Tipps für Verkäufer

Alt, aber nicht unbe­dingt wert­voll. Antiquitäten bei Ebay.

  • Artikel­beschreibung. Versprechen Sie nichts, was der Artikel nicht hält. Beschreiben Sie ihn so genau wie möglich. Wenn Sie wissen, dass der Gegen­stand Mängel hat, sagen Sie das. Wenn Sie sich nicht so genau auskennen und Mängel für möglich halten: Legen Sie das in Ihrem Text offen. Der Käufer hat Anspruch auf das, was er nach der Artikel­beschreibung erwarten darf.
  • Lieferung. Versprechen Sie auch beim Versand nicht mehr, als Sie halten können. Recherchieren Sie für Ihr Angebot, wie viel Porto und Verpackung kosten. Bieten Sie möglichst auch persönliche Abholung gegen Barzahlung an.
  • Haftungs­ausschluss. Schreiben Sie zumindest bei teuren Geräten, die kaputt­gehen können, in die Artikel­beschreibung: „Ich schließe jede Haftung für Sachmängel aus.“ Sie haften dann nicht, wenn der Käufer für Sie nicht erkenn­bare Mängel fest­stellt. Die Artikel­beschreibung muss aber stimmen. Dafür haften Sie immer. Wenn Sie Mängel kennen, müssen Sie die nennen. Der Käufer kann den Vertrag sonst wegen arglistigen Verschweigens anfechten, und Sie müssen Schaden­ersatz zahlen.
    Nach der Rechts­sprechung des Bundes­gerichts­hofs (ganz aktuell: Urteil vom 04.02.2015, Aktenzeichen: VIII ZR 26/14) ist der Ausschluss jeder Haftung unwirk­sam, wenn Sie eine für mehrere Verträge gedachte Formulierung verwenden. Um den Haftungs­ausschluss zu retten, müssen Sie dann ergänzen: „Das gilt nicht für Schaden­ersatz­ansprüche aus grob fahr­lässiger oder vorsätzlicher Verletzung von Pflichten des Verkäufers sowie für jede Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.“ test.de empfiehlt, diesen Zusatz sicher­heits­halber stets zu verwenden.
  • Gewerbe. Wenn Sie öfter Dinge bei Ebay verkaufen, können Sie unver­sehens als Händler dastehen. Käufer Ihrer Ware haben dann ein Widerrufs­recht, der Ausschluss der Haftung ist unwirk­sam und das Finanz­amt fordert Steuern. Gewerb­liches Handeln nehmen die Gerichte schnell an, wenn Sie des Öfteren gleich­artige Waren anbieten oder Sie Ware kurz nach der Anschaffung gleich wieder versteigern. Weitere Einzel­heiten dazu im Special Steuerfalle für Ebay-Händler: Wann das Finanzamt bei Onlineverkäufern nachhakt.
  • Bindung. Ihr Angebot bei Ebay ist vom ersten Augen­blick an verbindlich. Sie dürfen es nur stoppen, wenn Ihnen bei der Artikel­beschreibung ein hand­fester Irrtum unter­laufen ist, Sie nach­träglich erhebliche Mängel fest­stellen oder die Ware beschädigt, zerstört oder gestohlen wurde. Beenden Sie eine Ebay-Auktion ohne Recht­fertigung, müssen Sie die Ware für den bei Abbruch gültigen Preis an den Höchst­bieter liefern oder Schaden­ersatz zahlen. Setzen Sie zumindest für wert­volle Ware einen angemessenen Mindest­preis fest.

Dieser Artikel wurde erst­mals am 26.02.2015 veröffent­licht und am 13.03.2015 letzt­mals aktualisiert.

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