Online­banking Test

Neue tech­nische Verfahren machen es Betrügern fast unmöglich, ein Online­konto zu knacken. Fast alle Banken stellen jetzt darauf um und schaffen die Papier­liste mit Trans­aktions­nummern ab. Finanztest hat die Angebote von 75 Banken geprüft. Bis auf zwei Banken boten alle schon wenigs­tens ein sicheres Verfahren an.

Abschied von der Papier­liste

Bisher haben viele Banken noch die Papier­liste mit nummerierten Trans­aktions­nummern – die iTan – angeboten. Dieses Verfahren ist für Kunden kostenlos – doch es ist nur „einge­schränkt sicher“. Betrüger können mit falschen E-Mails oder mit Schad­programmen Trans­aktions­nummern (Tan) erbeuten und damit das Konto des Kunden plündern. Die gute Nach­richt: Fast alle Banken, die das iTan-Verfahren noch nutzen, stoppen es demnächst. Im Test sind das 29 der befragten Kredit­institute. Die wenigen Banken, die weiter iTan-Listen anbieten, haben meist noch ein sicheres Verfahren im Angebot.

Gut vor Betrug geschützt

Sicheres Online­banking ist mit den Verfahren mobileTan, ChipTan, eTan plus und mit FinTS möglich. Am häufigsten nutzen die Kunden die mobileTan und die ChipTan. Bei allen sicheren Verfahren müssen sie aber mit zusätzlichen Kosten rechnen. Für die mobileTan werden bis zu 15 Cent pro Über­weisung berechnet, die Nutzung eines Tan-Generators für die ChipTan kostet einmalig bis zu 15 Euro und für FinTS müssen Kunden bis zu 100 Euro einplanen. Die Experten von Finanztest meinen: Jede Bank sollte zumindest ein sicheres Verfahren fürs Online­banking kostenlos anbieten.

Information vor der Umstellung

Stellen Banken auf ein neues Online­banking­verfahren um, müssen sie ihre Kunden recht­zeitig informieren – etwa acht Wochen vorher. Sind Kunden mit der Änderung nicht einverstanden, müssen sie Über­weisungen wieder auf Papier, per Telefon oder am Auto­maten in der Filiale erledigen – oder der Bank den Rücken kehren. Gott­lob ist ein Bank­wechsel nicht so kompliziert, wie viele denken. Besonders leicht gelingt er mit der Checkliste Kontowechsel. Dass Bank­kunden dabei auch ordentlich sparen können, zeigt der große Test Girokonten.

Wenn doch etwas passiert

Landen Schad­programme auf dem Computer, die einen Online­betrug ermöglichen, müssen Bank­kunden nicht in jedem Fall haften. Wer einen Antiviren­schutz und eine Firewall einsetzt und aktuell hält, muss nicht für Schäden aufkommen. Das ist herr­schende Meinung unter Rechts­experten und so sehen es auch die Richter an den Land­gerichten Köln (Az. 9 S 195/07) und Nürn­berg-Fürth (Az. 10 O 11391/07). Die Kunden sind noch nicht einmal verpflichtet, teure Sicher­heits­software zu verwenden, Gratis­programme reichen aus.

Im Test: Eine große Über­sicht die zeigt, welche Verfahren die 75 getesteten Banken im einzelnen anbieten, welche Kosten anfallen und welche Banken mindestens ein kostenloses und sicheres Verfahren haben. Die Finanztest-Experten erklären zudem Schritt für Schritt, wie die sicheren Verfahren funk­tionieren und klärt, ob Tan-Generatoren universell einsetz­bar sind, ob es schlimm ist, wenn so ein Gerät verloren geht und ob die mobileTan auch im Ausland zu empfangen ist.

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