Harte Strafen vor Gericht bekommen Helfer von Internetbetrügern, wenn sie gegen ­Provision das erbeutete Geld ins Ausland überweisen.

Das Amtsgericht Tiergarten (Az. 233 Ds 735/05) hat einen 56-jährigen Goldschmied zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er Geld ins Ausland transferierte, das ein Betrüger von einem fremden Onlinekonto mit der Phishing-Methode (Phishing = password fishing) erbeutet hatte.

Das Angebot hatte er per E-Mail erhalten. Für die Überweisung wurden ihm 7 Prozent Provision angeboten. Er meldete sich auf der Webseite der Firma an und als 7 000 Euro auf sein Konto eingingen, überwies er das Geld abzüglich 490 Euro per Western Union in die Ukraine.

Härter urteilte das Amtsgericht Darmstadt (Az. 212 Ls 360 Js 33848/05) in einem ähnlichen Fall. „Wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche“ bekam ein Mann sogar ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Zuvor hatte das Amtsgericht Hamm (Az. 10 Ds 101 Js 244/05 - 1324/05) einen Angeklagten für eine Überweisung nach ­Moskau zu einer Geldstrafe von 1 200 Euro verurteilt.

Die so genannten Finanzagenten können sich nicht mit Unwissenheit herausreden. Die Richter argumentieren, dass die Betroffenen durch Berichte in den Medien und im Rahmen der Allgemeinbildung wissen müssten, dass auf solchen Wegen unrechtmäßig erworbenes Geld verschickt wird.

Tipp: Eine Liste aktueller Geldwäsche-Mails gibt es bei der Arbeitsgruppe Identitätsschutz unter www.a-i3.org. Dienstag- und Donnerstagnachmittag beantwortet die Arbeitsgruppe am Telefon (02 34/3 22 80 58) Fragen rund um das Phishing.

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