Online bezahlen Sofortüberweisung.de ist umstritten

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), eine Einrichtung der deutschen Kreditinstitute, warnt vor dem Online-Bezahldienst sofortüberweisung.de. Auf Anfrage von Finanztest erklärte der ZKA, mit der Nutzung des Dienstes würden Kunden gegen die Geschäftsbedingungen ihrer Bank verstoßen. Es sei fraglich, wer im Fall eines Missbrauchs haftet.

Wer mit sofortüberweisung.de bezahlt, gibt seine geheimen Daten (Pin und Tan) nicht auf den Seiten der eigenen Bank ein, sondern schreibt sie in ein Formular des Bezahldienstes, der sie zur Bank leitet. Theoretisch könnte der Bezahldienst die Daten also ausspähen.

Sofortüberweisung.de arbeitet allerdings seit etwa drei Jahren, ohne dass Missbrauchsfälle bekanntgeworden sind. Nach Unternehmensangaben kann mit dem System bei etwa 10 000 Unternehmen bezahlt werden, darunter Dell, Conrad und die Fluglinie KLM. Bei Kunden wird der Dienst immer beliebter. Er ist kostenlos und funktioniert mit Konten fast jeder Bank.

Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet seit Jahren auch ein Bezahldienst der Telekom („t-pay online Überweisung“). Wie es um die Haftung steht, wenn Kunden diese Dienste nutzen, wollen die Kreditinstitute aber nicht klar sagen. Finanztest hat bei einigen nachgefragt, ob Kunden die Schäden im Missbrauchsfall allein zahlen müssen, wenn sie einen der umstrittenen Bezahldienste nutzen. Klare Antworten waren Mangelware.

Tipp: Fragen Sie vor Nutzung eines solchen Bezahldienstes Ihre Bank, wer für Missbrauch haftet. Machen Sie sich vor Transaktionen im Internet immer klar, dass Betrüger mit Pin und Tan Ihr Konto plündern können.

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Tecart am 09.06.2017 um 13:10 Uhr
WARNUNG vor Sofortüberweisung

Ich bin Webdesigner und betreue viele Kunden (Shops). Habe viele Sofortüberweisung implementiert. Aber neulich wollten Sie von einem Kunden wissen ober er Lagerware oder vom Großhandel bezieht. Auf diese Mail haben wir geantwortet und baten um Freischaltung. Immer wieder wurde unseriöse Fragen gestellt und das Projekt nicht freigeschaltet. Dann habe ich Abends die Kundenhotline angerufen und diese Dame war so Kundenunfreundlich - Sie brüllte mich an am Telefon und legte einfach auf. Meinen Kunden (Geschäft in 2. Generation) werde ich jetzt Giropay einbinden. Ich werde auch alle meine anderen Kunden (Shops) auf Giropay umstellen. Sofortüberweisung ist nicht mehr seriös genug um als Zahlungsdienstleister zu agieren.

mrmukke am 06.10.2015 um 21:51 Uhr
Vorsicht ist geboten!

Ich hatte neulich einen Fall, bei dem ich Bahntickets bei der Deutschen Bahn kaufen wollte. Bei einer Transaktion ist anscheinend etwas schief gelaufen (bei gedeckten Bankkonto), der Betrag ging irgendwie doch an die DB und mein Ticket wurde ausgestellt. Ob der Betrag tatsächlich von meinem Konto runter ging, habe ich nicht überprüft. Ich bin davon ausgegangen, dass jener Betrag rausgegangen ist und schwups, im Alltag, raus aus dem Kopf. Es wurde direkt eine Inkasso beauftragt, den fehlenden Betrag einzutreiben. Keine Zahlungsaufforderung, keine Entschuldigung, nichts. Eine pampige Telefonisten, die mich dazu noch als "Dieb" beschimpft hat und mich aufgefordert hat, den Betrag schnell zu begleichen, sonst wird es noch teurer.
Bei Paypal und Co. wird man nett und höflich darüber informiert, dass etwas nicht geklappt, bei der SOFORT kommt der Dampfhammer in Form einer Inkasso, ohne jede Warnung, plus distanzlosen & unhöflichen Kundenbetreuern.
Nie wieder.

tommy-777 am 07.05.2015 um 18:08 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Verstoß gegen die Netiquette

herrkon am 11.09.2013 um 05:59 Uhr
Warum die Welt so etwas nicht braucht

Eine Sache muss noch gesagt werden und zwar erreicht man in Deutschland die meisten Leute via PayPal und Lastschrift.
Mit SEPA ist die Buchung meist schon am nächsten Werktag gutgeschrieben und das Europa-weit.
Der Rest der Welt benutzt verschiedene Arten von Kreditkarten und eben E-Wallet Systeme wie PayPal somit ein weiteres "Bezahlsystem" mehr als überflüssig ist.
Dieses Unternehmen hat selber gesagt das es Daten auswertet die es dazu nicht brauchen würde zB. das Dispolimit. Denn ob eine Überweisung gehen würde oder nicht sieht man ganz einfach am verfügbaren Betrag in jedem Online-Banking Portal. Eine umfassende Auswertung aller Konten und Salden und Umsätze der letzten x-Tage ist nicht notwendig.
Die Vermutung liegt also nahe das hier Bonitäten und weitere Meta-Daten gewonnen werden.
Die Konditionen sind auch nicht die Besten im Vergleich zu anderen Möglichkeiten.

herrkon am 10.09.2013 um 15:43 Uhr
Das ist nicht der richtige Weg

Dieser Bezahldienst macht nichts weiter als bestätigen das ich tatsächlich überwiesen habe dazu muss man nicht die sensiblen Daten auf einer weiteren Website eingeben.
Im Endeffekt sorgt dieses System für eine weitere mögliche Schwachstelle beim Online-Banking. Damit gibt es jetzt 2 Websites die gehackt werden können.
Man hätte genau den gleichen Effekt wenn man einfach eine neue Umsatzart bei der Bank einführen würde die nachdem bezahlen via Überweisung eine Bestätigung entweder direkt an den Online-Shop oder eben an einen weiteren Dienst sendet.
Für dieses Verfahren wäre genau wie bei jedem anderen Paymentsystem eine einmalige Registrierung notwendig.
Somit ist das gesamte Konzept der SOFORT AG mehr als fragwürdig.