Kein Preis ist heiß

„Endlich! Weltweit telefonieren über das Internet für 0,00 ct/Minute!“ Mit diesen und ähnlichen Verlockungen werben Anbieter für die neue Technologie. Wenn sie stimmen, dürfte eigentlich niemand mehr konventionell telefonieren. Doch so einfach ist die Sache nicht: „Kostenlos“ gilt nur für bestimmte Verbindungen. test.de rechnet vor, wann es sich lohnt über das Internet zu telefonieren und wann der herkömmliche Anschluss preiswerter ist.

Schon die Datenübertragung kostet

„Kostenlos“, wie einige VoIP-Anbieter werben, ist das alles nicht. Allein schon die Internetverbindung kostet Geld: Einen DSL-Anschluss gibt es ab 17 Euro im Monat – zusätzlich zum Telefonan­schluss, um den VoIP-Nutzer momentan nicht herumkommen. Dazu kommt der Internetzugang. Wer ihn zum Telefonieren benutzt, sorgt damit für einen erhöhten Datendurchsatz. Vieltelefonierer brauchen also eine DSL-Flatrate oder zumindest einen ordentlichen Volumentarif. Der kostet je nach Volumen noch einmal zirka 5 bis 20 Euro im Monat. Die niedrigsten Tarife fangen bei zirka 2 GB an. Das muss dann reichen einerseits zum surfen. Und andererseits zum telefonieren: Bei einer hohen Komprimierungsrate von 28 Kilobits pro Sekunde gehen pro Stunde Telefonieren 25 Megabyte über den digitalen Äther. Eine Datenrate von 80 Kilobits pro Sekunde fordert schon 72 Megabyte Volumen pro Stunde. Das bedeutet: Die Hälfte eines 2 Gigabyte-Volumentarifs wäre so schon bei einer monatlichen Telefonierdauer von 14 Stunden verbraucht.

Call-by-Call ist billiger

Und mit dem Daten-Traffic ist es nicht getan. Der VoIP-Anbieter, wie zum Beispiel sipgate, nikotel, web.de, der Internet-Telefonnummern vergibt und die Gesprächsverbindungen herstellt, verlangt ebenfalls Gebühren. Wie die Anbieterliste zeigt, kosten Anrufe ins deutsche Festnetz von 0,9 und bis 1,8 Cent pro Minute – zusätzlich zu den Onlinegebühren. Manchmal müssen IP-Telefonierer sogar noch eine monatliche Grundgebühr zahlen. Freenet verlangt zum Beispiel 2,95 Euro im Monat. Gratis sind meist nur Verbindungen zwischen Internetnummern desselben Anbieters. Immerhin: Führen zwei Partner häufig lange Ferngespräche, kann es sich für sie rechnen, wenn sie dafür den gleichen VoIP-Anbieter nutzen. Gegenüber Billigvorwahlen bringt das kaum Ersparnis.

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