Online bezahlen Test

Günstig und sicher soll Kaufen im Netz sein. Finanztest hat die Bezahl­verfahren bei 30 umsatz­starken Shops verglichen.

Von Handys beim Online­shop Alternate bis zum Hundefutter beim Internet­laden Zooplus – im Netz gibt es fast alles. Jeder zweite Deutsche kauft regel­mäßig per Klick. Gerade vor Weih­nachten spart das viel Zeit im Trubel. Doch beim Bezahlen gibts Über­raschungen.

Wir haben die Bezahl­verfahren von 30 Shops untersucht, darunter die umsatz­stärksten wie Amazon, Otto und Conrad Electronic. Fazit: Käufer, die vor dem Klick auf den Bezahlbutton prüfen, sparen oft Extra­kosten. Wer wenig Daten preis­geben will, sollte doppelt hinsehen (Unser Rat).

Wir wollten auch wissen, wie der Onlinekauf in der Praxis abläuft und haben zwei Käufe­rinnen beim Weihnachts­shopping begleitet: Die eine ist die 21-jährige Svenja Rohde, aufgewachsen mit Computer und Internet. Die andere die 78-jährige Gisela Nicodemus. Sie hat sich den Umgang mit dem Internet selbst beigebracht. Bei beiden läuft der Einkauf nicht problemlos.

Pullover für den Ehemann

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Gisela Nicodemus (78) verzichtet auf Weihnachts­trubel und will das Geschenk für ihren Mann online kaufen.

Gisela Nicodemus sucht ein Weihnachts­geschenk für ihren Mann. Da die 78-Jährige darauf achtet, dass er gut gekleidet ist, soll es ein schi­cker Pullover sein, am liebsten aus Kaschmir. Bestellen will sie beim Versandhändler Otto. Dort hat Nicodemus schon früher bestellt – per Telefon. Nun will sie es über das Internet probieren. Als Mitglied der Senioren-Computergruppe „Graue Mäuse“ hat sie sich den Umgang mit dem Netz selbst beigebracht. Auf der Home­page von Otto braucht sie zwar einen Moment, um sich zurecht­zufinden, steuert dann aber ziel­strebig die Angebote für Pullover an.

Zahlen bitte auf Rechnung

Als Nicodemus die Bilder männ­licher Models sieht, muss sie schmunzeln. „Das sind ja schicke junge Männer, aber für meinen Mann ist das nichts“, amüsiert sie sich. Nach einigem Suchen wird sie fündig: Ein einfacher, schwarzer Pullover mit V-Ausschnitt – zwar kein Cashmere, aber passend für viele Gelegenheiten.

Sie wählt eine Kleidergröße und legt das Stück in ihren Warenkorb. „Wie soll ich bezahlen?“, fragt sie sich stirnrunzelnd und scrollt mit der Maus nach unten. „Sicherer Kauf auf Rechnung“, liest sie und nickt. „Das ist das Richtige für mich“, sagt sie lächelnd, „weil ich dann die Ware schon habe und sehe, ob alles in Ordnung ist.“ Zufrieden klickt sie auf „Zur Kasse“.

Einkauf nur mit Registrierung

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Erfolg beim zweiten Shop: Nicodemus konnte bestellen, ohne sich registrieren zu müssen.

Gisela Nicodemus ist verwirrt. Plötzlich soll sie eine E-Mail-Adresse und ein Pass­wort eingeben. „Ich habe doch gar kein Pass­wort“, wundert sie sich. Dann entdeckt sie den Button „Neu bei Otto? Hier registrieren.“ Das will sie aber nicht. „Wenn ich mich anmelden muss, dann lasse ich das und bestelle woanders“, erklärt sie bestimmt. Sie will möglichst wenig über sich verraten und es gibt ja genügend Alternativen.

Zahlungs­ziel beachten

Von Otto geht es zu Tchibo. Ebenfalls ein Händler, den Gisela Nicodemus aus der echten Welt kennt. Schnell wird sie fündig. „Hier ist ein Cashmere-Pullover. Rot meliert. Kostet 79 Euro“, freut sie sich und legt ihn sogleich in ihren Warenkorb. Mit einem Klick auf „Zur Kasse gehen“ geht es weiter. „Hier muss ich mich nicht anmelden, sondern kann als Gast bestellen“, stellt sie fest und gibt Name und Adresse ein. Wieder möchte sie per Rechnung bezahlen. Als Zahlungs­ziel gibt der Händler 14 Tage an, bis dahin muss Nicodemus das Geld über­weisen. Sie prüft alles nochmals. Dann fällt ihr Blick auf den Endpreis: „Das ist ja schön, keine Versand­kosten!“ Zumindest in ihrem Fall. Kostenlos ist der Versand bei Tchibo ab 20 Euro.

Nicodemus muss mit den allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) einverstanden sein, so steht es auf der Seite. Die 78-Jährige nimmt das hin, aber nicht immer: „Ich verstehe wenig davon, was die schreiben. Bei einer Firma, die ich nicht kenne, würde ich deshalb nicht bestellen.“ Der Pullover soll in drei Tagen ankommen. Sie muss das Geschenk nur noch einpacken.

Notebook für das Studium

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Svenja Rohde (21) bestellt ihr Weihnachts­geschenk dieses Jahr selbst. Ihr ist eine schnelle Lieferung wichtig.

Für die 21-jährige Svenja Rohde geht es nicht um Klamotten, sondern um eine Investition in die Zukunft. Sie wird ab dem nächsten Jahr studieren und benötigt dafür ein neues Notebook. „Mein Altes ist einfach zu lang­sam“, sagt Rohde. Sie soll sich ihr Weihnachts­geschenk selbst aussuchen, weil ihre Eltern sich nicht so gut mit Computern auskennen. Für Rohde ist es naheliegend, sich dafür bei dem Elektronikhändler Notebooks­billiger.de umzu­schauen, schließ­lich trägt der Händler das Wört­chen „billiger“ bereits im Namen. Außerdem hat sie positive Kommentare über den Händler bei Preissuch­maschinen im Internet gelesen.

Elektronische Geldbörse Paypal

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Einkauf vom Sofa aus: Jeder Zweite shoppt regel­mäßig online – die künftige Studentin Svenja Rohde auch. Obwohl sie sich das Gerät selbst aussucht, soll es trotzdem als Geschenk verpackt unter dem Weihnachts­baum liegen. Das ist ihr wichtig. Es soll auch schnell geliefert werden, damit es garan­tiert zur Bescherung ankommt. Deshalb hat sich Rohde beim Bezahl­dienst­leister Paypal angemeldet.

Das amerikanische Unternehmen Paypal ist in Deutsch­land Markt­führer unter den Anbietern sogenannter E-Wallets – zu deutsch: „elektronische Geldbörse“. Jeder fünfte Euro im Online­geschäft wird inzwischen via Paypal über­wiesen. Das Prinzip ist einfach: Svenja Rohde erteilt Paypal entweder eine Einzugs­ermächtigung für ihr Giro­konto oder teilt ihre Kreditkarten-Daten mit. Sie muss diese nicht mehr jedem Händler geben, bei dem sie einkaufen will. Zum Bezahlen wird sie auf die Paypal-Seite umge­leitet und gibt dort ihre E-Mail-Adresse und ihr Kenn­wort ein. Paypal teilt dem Händler dann mit, dass er die Ware versenden kann und zieht das Geld später von Rohdes Konto oder Kreditkarte ein (Bezahlsysteme auf einen Blick).

Als Weihnachts­geschenk hat sich die junge Frau ein MacBook Pro von Apple ausgesucht. Knapp 1 400 Euro soll es kosten. Zuzüglich Versand von 7,99 Euro, so liest es Rohde auf der Seite. Sie legt das Notebook in den virtuellen Warenkorb und freut sich, dass sie sich bei dem Shop nicht registrieren, sondern nur ihre Liefer­adresse angeben muss. Bevor es ans Bezahlen geht, prüft sie nochmals alles, was sie einge­geben hat. Doch irgend­etwas stimmt nicht.

Über­raschung beim Bezahlen

„Jetzt kommen zu den 7,99 Euro auf einmal 22,65 Euro dazu!“, entfährt es der 21-Jährigen, als sie die Über­sicht der Versand­kosten liest. Notebooks­billiger.de erhebt eine Gebühr von 1,61 Prozent auf Paypal-Bezah­lungen. Bei einem Waren­wert von über 1 000 Euro macht das viel aus. Der Händler gibt die Gebühren, die Paypal von ihm verlangt, an den Kunden weiter. Für Rohde ist es ein Grund, hier nicht zu kaufen. „Billiger“ ist es nämlich nicht mehr.

Alternative ohne Zusatz­kosten

Statt­dessen versucht sie es beim Elektronikhändler Conrad, einem klassischen Einzel­händler mit Online­shop. Ihr Freund, der Wirt­schafts­informatik studiert, hatte ihr den Laden empfohlen. Das MacBook kostet bei Conrad genau so viel wie bei Notebooks­billiger.de: knapp 1 400 Euro. Sie kann dort ohne Anmeldung bestellen. Als sie ihre Daten eingibt, wird sie gefragt, ob sie einen Newsletter mit Werbung abonnieren will. Dazu gebe es einen Einkaufs­gutschein. Rohde lehnt ab: „Da kriege ich viel Werbung, darauf habe ich keine Lust.“ Die Versand­kosten von 5,95 Euro muss sie nicht zahlen, sie hat für mehr als 300 Euro bestellt.

Bezahlung mit Paypal

Im nächsten Schritt klickt Svenja Rohde auf den Paypal-Button und wird auf die Seite von Paypal umge­leitet. Dort meldet sie sich wie gewohnt bei ihrem Benutzer­konto mit E-Mail-Adresse und Kenn­wort an. Sie bestätigt, dass Paypal dem Händler den Betrag über­weisen soll. Später bekommt sie eine Bestätigung per E-Mail, dass sie bezahlt hat. Conrad kann das Notebook losschi­cken. Damit sollte es recht­zeitig zum Fest unter dem Weihnachts­baum liegen.

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