Banken müssen ihren Online-Wertpapierhandel so gestalten, dass Irrtümer der Kunden nicht zu Schäden führen können. Gehen Aufträge etwa über außergewöhnlich hohe Summen ein, sodass ein Versehen nahe liegt, muss die Bank der Sache auf den Grund gehen (Landgericht Nürnberg-Fürth, Az. 10 O 8034/01).

Zu entscheiden war der Fall eines Kunden der Bank Entrium, der sich bei ­einer Fondsorder über das Internet ordentlich verhauen hatte: Da er die Ordermaske nicht verstand, kaufte er mal eben 5 000 Fondsanteile – statt wie geplant Anteile für 5 000 Mark. Postwendend bekam er Wertpapiere für eine Million Mark ins Depot – auf Kredit versteht sich. Bei Entrium hatte der Kunde lediglich 5 000 Mark auf dem Konto. Beim anschließenden Verkauf der Papiere machte er dann Verlust.

Diesen Verlust muss nun die Bank ersetzen. Der Grund: Ein leibhaftiger Bankmitarbeiter würde bei solch einer Millionenorder eines Kleinkunden zumindest die Stirn runzeln, meinten die Richter. „Nicht mehr wird von dem Online-Broking-System verlangt.“

Zwar fanden sie auch, dass der Kundenirrtum (Eingabe des Betrags im Feld „Stückzahl/Nominale“) durchaus vermeidbar war. Wesentlich war für das Gericht aber nur die Tatsache, dass das System die falsche Order ausführte.

Dieser Artikel ist hilfreich. 20 Nutzer finden das hilfreich.