Online­banking Fahr­lässiger Tan-Verrat

Online­banking - Fahr­lässiger Tan-Verrat
Eine Bank wird ihre Kunden niemals auffordern, Zugangs­daten zum Online­banking am Telefon preis­zugeben. © iStockphoto / A. Kalmbach

Wer am Telefon eine Trans­aktions­nummer (Tan) für das Online­banking weitergibt und dadurch Opfer eines Betrugs wird, handelt grob fahr­lässig. Er hat damit keinen Anspruch auf Schaden­ersatz, entschied das Amts­gericht München (Az. 132 C 49/15).

Eine Bank­kundin hatte – vermeintlich von ihrer Bank – eine E-Mail erhalten, in der sie aufgefordert wurde, ihren Zugang zum Online­banking zu verlängern. Die Frau klickte auf diesen Link und gab ihren Namen, ihre Konto­nummer und ihre Fest­netz­nummer an.

Am folgenden Tag erhielt sie einen Anruf von einer Frau, die sich als Mitarbeiterin der Bank ausgab. Die Betrügerin bat die Bank­kundin, sich Tan-Nummern zu notieren und diese mit anderen zu vergleichen, die ihr per SMS zugestellt würden. Die letzte Nummer sollte sie der Anruferin durch­geben. Die Betrüger füllten im Namen der Kundin eine Über­weisung aus, die Kundin erhielt eine SMS ihrer Bank mit dem Wort­laut „Die mobile Tan für Ihre Über­weisung von 4 444,44 Euro auf das Konto ES (...) mit BIC (...) lautet 253844“. Die Frau stutzte nicht und nannte der Täterin die Tan. Diese veranlasste damit die Über­weisung. Nach Ansicht des Gerichts hätte die Kundin die falsche Über­weisung erkennen müssen.

Tipp: Mehr Infos zum Thema Sicherheit beim Online­banking finden Sie in unseren FAQ Girokonto & FAQ Onlinebanking.

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