cyberport. Alle drei wickelten die Bestellung komfortabel ab und selbst die Rückgabe der Ware klappte bei ihnen. Computeruniverse punktet außerdem mit der größten Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten für den Kunden. Er ist auch einer der wenigen Onlinehändler im Test, der den Kauf der Flachbildfernseher per Lastschriftverfahren akzeptiert.

Mithilfe von Preissuchmaschinen haben wir für den Test zehn Onlinehändler ausge­sucht, die zu besonders günstigen Preisen Flachbildfernseher anbieten. Händler mit einem zu kleinen Sortiment an solchen Geräten schlossen wir aus. Bei den ausgewählten Onlineshops bestellten die Testkäufer dann verschiedene Flachbildfernseher. Sie prüften die Lieferung und sandten die Ware zurück. Denn wir wollten auch wissen, wie die Händler mit dem zweiwöchigen Widerrufsrecht umgehen, das dem Kunden bei Käufen im Internet zusteht. Zusätzlich prüften wir die Internetauftritte, die Infos auf den Websites, den Bestellkomfort und die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Vorsicht bei Pixmania

„Mangelhaft“ lautet das Urteil für Pixmania. Bei diesem Onlineladen fielen gleich mehrere Punkte negativ auf: Auf der Web­site findet sich der Nutzer schwer zurecht, denn sie ist sehr unübersichtlich. Dort angebotene Neuware lässt sich auf den ersten Blick nur schwer von gebrauchter Ware unterscheiden. Will der Kunde bestellen, kann die Be­nutzung des Vor- und Zurückpfeils dazu führen, dass er sich aus dem Bestellvorgang „ausloggt“ – und wieder von vorn beginnen muss. Bricht er den Auftrag hingegen während des Bezahlvorgangs selbst ab, erhält er dennoch eine Bestellbestätigung per E-­Mail – ohne die Bestellung je aktiv bestätigt zu haben.

Als einziger Internethändler im Test hat Pixmania deutliche Mängel in seinen Ge­schäftsbe­din­gungen. Und Probleme gab es auch bei der Rückabwicklung: Machten die Tester von ihrem Widerrufsrecht (siehe Tipps) Gebrauch, lief nicht alles glatt. Die Rücksendekosten wurden einmal nicht erstattet. Auch die Rückerstattung des Kaufpreises mussten wir mehrmals anmahnen: In einem Fall erhielt der Tester erst nach 39 Tagen sein Geld zurück.

Warten auch bei HOH und Zarsen

Geduld mussten die Tester auch einmal bei Zarsen und sogar zweimal bei HOH mitbringen: Nach Rückgabe der Ware warteten sie bei HOH über einen Monat auf ihr Geld, bei Zarsen fast zwei Monate.

Kauft der Kunde bei diesen beiden Händlern oder bei Medianess mit Kreditkarte ein, kommen noch zwischen 2,5 und 4 Prozent Kreditkartengebühr zum Kaufpreis hinzu – das ist wenig kundenorientiert.

Keiner der Shops lieferte im Test auf Rechnung. Amazon bietet, wie auch computeruniverse, die Zahlung per Lastschrift an. In zwei Fällen verweigerte amazon jedoch nachträglich das Lastschriftverfahren – den Grund dafür nannte er nicht. Auch das Einkaufen per Nachnahme lässt der wohl bekannteste Onlinehändler nicht zu.

Bekannt ist amazon für seine schnelle Bestell- und unkomplizierte Rückabwicklung. Doch einmal wurden die Kosten für die Rücksendung nicht komplett erstattet, insgesamt war die ganze Prozedur etwas undurchsichtig. Auch Infos zu Zahlung und Lieferung muss sich der Kunde mühsam in Hilfekapiteln auf der Website erarbeiten.

Was schnell zu übersehen ist

HOH hatte während des Tests im Warenkorb automatisch eine Transportversicherung zur Bestellung hinzugefügt. Sie war leicht zu übersehen und versteckte sich am Ende des Bestellformulars. Der zugefügte Hinweis „Auch nach abgewählter Transportversicherung tragen wir im Falle einer Verbraucherbestellung das Transportrisiko“ spricht für sich. Mittlerweile ist sie nicht mehr automatisch voreingestellt.

Zusätzlich bieten HOH, redcoon und Zarsen einen Käuferschutz von Trusted Shop an. Doch auch ohne Trusted-Shop-Käuferschutz ist der Händler für Lieferung und Rückerstattung verantwortlich. Die Zusatzleistung ist bei seriösen Händlern überflüssig und mit unnötigen Kosten verbunden.

Wer bei Onlineshops bestellt, sollte den Warenkorb immer genau überprüfen. Und – vor allem zu Weihnachten – lieber lange Lieferzeiten einplanen und die Bestellung im Auge behalten: Damit das Geschenk auch pünktlich zum Fest geliefert ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1476 Nutzer finden das hilfreich.