Wer alles verbindet

Früher war alles einfacher. Wer zu Hause telefonieren wollte, beantragte beim Monopolisten einen Telefonanschluss - das wars. Dann kam die bunte Anbietervielfalt und nach ISDN nun mit der Internet-Telefonie (VoIP) auch noch neue Techniken. Zu allem Überfluss ist VoIP an unterschiedliche Modelle gekoppelt. test.de stellt die Möglichkeiten vor, sich der IP-Telefonie anzuschließen.

DSL-Provider

Internet-Breitbandanschlüsse sind notwendige Voraussetzung für VoIP. Nicht nur die Telekom, sondern auch andere DSL-Provider bieten mittlerweile Anschlüsse an. QSC oder etwa Broadnet-Mediascape konkurrieren deshalb mit dem Marktführer, weil Vielsurfer bei ihnen einen DSL-Anschluss mieten können, ohne überhaupt einen Telefon-Anschluss zu haben. Die Anbieter nutzen die VoIP-Technologie, um ihr Produkt attraktiver zu machen. Denn ein DSL-Provider wie QSC ersetzt einen Telefonanschluss vollständig: Es ist möglich, damit im Internet zu surfen und zu telefonieren.

  • Beispiel QSC: Die Grundgebühr für die IP-Telefonie kostet monatlich 4,99. Einmalige Einrichtungsgebühr: 9,99 Euro. Anrufe ins deutsche Festnetz in der Hauptzeit (werktags 9-18 Uhr): 2,5 Cent. In der sonstigen Zeit: 1,5 Cent. Gespräche unter QSC-Kunden mit IP-Telefonie-Vertrag kosten nichts.

T-DSL-Reseller

Wer bereits einen DSL-Anschluss besitzt, hat etwa einen Vertrag bei 1und1, gmx oder freenet abgeschlossen. Diese Firmen mieten die Technik bei der Telekom und vermieten sie wiederum an ihre Kunden. Das ist allerdings nur möglich, wenn Kunden bereits über einen üblichen Telefonanschluss verfügen. Auch T-DSL-Reseller sind daran interessiert, ihre Kunden stärker an sich zu binden. Daher das zusätzliche Angebot Internet-Telefonie. Meist locken sie mit einem kostenlosen IP-Telefon oder einer Box, an der sich analoge Telefone anschließen lassen. Attraktiv: Kunden eines T-DSL-Resellers mit VoIP-Option können umsonst miteinander telefonieren.

  • Beispiel freenet: Die Grundgebühr für die IP-Telefonie kostet monatlich 2,95 Euro. Gratis dazu gibts ein Headset. Und: 100 Freiminuten ins deutsche Festnetz. Danach: 1 Cent pro Minute. In Mobilfunknetze 19 Cent. Gespräche unter freenet-Kunden mit IP-Telefonie-Vertrag kosten nichts. Ebenso zu IP-Partnern von freenet.

SIP-Anbieter

Das sind die „echten“ VoIP-Telefongesellschaften. Nikotel, Bluesip oder Sipgate bieten ihre Produkte unabhängig von DSL-Providern und -Resellern an. Das Kürzel SIP bedeutet Session Initiated Protocol - ein Übertragungsprotokoll, das sich mittlerweile als Standard durchgesetzt hat. Die Firmen vergeben Rufnummern, unter der die Kunden weltweit übers Internet erreichbar sind. Noch bekommen Kunden Rufnummern mit einer Vorwahl ihres Ortsnetzes. Doch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) überprüft gerade, ob sie diese Vergabe stoppen soll, um alle IP-Rufnummern einheitlich zu vergeben mit der Kennung „032“. Das würde bedeuten, dass Kunden, die jetzt bereits über das Internet telefonieren, eine neue IP-Telefonnummer bekommen.

  • Beispiel Sipgate: Keine Grundgebühr. Anrufe ins deutsche Festnetz kosten 1,79 Cent pro Minute. Mobilfunknetz Deutschland: 19,9 Cent pro Minute. Gespräche unter Sipgate-Kunden kosten nichts. Ebenso zu IP-Partnern von Sipgate.

Stand für die Tarifangaben ist jeweils der 17.11.2004.

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