Onlinebroking Meldung

Hobbybroker Udo Heise hat gut Lachen: Im Streit mit der Bank hat er gewonnen.

Udo Heises erster Ausflug in die Brokerwelt ging mächtig in die Hose. Da ihm die Banksoftware ein nicht existierendes Guthaben vorgaukelte, investierte er in Aktien – mit großem Verlust. Den trägt nach einem Urteil des Landgerichts Berlin (Az. 36 O 50/02) nun die Bank.

Am Abend des 2. November 2000 hatte Busfahrer Heise im elektronischen Sekundenhandel der Direkt Anlage Bank (DAB) mit eigenem Geld Gigabell-Aktien gekauft. Das ging, der Sekundenhandel ist auch abends aktiv. Dann schaltete er die Software vom Sekundenhandel auf den Börsenplatz Frankfurt um und sah, dass dort der Tagesschlusskurs von Gigabell über seinem Einkaufskurs lag. Heise vergaß, dass in Frankfurt abends gar nicht gehandelt wird und gab einen Verkaufsauftrag ein.

Die Software erhöhte prompt sein Guthaben um den vermeintlichen Gewinn, den es gar nicht gab. Fröhlich wiederholte Heise das Spiel mehrfach (Kauf im Sekundenhandel, vermeintlicher Verkauf in Frankfurt), bis er mit 165 000 Euro „im Plus“ war.

Die böse Überraschung kam am nächsten Tag. Gigabell eröffnete weit unter Tagesschlusskurs. Die Verkaufsaufträge hatte die DAB zwar noch in der Nacht gelöscht, die Käufe aber nicht. Nach einem Zwangsverkauf der Aktien durch die DAB stand Heise plötzlich mit fast 33 000 Euro in der Kreide.

Vor Gericht klagte nun die DAB gegen Heise, da er nicht zahlen konnte und wollte – ohne Erfolg. Da die Software missverständlich gewesen sei, ging die DAB leer aus. Das Argument der Bank, bei den vermeintlichen Guthabenanzeigen habe es sich nur um unverbindliche Informationen gehandelt, ließ das Gericht nicht gelten. Sogar die Tatsache, dass die Software Herrn Heise mitteilte, die Verkäufe würden erst am nächsten Tag vollzogen, änderte nichts am Richterspruch. Letztlich habe Heise aufgrund der Guthabenanzeige annehmen dürfen, dass er erfolgreich spekuliert habe.

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