Böse Über­raschung: Wenn zum Kauf­preis teure Gebühren hinzukommen.

Ob aus den USA oder China – bei jeder Bestellung außer­halb der Europäischen Union müssen Käufer mit Extra­kosten rechnen. Darunter fallen Einfuhr­abgaben wie Steuern und Zoll­gebühren, aber auch Gebühren für den Paket­dienst. Viele Onlineshopper kalkulieren diese Kosten nicht ein und sind dann über­rascht: Vermeintliche Schnäpp­chen kosten so oft viel mehr als gedacht. Wir erklären, wann Sie mit welchen Gebühren rechnen müssen, wie Sie Kostenfallen meiden – und bieten einen Rechner.

Das Wichtigste in Kürze

Planen. Wenn Sie Waren außer­halb der Europäischen Union (EU) bestellen wollen, kalkulieren Sie Kosten für Zoll, Steuern und Paket­dienst ein. Mit unserem Rechner können Sie die Einfuhr­abgaben einschätzen.

Vergleichen. Rechnen Sie vor der Bestellung nach. Güns­tige Markenware aus dem Ausland kostet durch Abgaben schnell mehr als hier­zulande. Häufig wird ein vermeintliches Schnäpp­chen dann teurer als gedacht.

Bezahlen. Wenn Sie auf eine Bestellung aus dem Ausland warten, halten Sie ausreichend Bargeld bereit. Der Paketbote verlangt die Gebühren in bar an der Haustür.

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Diese Abgaben werden fällig

Ob Einfuhrs­teuern und Zoll fällig werden, hängt zuerst vom gesamten Bestell­wert ab. Dieser Gesamt­wert umfasst den Wert der Ware inklusive Versand­kosten. Dazu können Beför­derungs­kosten anfallen, wenn das Paket außer­halb Deutsch­lands in der EU ankommt. Auch diese zählen zum Gesamt­wert.

Zusätzliche Kosten: Diese Einfuhr­abgaben werden bei Bestel­lungen in Nicht-EU-Ländern fällig.

Einfuhr­umsatz­steuer

Immer wenn der Bestell­wert einer Ware über 22 Euro liegt (inklusive Versand), muss in der Regel Einfuhr­umsatz­steuer gezahlt werden. Die Höhe der Steuer entspricht der deutschen Mehr­wert­steuer – meist sind es 19, selten 7 Prozent.

Beispiel. Bei einem T-Shirt aus den USA mit einem Gesamt­wert von 45 Euro liegt die Einfuhr­umsatz­steuer (19 Prozent) bei 8,55 Euro.

Ausnahme. Bei sehr güns­tigen Waren fällt dennoch in vielen Fällen keine Einfuhr­umsatz­steuer an. Denn sie wird erst ab einem Steuer­betrag von 5 Euro erhoben. Hat das T-Shirt aus den USA einen Gesamt­wert von 24,50 Euro, läge die Steuer bei 4,66 Euro – und damit unter 5 Euro. Der Käufer kommt steuerfrei davon.

Zoll

Wenn Waren inklusive Versand zusammen mehr als 150 Euro kosten, kommt häufig Zoll dazu. Wie viel das ist, hängt von drei Faktoren ab:

Zoll­wert. Das ist in der Regel der Waren­wert inklusive Versand, also der Gesamt­wert.

Waren­art. Jede Ware hat einen bestimmten Zoll­satz. Während digitale Foto­apparate beispiels­weise zoll­frei sind, liegt der Zoll­satz von analogen Foto­apparaten bei 4,2 Prozent.

Herkunfts­land. Für die Einfuhr aus vielen Dritt­ländern muss Zoll gezahlt werden, so auch für Ware aus typischen Bestell­ländern wie den USA, China und Japan.

Insgesamt ist das Zoll­recht sehr kompliziert, und es gibt viele Ausnahmen. Beispiele für Zoll­sätze beliebter Bestell­artikel finden Sie auf der Internetseite des Zolls.

Nachgerechnet

Wer vorab seine Einfuhr­abgaben einschätzen möchte, ermittelt zunächst den Zoll­betrag und bestimmt dann die Höhe der Einfuhr­umsatz­steuer.

Beispiel: Eine Kundin möchte ein Paar Markenschuhe in den USA bestellen. Inklusive Versand kosten sie umge­rechnet 156,25 Euro. Die Schuhe sind aus Leder, der Zoll­satz beträgt 8 Prozent (siehe Tabelle). So rechnet sie:

Berechnung der Einfuhr­abgaben

156,25 Euro (Zoll­wert)

+ 12,50 Euro (Zoll­betrag bei Zoll­satz 8 %)

= 168,75 Euro

+ 32,06 Euro (19 % Einfuhr­umsatz­steuer)

insgesamt 44,56 Euro Einfuhr­abgaben

= 200,81 Euro Gesamt­kosten für die Schuhe

Die Käuferin müsste knapp 45 Euro drauf­legen und würde für die Schuhe insgesamt rund 200 Euro zahlen. In Deutsch­land kostet das gleiche Paar 176,78 Euro. Bei einer Bestellung in den USA würde die Onlineshopperin eindeutig draufzahlen. Mögliche Gebühren für den Paket­dienst sind da noch nicht mal einberechnet. Vorher über­schlagen lohnt also!

Verbrauchs­steuer

Für bestimmte Waren werden außerdem Verbrauchs­steuern fällig – und zwar unabhängig vom Gesamt­wert. Das ist etwa der Fall bei Alkohol und Kaffee. Die Höhe dafür bemisst sich an der Warenmenge. Pro Liter reinem Alkohol fallen 13,03 Euro Steuern an, pro Kilogramm Röst­kaffee 2,19 Euro. Auch hier gibt es viele Ausnahmen: Wein ist zum Beispiel von der Steuer befreit. Wer Verbrauchs­steuern vorab über­schlagen will, addiert sie zum Zoll­wert und ermittelt dann die Einfuhr­umsatz­steuer.

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Zoll­rechner

Das kann er. Unser Zoll­rechner über­schlägt für Sie, welche Gebühren für Zoll und Einfuhr­umsatz­steuer (EUSt) bei Online-Bestel­lungen aus Dritt­ländern voraus­sicht­lich anfallen.

Das kann er nicht. Der Rechner ermittelt keine Verbrauchs­steuern, Beför­derungs­kosten und Gebühren für den Paket­dienst. Diese Kosten müssen Sie bei manchen Bestel­lungen zusätzlich einkalkulieren.

Ausnahmen. Zoll­sätze sind sehr variabel und weichen für bestimmte Waren­arten und Herkunfts­länder ab. Beachten Sie auch Einfuhrverbote und Einschränkungen.

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Zusatz­kosten und Zoll­amt

Wenn Ware über eine Zoll­grenze gebracht wird, fallen in bestimmten Fällen Gebühren an. Wie hoch diese sind, hängt von Gesamt­wert, Art und Herkunfts­land der Ware ab.

Zusätzlich zu den Einfuhr­abgaben können Gebühren für den Paket­dienst anfallen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn dieser die Zoll­anmeldung für den Empfänger durch­führt. Schließ­lich muss jedes Paket bei der Einfuhr angemeldet werden. In der Regel zeigt die Rechnung auf dem Paket, was es enthält. So können Zoll­beamte die Einfuhr­abgaben ermitteln.

Wichtig: Der Paket­dienst kann nur eine ausreichend gekenn­zeichnete Lieferung – also eine mit allen notwendigen Angaben – für den Empfänger anmelden. Klebt der Onlineshop zum Beispiel keine Rechnung drauf, kann der Zoll nicht erkennen, was die Lieferung enthält – und sie landet im Zoll­amt. Dort muss der Empfänger das Paket unter Vorlage der Rechnung selbst anmelden und die fälligen Steuern und Zoll bezahlen.

Meldet der Paket­dienst die Ware beim Zoll an, zahlt der Empfänger für diese Dienst­leistung. Wie sie heißt und wie hoch die Gebühr dafür ist, unterscheidet sich von Dienst zu Dienst. DHL Express etwa verlangt eine Kapital­bereit­stellungs­provision in Höhe von 2 Prozent des Gesamt­werts – mindestens aber 12,50 Euro zuzüglich Mehr­wert­steuer. Eine vergleich­bare Gebühr der Deutschen Post nennt sich Auslagepauschale und beträgt 6 Euro.

Übrigens: Für Souvenirs aus dem Urlaub gelten andere Regeln. Mehr dazu in unserem Special Urlaubsgepäck: Die wichtigsten Regeln rund um den Zoll.

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