Online­banking Ende der Papier-Tan

3
Online­banking - Ende der Papier-Tan

Viele Nutzer von Online­banking müssen sich umstellen: Die Tan-Geheimzahlen auf Papier werden ausrangiert. Statt­dessen kommt die Tan per SMS aufs Handy oder der Nutzer erzeugt eine Tan mit einem Tan-Generator selbst.

Alte Verfahren nicht sicher genug

Die seit Jahren etablierte Kombination aus Pin- und Tan-Geheimzahlen gilt als nicht sehr sicher. Denn hier können Kriminelle mithilfe von Schad­programmen Über­weisungen aufs eigene Konto umleiten. Deshalb stellen viele Banken jetzt um und schi­cken Kunden die Aufforderung, sich für sichere Verfahren anzu­melden.

Mobile Tan kommt aufs Handy

Bevor­zugte Variante Nummer 1 ist die mobile Tan: Der Kunde tippt seine Über­weisung wie gewohnt am Bild­schirm ein und drückt dann eine Schalt­fläche „Tan anfordern“. Sekunden später erhält er per SMS eine Tan auf sein Mobiltelefon, die nur für kurze Zeit gültig ist. Dieses Verfahren gilt als sehr sicher, denn es nutzt zwei tech­nisch getrennte Über­tragungs­wege: das Internet für die Über­weisung, das Mobil­funk­netz für den Tan-Versand. Beide parallel zu knacken, ist extrem schwierig. Zur Sicherheit nennt die SMS auch den Über­weisungs­betrag sowie die Nummer des Empfänger­kontos. Die SMS sind bei einigen Banken gratis, bei anderen kosten­pflichtig. Aber Vorsicht: Wer die mobile Tan nutzt, darf die Über­weisung nicht vom Handy aus in Auftrag geben. Denn dann wäre die Trennung der Über­tragungs­wege aufgehoben und ein Zugriff für Kriminelle einfacher.

Sicherheit durch Tan-Generator

Sichere Variante Nummer 2: Der Kunde kauft einen Tan-Generator, groß wie ein Taschen­rechner. Die Geräte kosten etwa 10 Euro. Der Kunde schiebt seine Bank­karte, etwa die ec-Karte, in den Generator, der dann eine Tan errechnet. Moderne Geräte gehen noch einen Schritt weiter: Füllt der Kunde am Computer eine Über­weisung aus, erscheint auf dem Monitor ein Code. Der Nutzer hält den Generator davor, der liest den Code ab und errechnet eine Tan. Auch bei Verlust von Generator oder Bank­karte ist das Risiko begrenzt, das Verfahren funk­tioniert nur in Kombination mit der Pin.

Jeder zweite macht Online­banking

Insgesamt führt fast jeder zweite Bank­kunde sein Konto online. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 74 Prozent, bei den Kunden über 60 Jahre immerhin noch 21 Prozent.

Mehr zum Thema „Sicherheit beim Onlinebanking“
Aktuelle Virensoftware im Test
Die besten Mobiltelefone im Produktfinder Handys und Smartphones

3

Mehr zum Thema

  • Giro­konto-Vergleich Güns­tiges Giro­konto, sicheres Online­banking

    - Am liebsten kostenlos und selbst­verständlich mit sicherem Online­banking: Unser Giro­konto-Vergleich führt Sie schnell ans Ziel und zeigt, wie der Wechsel bequem gelingt.

  • Online­banking Neue Regeln bringen Probleme

    - Seit 14. September 2019 ist für das Online­banking die Zwei-Faktor-Authentifizierung nötig. Mindestens zwei von drei möglichen Merkmalen aus den Bereichen Wissen, Besitz...

  • N26 Bußgeld gegen Smartphone­bank

    - Die Berliner Daten­schutz­beauftragte Maja Smoltczyk hat gegen die Smart­phone­bank N26 ein Bußgeld in Höhe von 50 000 Euro verhängt. Die Zahl der Beschwerden gegen die...

3 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.09.2011 um 15:48 Uhr
Sicherheit durch TAN-Generator

@empi: Das Gerät kostet meist etwas. Der Preis ist jedoch von Bank zu Bank verschieden. Nach unseren Erfahrungen ist der TAN-Generator selten kostenlos und nur in wenigen Fällen universell einsetzbar. Eine aktuelle Übersicht / Test können wir Ihnen zurzeit leider nicht anbieten. Jedoch werden wir Sie in Finanztest über dieses Thema auf dem Laufenden halten.

empi am 04.09.2011 um 00:40 Uhr
TAN Generatoren

Ist ein TAN Generator dann auch bei den Banken einheitlich oder muss dieser neu erworben werden?
Ich seh das hier als eventuelle Einnahmequelle für Banken, sollte es keinen einheitlichen Standard geben.
Verunsicherung vorprogrammiert.

Xander1941 am 05.07.2011 um 20:21 Uhr
Probleme bei Smartphones

Wer seine Bankgeschäfte manchmal auch unterwegs per Smartphone erledigen will wird hier vor Probleme bzw. manuellen Mehraufwand gestellt.
Wer kein Zweithandy mit anderer Telefonnummer ständig mit sich herumträgt kann die mTan nicht nutzen.
Der im Artikel genannte Code wird auf Smartphone-Bildschirmen in einer für den Tan-Generator nicht lesbaren Qualität dargestellt (Nokia N97 und E7).
Da bleibt dann nur die manuelle Erfassung aller Zahlungsdaten über die Tatstatur des Tan-Generators damit eine Tan erzeugt wird. Ein sehr langwieriger und fehleranfälliger Vorgang.