Onlinebroker Meldung

Internet- und Telefonbroker, die versprechen, die An- und Verkaufsaufträge ihrer Kunden in Sekundenschnelle auszuführen, müssen ihre Zusagen einhalten. Sonst haben sie den Schaden, der durch ihre Langsamkeit entstanden ist, zu ersetzen, urteilte rechtskräftig das Landgericht Nürnberg-Fürth (Az: 14 O 9971/98). Geklagt hatte ein Kunde, der für ein Aktienpaket 14.500 Mark mehr zahlen musste, weil der Broker seine Kauforder erst mit einer halben Stunde Verspätung ausführte. Da hatte die Aktie aber schon um 29 Mark zugelegt. Den entgangenen Kursgewinn muss der Broker jetzt ersetzen. Der Kunde konnte seine Order nämlich mit der Bestätigungsnummer des Brokers belegen.

Nach wie vor siehts aber schlecht aus für Anleger, die wegen überlasteter Leitungen und Call-Center erst gar nicht zu ihrem Broker durchkommen. Nach zahlreichen Beschwerden von Kunden hat zwar das Bundesamt für Wertpapierhandel vor kurzem einige Onlinebroker aufgefordert, dem Amt ihre Vorkehrungen gegen Überlastungen zu beschreiben. Rechtliche Konsequenzen hat der Brief der Aufseher aber nicht ­ zu Schadenersatz verhilft er schon gar nicht. Wer sich über seinen Broker beschweren will, kann das per Fax (0 69/95 95 21 23) oder per E-Mail (mail@bawe.de) tun.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät, Meldungen vom Onlinebroker, sein System sei überlastet oder nicht erreichbar, auszudrucken, die Sendebestätigungen vergeblicher Faxanläufe aufzuheben und Telefonanrufe, die bei Besetztzeichen oder Warteschleife endeten, zu notieren, um so die Fehlversuche nachweisen zu können. Häufig zeigten sich die Direktbörsianer bei Beschwerden kulant. Denn, so DSW-Sprecher Jürgen Kurz, an einem Musterprozess hätten auch sie schließlich kaum ein Interesse.

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