Führt ein Direktbroker Kundengeschäfte nicht pünktlich aus, ist Schadenersatz zu leisten. Das geht aus einem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (Az. 5 U 227/98) hervor.

Ein Anleger hatte bei der Comdirect Bank den Verkauf von Aktien innerhalb eines bestimmten Tages angewiesen. Für den Fall, dass dies aufgrund der Marktlage nicht möglich sein sollte, wollte der Kunde zunächst auf mögliche spätere Verkäufe verzichten. Die Bank führte den Auftrag trotzdem erst einen Werktag später aus, was für den Kunden auch einen Gewinn gebracht hätte. Von diesem verspäteten Verkauf wollte der Bankkunde allerdings nichts wissen und forderte die Rückbuchung der mittlerweile stark im Wert gestiegenen Aktien. Zu Recht, urteilten die Richter, da die Transaktion der Bank die wirtschaftliche Handlungsfreiheit des Kunden beeinträchtigt hatte.

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