Ran ans Headset

Wer umsonst online telefonieren will, braucht eigentlich nur einen DSL-Anschluss, einen Computer und ein Headset. Im Internet finden Surfer genügend Freeware, die aus ihrem Rechner ein Telefon macht. Bisher hatten die Programmierer es nicht geschafft, eine richtig gute Sprachqualität hinzukriegen. Die gibt es jetzt. test.de hat ein Programm ausprobiert und zeigt, wie Sie damit telefonieren können.

Was ist schon umsonst?

Angebote wie „Gratis telefonieren!“ klingen verlockend. Doch sie rufen bei Verbrauchern manchmal auch Skepsis hervor. Zu Recht: Wie schon der Preisvergleich in diesem Special gezeigt hat, gelten die kostenlosen Verbindungen nur zwischen Anrufern, die beim gleichen Provider ihre Internet-Telefonie (VoIP) angemeldet haben. IP-Anbieter machen mit solchen Gratis-Dienstleistungen Werbung für ihre kostenpflichtigen Angebote, um mehr Kunden an sich zu binden. Auch stellen Programmierer Freeware ins Netz, mit der Nutzer ebenfalls legal umsonst telefonieren können. Zu viel umsonst? Nicht unbedingt! Es gibt eine Erklärung, warum bei diesen Verbindungen keine Kosten entstehen.

Vom Hafen zu Hafen

Wer den Hörer seines IP-Telefons abhebt oder in seinem Freeware-Programm den Call-Icon drückt, wählt unterschiedliche Varianten, um mit seinem Gegenüber zu kommunizieren: Nutzer rufen entweder jemanden an, der ebenfalls Voice over IP benutzt. Oder sie telefonieren ins normale Festnetz oder ins Mobilnetz. Die erste Variante kostet bei den IP-Anbietern nichts. Warum eigentlich? Rechner oder IP-Telefon wandeln die Stimme in ein digitales Format um und komprimieren sie anschließend durch ein Kodierungsverfahren zu Audio-Dateien. Die beiden IP-Telefonierer schicken sich nun diese Dateien über Internet-Server hin und her. Vorteil: Wie auch beim Surfen im Internet ist es egal, wo der andere Rechner steht. Der Datentransfer nach Hamburg kostet einen Berliner Internet-User genauso viel wie die Übermittlung nach New York: nämlich die bloße Online-Gebühr.

Von Hafen ans Land

Ruft ein IP-Telefonierer hingegen jemanden an, der ein gewöhnliches Festnetztelefon benutzt, kostet das Gebühren. Das hat folgenden Grund: Die digitalen Päckchen können nicht direkt zum Angewählten vermittelt werden, weil dieser eben nicht an einem Rechner sitzt, sondern an einem gewöhnlichen Telefon. Also muss ein Vermittlungsrechner, ein so genannter Gateway, die gewöhnliche Verbindung per Telefonleitung herstellen. Genau für diese Verbindung bezahlt der IP-Anbieter Gebühren an die Telekom oder andere Gesellschaften. Und diese Kosten gibt er an den Kunden weiter. Deshalb kassieren die IP-Anbieter für Verbindungen ins Festnetz mindestens 1 Cent pro Minute.

Skype mich an

Wer sich also ein entsprechendes Freeware-Programm installiert, kann mit all denjenigen umsonst telefonieren, die ebenfalls dieses Programm installiert haben. Hier eine Auswahl:

Das Prinzip ist bei den Programmen ähnlich. Skype funktioniert folgendermaßen:

  • Programm unter skype.com runterladen
  • Installieren durch Doppelklick
  • Username eingeben und als Skype-Teilnehmer anmelden
  • Anrufen: Skype-Name des Anzurufenden eingeben und „Call“ drücken
  • Annehmen: Bei Klingelzeichen auf „Accept“ drücken
  • Voraussetzungen: Mikrofon und Lautsprecher oder Headset

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