Vor rund vier Monaten trat das Fernabsatzgesetz in Kraft. Doch zu vielen Händlern sind die verbraucherschützenden Versandregeln immer noch nicht durchgedrungen. Webshops sind nun unter anderem verpflichtet, das neue zweiwöchige Widerrufs- oder Rückgaberecht der Kunden besonders deutlich hervorzuheben. Eine Pflicht, der beispielsweise die Fahrrad-Versandfirma Brügelmann im Internet nicht nachkommt.

In einer Mail an einen Finanztest-Leser bestreitet Brügelmann gar die gesetzliche Pflicht, Waren im Wert von 40 Euro und mehr binnen zwei Wochen kostenlos zurückzunehmen. Die dreiste Begründung des Serviceteams: Man sei über das neue "Fernabgabegesetz" (richtig: Fernabsatzgesetz) bestens im Bilde, es sei aber "nicht durchführbar" und werde ohnehin bald wieder geändert. Eine Anpassung der Geschäftsbedingungen an das Gesetz komme daher erst im nächsten Frühjahr in Frage.

Der "Fall Brügelmann" scheint kein Einzelfall zu sein: Die Redaktion der ZDF-Sendung "Wiso" hat im August 25 Onlineshops mit Blick auf die neuen Vorschriften geprüft. Fazit: "In Sachen Recht sieht es düster aus." Zwar haben viele Webshops ihre Angaben inzwischen nachgebessert. Die neuen Hinweise auf Verbraucherrechte muss man aber weiter meist mit der Lupe suchen.

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