Onlinebanking Meldung

Onlinebanking. Kontoführung mit dem Computer macht unabhängig von den Öffnungszeiten der Bank und spart Geld. Wenn alle die Technik richtig anwenden, haben es Betrüger schwer.

Der Startschuss fiel vor 25 Jahren. Die Deutsche Post startete ihr Btx-Postgiro. Über Bildschirmtext (Btx) konnten Kunden mittels Telefon und Fernbedienung am heimischen Fernseher Bankgeschäfte rund um die Uhr erledigen.

Nach schleppendem Start greifen nun 22 Millionen Menschen in Deutschland per Computer auf ihr Konto zu. Zwischen 2000 und 2006 hat sich die Zahl der Onlinekonten von 15 auf über 35 Millionen mehr als verdoppelt, gibt die Bundesbank an.

Die Nutzer schätzen die Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten der Banken. Außerdem sind Onlinekonten meist billiger als Filialkonten und sie sind viel häufiger kostenlos zu haben.

Bei der Dresdner Volksbank Raiffeisenbank kostet zum Beispiel das Privatkonto Service jeden Monat 4,50 Euro, das online zu führende Privatkonto Direkt dagegen gar nichts. Die Kunden sparen damit übers Jahr mindestens 50 Euro.

Über 80 Euro im Jahr kann sparen, wer das Mehrwertkonto Magic Basic der Berliner Bank für 7 Euro im Monat aufgibt und zu einem Gratisdirektkonto wechselt, zum Beispiel zum Girokonto der Direktbank ING Diba. Das können die Nutzer telefonisch oder online führen.

Das Magic Basic dürfen Kunden zwar auch online führen, aber sie sparen damit nichts. Dabei könnten sie die enthaltenen Extras – insbesondere Versicherungen – einzeln meist günstiger haben.

Unkomplizierte Kontoeröffnung

Ein Onlinekonto ist unkompliziert zu eröffnen. Entweder lässt der Kunde sein Konto bei der Hausbank fürs Onlinebanking freischalten und erhält von dort auch die Zugangsdaten.

Er kann die Formulare aber auch von der Webseite der Bank herunterladen und dann bei der Post den ausgefüllten Antrag und einen zusätzlichen Kupon vorlegen.

Auf diesem Papier trägt ein Postmitarbeiter ein, dass er die Identität seines Gegenübers geprüft hat. Der Angestellte lässt sich Personalausweis oder Reisepass vorlegen und vergleicht die Unterschrift im Antrag mit der im Ausweis. Er schickt dann für den Kunden den Antrag und den Identitätsnachweis an die Bank.

Einige Tage später kommen die Zugangsdaten zum Konto per Post. Im Normalfall kommen zwei Briefe, der erste mit der persönlichen Geheimnummer (Pin). Damit und mit der Kontonummer ist der Zugriff auf das Konto möglich.

In dem zweiten Briefumschlag steckt bei den meisten Banken eine Liste mit fort­laufend nummerierten Transaktionsnummern (iTan). Diese Nummern braucht der Kunde, um im Onlinebanking eine Überweisung freizugeben, einen Dauerauftrag einzurichten oder eine Rechnung zu bezahlen. Die Bank gibt ihm nach dem Zufallsprinzip vor, auf welchem Platz der Liste er die Nummer für die nächste Aktion findet.

Das iTan-Verfahren ist aber nur eines von mehreren möglichen Bankingverfahren. Es ist für den Kunden leicht zu verstehen und zu handhaben, aber es ist nicht das sicherste. Betrüger könnten mittels eingeschleuster Schadprogramme (Trojaner) iTans erbeuten und die Überweisung manipulieren. Dasselbe ist bei den elektronisch erzeugten Tan (eTan) möglich, bei denen die Nummern mit einem taschenrechnerähnlichen Generator erzeugt werden.

Die meisten Banken haben jedoch bessere Verfahren in petto: In unserem Test Girokonten (Finanztest 8/2008) haben wir festgestellt, dass fast alle der 73 untersuchten Banken mindestens ein Onlinebankingverfahren anbieten, das nach heutigem Stand der Technik sicher zu nutzen ist: eTan plus, mobile Tan (mTan) oder HBCI (siehe Schutz vor Betrügern).

Die Banken bieten diese Verfahren dem Kunden aber nicht immer von sich aus an oder geben ihm im Antrag die Auswahl. Neue Onlinekunden sollten deshalb spätestens dann, wenn sie nur das iTan-Verfahren angeboten bekommen, bei ihrer Bank ein sicheres Verfahren beantragen.

Betrügereien gehen zurück

Noch 2007 erreichten Onlinebetrügereien einen Rekord: 4  100 Fälle mit einem Gesamtschaden von 19 Millionen Euro. Doch der Trend ist gestoppt. Im ersten Halbjahr 2008 waren die Schäden erstmals rückläufig; laut Bundeskriminalamt sogar um 54 Prozent.

Grund für den Rückgang sind die verbesserten Bankingverfahren. Und die Banken arbeiten weiter daran: Rund 450 Volks- und Raiffeisenbanken testen zurzeit ein Verfahren, bei dem der Kunde seine ­Girocard (ec-Karte) in ein vom PC unabhängiges Lesegerät einführt und die Transak­tion freigibt.

In der Erprobung ist ein Lesegerät, das mit Flickercode arbeitet. Die Daten, die der Kunde in die Überweisung eingibt (Kontonummer, Betrag, Tan), werden optisch auf das Lesegerät übertragen. Der Kunde muss die Daten nur noch bestätigen.

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