Onlinekauf Irrtum statt Schnäppchen

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Kunden können nicht unbedingt auf einem Schnäppchen bestehen, wenn ein Onlineshop versehentlich einen Preis zu niedrig auszeichnet. Viele Gerichte lehnen das sogar dann ab, wenn der Käufer eine automatisierte E-Mail mit dem Text „Vielen Dank für Ihre Bestellung“ bekam. Denn bei Online-Bestellungen müssen gewerbliche Händler dem Kunden zeitnah eine Bestätigungsmail schicken. Wird dort nur der Eingang der Bestellung bestätigt, gilt das nicht als Abschluss eines Kaufvertrags, urteilte das Landgericht Osnabrück bei einem Plasma-Fernseher, der für 399 Euro ausgezeichnet war. Der Händler wollte aber nicht liefern, denn das Gerät sollte 3 999 Euro kosten (Az. 12 S 497/05). Ähnlich urteilen auch andere Gerichte, etwa der Bundesgerichtshof bei einem Notebook für 245 statt 2 650 Euro (Az. VIII ZR 79/04).

Bestätigt die Mail aber nicht nur den Eingang, sondern auch einen Vertragsabschluss, ist der Händler daran gebunden. Dann kann er allenfalls wegen Irrtums anfechten. Aber da stellen sich vor allem Amtsge­richte gern auf die Käuferseite.

Tipp: „Schnäppchenjäger, die vor Gericht ziehen, gehen ein hohes Prozessrisiko ein“, meint der Berliner Rechtsanwalt Martin Schirmbacher. Privaten Verkäufern rät er, einen klassischen Fehler zu vermeiden: „Oft drücken sie versehentlich den Sofort-Kauf-Button statt den Mindestpreis 1 Euro“.

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