Käufer bei Onlineauktionen wie Ebay können davon ausgehen, dass sie ein vierzehntägiges Widerrufsrecht haben, wenn ihnen die Ware nicht passt und der Verkäufer ein Händler ist. Ob man es tatsächlich mit einem Händler zu tun hat, ist aber oft unklar. Das Landgericht Hof hat nun entschieden, dass allein die Zahl der Verkäufe noch niemanden zum Händler macht (Az. 22 S 28/03).

So musste ein Student, der 41-mal bei Ebay gehandelt hatte, einer Käuferin kein Widerrufsrecht einräumen. Dass er tatsächlich Händler ist, hätte sie beweisen müssen.

Indiz dafür ist etwa die Einstufung des Verkäufers als so genannter Powerseller, der dafür einen Mindestumsatz von 3 000 Euro vorweisen muss. Auf Nummer Sicher gehen Käufer, wenn sie den Verkäufer vor dem Kauf nach seiner Händlereigenschaft oder nach einer Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer fragen. Zudem haben unzufriedene Käufer auch bei Geschäften mit Privatleuten Rechte. Zwar dürfen diese sogar die Haftung ausschließen. Haben sie aber gebrauchsuntypische Mängel nicht benannt oder die Ware falsch beschrieben, kommt Preisminderung oder Rückgabe in Betracht.

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