Online-Shopping Special

Ob Armband­uhr, Heckenschere, Auto oder Versicherung – im Netz ist fast alles zu kaufen, lässt sich fast alles regeln. Für Kunden ist das praktisch, für Kriminelle eine Einladung. Mehr als 85 000 Fälle von Cyberkriminalität registrierte das Bundes­kriminal­amt (BKA) 2017. Betrüger werden immer raffinierter. Nutzer können ehrliche Angebote oft schwer von fiesen Fallen unterscheiden. Wir erklären die häufigsten Tricks und zeigen, wie Sie beim Einkaufen im Internet sicher sein können.

Das Wichtigste in Kürze

Das macht online shoppen sicher

Sicheres Pass­wort. Je komplizierter, desto besser. Vermischen Sie Sonderzeichen mit Buch­staben und Zahlen. Notieren Sie sich komplizierte Pass­wörter nicht auf dem Computer, sondern auf Papier. Nutzen Sie möglichst verschiedene Pass­wörter. Mit Passwortmanagern kreieren Sie besonders sichere Pass­wörter.

Sicherer Shop. Viele Angebote im Internet sind schlichtweg zu schön, um wahr zu sein. Einige Fake-Shops wirken täuschend echt. Prüfen Sie daher vor jeder Bestellung, ob ein Online-Shop wirk­lich seriös ist. Kontrollieren Sie Impressum und Gütesiegel. Suchen Sie den Shop im Internet und lesen Sie Rezensionen anderer Nutzer.

Sicher bezahlen. Im Schnitt bieten Online-Shops die Möglich­keit, zwischen sieben verschiedenen Bezahl­systemen zu wählen. Wer auf Rechnung kauft ist relativ sicher, denn gezahlt wird erst, wenn die Ware auch wirk­lich da ist. Per Vorkasse sollte dagegen nie bezahlt werden, das Betrugs­risiko ist enorm hoch. Für das Bezahlen mit Kreditkarte im Netz gelten ab Mitte September 2019 neue Sicher­heits­regeln und Techniken. Alle Informationen zum neuen Verfahren finden Sie im kostenlosen Special Kreditkarte und Onlineshopping.

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Fieser Fake, oder seriöser Shop? So entlarven Sie Betrüger

Fake-Shops sind Internet­seiten, die wie seriöse Online-Shops aussehen. Hinter den Seiten stehen allerdings Betrüger, die auf das Geld kauf­williger Opfer aus sind. Die angebotene Ware existiert nicht. Impressum und Kontaktdetails sind falsch, oder von fremden Firmen kopiert. Oft sind Fake-Shops sehr professionell gestaltet. Lassen Sie sich daher nicht vom Aussehen einer Home­page täuschen.

Ware kam nie

Ein Beispiel ist der Fake-Shop „oneupyou.com“. Die Betreiber der Website mieteten sogar ein Laden­geschäft, um Seriosität vorzutäuschen. Im Internet boten sie elektronische Geräte zu reduzierten Preisen an. Opfer kauf­ten und bezahlten per Vorkasse. Geliefert wurde nie. Hunderte geprellte Käufer stellten Anzeige bei der Polizei. Die Täter konnten gefasst werden. Der Schaden belief sich auf rund 300 000 Euro. Sogar auf seriösen Platt­formen wie Amazon gibt es Betrüger.

Schlichtungs­stellen können helfen

Aber nicht immer steckt ein Schwindler dahinter, wenn Ware einmal nicht eintrifft. Fragen Sie zunächst bei dem Online-Shop, bei dem Sie bestellt haben, nach, wenn ein Paket nicht bei Ihnen ankommt. Trifft die Ware partout nicht ein, suchen Sie zusammen mit dem Shop nach einer Lösung. Kommt keine Lösung zustande, kann möglicher­weise eine Schlichtungsstelle helfen. Welche Rechte Sie im Netz haben, erklärt unser FAQ.

Wichtige Kenn­zeichen abhaken

Anhand der folgenden Merkmale können Sie nach Hinweisen suchen, die zeigen, ob eine Online-Shop seriös oder fragwürdig ist. Gehen Sie die Posten durch:

Impressum. Unternehmen in Deutsch­land haben eine Anbieterkenn­zeichnungs­pflicht. Das heißt, sie müssen Informationen über sich nennen, die sie in der Regel als Impressum bezeichnen. Ein fehlendes, unvoll­ständiges oder falsches Impressum ist ein Indiz für einen Fake-Shop. Achtung: Teil­weise kopieren Betrüger auch das voll­ständige Impressum real existierender Firmen:
Tipp: Googeln sie die Daten, die im Impressum angegeben sind, um irritierende Doppe­lungen zu erkennen.

Daten­schutz­erklärung. Online-Shops, die ihre Ware in Deutsch­land anbieten, sind verpflichtet, eine Daten­schutz­erklärung auf ihrer Seite abruf­bar zu machen. Fehlt diese, ist das ein Hinweis auf unseriöse Absichten des Anbieters.

Gütesiegel. Seriöse Online-Shops verfügen oft über Gütesiegel (Beispiel: Trusted Shops, siehe unten). Händler zahlen für solche Siegel eine monatliche Gebühr, im Gegen­zug dürfen sie es prominent auf ihrer Home­page platzieren und damit werben. Echte Siegel sind ein verläss­liches Indiz für die Seriosität eines Online-Shops. Bekannte Gütesiegel sind neben Trusted Shops beispiels­weise EHI geprüfter OnlineShop, oder S@fer Shopping des TÜV Süd. Wichtig: Prüfen Sie die Echt­heit des Siegels. Betrüger kopieren Gütesiegel, oder erfinden eigene. Echte Gütesiegel sind anklick­bar und führen Sie zur Unter­nehmens­seite. Dort können Sie kontrollieren, ob ein Shop tatsäch­lich zertifiziert ist und welche Kriterien er für die Zertifikation erfüllt.

Vorkasse. Von Bezahlung per Vorkasse ist generell abzu­raten! Wer per Vorkasse zahlt, die bestellte Ware aber nicht erhält, sieht sein Geld oft nicht wieder. Zahlen Sie nur per Vorkasse, wenn Sie den Verkäufer kennen und ihm vertrauen.

Telefon­nummer. Viele Versandhändler geben auf ihrer Internetseite eine Telefon­nummer an. Ist diese falsch, oder ständig nicht erreich­bar, kann das ein Zeichen für einen unseriösen Shop sein. Aber: Online Versandhändler sind nicht verpflichtet eine Telefon­nummer anzu­geben. Haben Sie keine, müssen sie alternativ eine andere direkte und effiziente Kontakt­möglich­keit bieten.

Schnäpp­chen­preise. Das Internet ist ein Paradies für Schnäpp­chenjäger. Wer Preise vergleicht, kann oft viel Geld sparen. Achtung: Ist ein Preis unver­hält­nismäßig nied­rig, steht oft ein Betrüger hinter dem Angebot. Das gilt vor allem für Markenware, Rabatte bis zu 90 Prozent sind unrealistisch.

Rechnung. Bietet ein Shop Bezahlung per Rechnung an, ist das ein gutes Zeichen. Denn Sie zahlen erst, wenn die Ware bei Ihnen einge­troffen ist und sie sie prüfen konnten.

Rest­zweifel. Immer noch unsicher? Googeln Sie den Shop. Ist er seriös, finden Sie oft positives Feedback glück­licher Kunden. Ist er ein Fake, gibt es eventuell schon Beschwerden geprellter Käufer. Übrigens: Auch die Stiftung Warentest wird regel­mäßig Opfer falscher Behauptungen im Internet. In unserem Special lesen Sie, wie unseriöse Internet­seiten mit erfundenen Tests der Stiftung Warentest werben und wie Sie solche Seiten erkennen können.

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Identitäts­diebstahl und Daten­schutz

Jeder Mensch besitzt eine Vielzahl persönlicher Daten, die seine Identität bestimmen. Dazu gehören einfache Informationen, wie Name und Geburts­datum, aber auch Konto-, und Steuer­nummern. Diese persönlichen Daten sind für Betrüger bares Geld wert! Je mehr ein Betrüger über ein Opfer weiß, desto leichter kann er dessen Identität stehlen und für seine Zwecke nutzen.

Bestel­lungen auf fremden Namen

Täter miss­brauchen Daten von Opfern, um in deren Namen im Internet einzukaufen. Für eine falsche Bestellung reicht einem Kriminellen oft schon der Name und die Adresse seines Opfers. Das sind Daten, die er auf jedem Klingelschild ablesen kann. Mit einer falschen E-Mail­adresse eröffnet der Betrüger Kunden­konten und bestellt im Namen des Opfers. Entweder lässt er die Bestellung an eine andere Adresse liefern, oder er versucht das Paket an der Adresse des Opfers abzu­fangen. Die Rechnung geht ans Opfer, das erst dann den Betrug über­haupt bemerkt.

Tipp: Effizient schützen können Sie sich vor dieser Masche schwer. Generell gilt: Gehen Sie spar­sam mit allen Informationen um, die Sie im Internet von sich preis geben. Wenn Sie Opfer werden, erstatten Sie Straf­anzeige bei der Polizei. Dort bekommen Sie ein Aktenzeichen, das Sie dem Händler weitergeben können. Damit hat der Ärger in der Regel ein Ende.

Kriminelles Handeln unter falschem Namen

Schlimms­tenfalls begeht ein Betrüger Straftaten im Namen seines Opfers. Dafür stellt er ihnen eine raffinierte Falle: Er gibt sich beispiels­weise als Arbeit­geber aus und lockt mit Jobangeboten im Home Office. Über E-Mails gewinnt der Betrüger das Vertrauen seines Opfers und sammelt Daten. Schließ­lich über­redet er sein Opfer zu einer Video-Identifikation. An diesem Punkt hat er bereits ausreichend Daten, um bei einer Online-Bank die Eröff­nung eines Bank­kontos auf den Namen des Opfers zu beantragen. Per Video-Identifikation führt das Opfer, ohne es zu wissen, die Konto­eröff­nung durch. Der Mitarbeiter, der die Identifikation durch­führt, erkennt den Betrug nicht, wenn das Opfer den Grund der Maßnahme nicht erwähnt. Die Falle ist zuge­schnappt, der Täter hat volle Kontrolle über das neu eröff­nete Bank­konto auf den Namen seines Opfers. Das bedeutet: Er kann Schulden machen, hohe Beträge abbuchen und Straftaten wie Geld­wäsche begehen. Das Opfer merkt das oft erst, wenn die Polizei vor der Tür steht und es sich für die Straftaten des Betrügers verantworten soll.

Tipp: Seien Sie skeptisch, wenn jemand von Ihnen persönliche Daten verlangt. Wie Sie Ihre Privatsphäre online generell besser schützen können, lesen Sie in unserem Special Wie Sie Verfolger abschütteln. Sagen Sie bei einer Video-, oder Postidentifikation außerdem immer, warum Sie sich identifizieren wollen. Kein seriöser Arbeit­geber verlangt im Bewerbungs­prozess eine Video-Identifikation. Das weiß auch der Mitarbeiter, der die Identifikation durch­führt. Ist ihm etwas suspekt, kann er den Vorgang abbrechen. Wer Opfer von Identitäts­diebstahl wird, sollte das unbe­dingt bei der Polizei anzeigen. Zusätzlich kann ein Identitäts­diebstahl der Schufa gemeldet werden. Das macht es Betrügern schwerer, Verträge im Namen des Opfers zu schließen.

Daten schützen

Antivirensoftware. Installieren Sie ein Antiviren­programm auf dem Computer, den Sie zum Surfen im Internet und Online­banking benutzen. Aktualisieren Sie dieses, Ihr Betriebs­system und den Browser regel­mäßig. Welche Programme erfolg­reich Atta­cken abwehren, zeigt unser Test von Sicherheitssoftware.

Daten sparen. Geben Sie persönliche Daten nur preis, wenn es nötig ist – auch in sozialen Netz­werken. Nutzen Sie dort Privatsphäre-Einstel­lungen, sodass nur Ihre Freunde Beiträge und Fotos von Ihnen sehen. Akzeptieren Sie keine Freund­schafts­anfragen von Unbe­kannten.

E-Mail-Adresse schützen. Geben Sie Ihre offizielle E-Mail-Adresse nur in vertrauens­würdige Hände. Tipp: Richten Sie sich für Newsletter und Gewinn­spiele eine Zweit­adresse ein, die Ihnen nicht direkt zuge­ordnet werden kann.

Sichere Pass­wörter. Nutzen Sie mindestens 20 Zeichen. Das Pass­wort darf aus echten Worten bestehen, die einen Satz bilden, der aber keinen Sinn ergibt. Streuen Sie Sonderzeichen und Zahlen ein. Keine sicheren Pass­wörter sind Namen, Geburts­daten und berühmte Zitate. Nutzen Sie verschiedene Pass­wörter für verschiedene Dienste. Bei wichtigen wie Google, Amazon und Facebook können Sie eine zweite Sicherung einrichten und sich etwa einen Code per SMS schi­cken lassen (Zwei-Faktor-Authentifizierung). Auch Pass­wort­manager, können helfen, mehr dazu im Passwortmanagertest.

Anhänge und Links. Öffnen Sie nie Anhänge und Links in E-Mails von unbe­kannten Absendern.

Daten­lecks. Kriminelle stehlen persönliche Daten im Internet. Immer wieder kommt es zu Daten­lecks, bei denen zahlreiche Kombinationen aus Pass­wort und Mail­adresse gestohlen und im Internet veröffent­lich werden.

Tipp: Mit dem Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Institutes können Sie kostenlos prüfen, ob Ihre privaten Daten irgendwo im Internet veröffent­licht sind. Tauchen tatsäch­lich Daten auf, gibt das Tool Möglich­keiten, wie Sie die Verfolger abschütteln können. Oft reicht schon ein neues, sicheres Pass­wort.

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Paypal–Käuferfallen

Online-Shopping Special

Das Bezahl­system Paypal ist bequem und generell sicher, es verspricht in bestimmten Fällen Käuferschutz. Damit sind Betrugs­opfer in vielen Fällen abge­sichert und bekommen finanzielle Schäden ersetzt. Doch Betrüger kennen und nutzen die Lücken des Dienstes. Sie geben sich als Verkäufer aus und bringen ihre Opfer um viel Geld.

Rück­versand ohne Beleg

Die Masche ist kompliziert aber für den Betrüger effektiv. Zunächst bietet der Täter, oft aus dem Ausland, etwas zum Verkauf im Internet an, beispiels­weise sehr teure, seltene Sammelkarten. Das Opfer entscheidet sich zum Kauf, zahlt regulär über Paypal mit Käuferschutz und wiegt sich in Sicherheit. Der Täter verschickt auch etwas, doch statt der wert­vollen Sammelkarten liefert er billigen Ersatz. Falsch­lieferungen sind eigentlich abge­sichert durch Käufer­schutz. Paypal müsste dem Käufer den Kauf­preis zurück­buchen. Der Haken: Das gilt nur, wenn der Käufer den Rück­versand mit einem gültigen Versandbeleg nach­weisen kann. Gültig ist dieser laut Paypal nur, wenn der Name des Versand­unter­nehmens, das Versanddatum sowie der Name und die Adressen von Empfänger und Versender darauf stehen. Der Täter setzt darauf, dass sein Opfer einen entscheidenden Fehler macht: Verschickt das Opfer die falschen Karten per Brief, erhält es nur eine Portoquittung, und die gilt nicht als Beleg. Der Käufer­schutz entfällt, das Opfer ist sein Geld los und der Betrüger dafür umso reicher. Das Opfer kann zwar gericht­lich gegen den Verkäufer vorgehen, doch da dieser wahr­scheinlich im Ausland sitzt, sind die Chancen, sein Geld zurück­zubekommen, für das Opfer gering.

Tipp: Wenn Sie etwas verschi­cken, achten Sie auf einen gültigen Versandbeleg. Welche Belege Paypal genau akzeptiert, können Sie in der „Verkäufer­schutz­richt­linie“ nach­lesen (dort unter Punkt 4.2.2).

Geld an Freunde und Familie senden

Über die Paypal-Sonder­funk­tion „Geld an Freunde und Familie senden“ können Nutzer Freunden und Verwandten kostenlos Geld schi­cken. Aber fürs Bezahlen einer gekauften Ware darf diese Funk­tion laut Paypal-Bedingungen nicht genutzt werden. Wer es dennoch tut, ist nicht durch den Käufer­schutz abge­sichert. Viele Paypal Kunden wissen das nicht. Das nutzen Betrüger aus. Auf Verkaufs­platt­formen geben sie sich als Privatverkäufer aus und über­reden ihre Opfer über die Funk­tion „Freunde& Familie“ zu bezahlen. Fällt das Opfer darauf rein, ist es sein Geld los.

Tipp: Egal, wie ehrlich ein Verkäufer wirkt, bezahlen Sie nie über die Paypal-Funk­tion „Geld an Freunde und Familie senden“. Auch wenn Sie Verkäufer sind, lassen Sie sich nicht darauf ein, wenn der Käufer über diese Funk­tion bezahlen will.

Paypal Käufer­schutz

Schutz für Käufer. Wenn ein Käufer seine Ware nicht erhält, kann er Käufer­schutz beantragen. Ist der Antrag berechtigt, erhält er Kauf­preis und Versand­kosten zurück. Legt der Verkäufer aber einen gültigen Versandbeleg (Verkäuferschutzrichtlinien, Punkt 4) vor, lehnt Paypal den Käufer­schutz ab. Käufer­schutz gilt auch, wenn erhaltene Ware erheblich von der Artikel­beschreibung abweicht. Bei Streitfällen verlangt Paypal Nach­weise und entscheidet im Einzel­fall.

Wann der Paypal-Schutz nicht greift. Der Schutz gilt etwa nicht beim Kauf von Gutscheinen und Autos. Auch nicht, wenn Käufer und Verkäufer eine persönliche Über­gabe vereinbaren.

Mehr zum Paypal Käufer­schutz lesen Sie in unserem Special.

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Paypal–Verkäuferfallen

Paypal bietet auch für Verkäufer Schutz vor Betrug. Der Verkäuferschutz gilt beispiels­weise, wenn ein Betrüger das Paypal-Konto eines Kunden gehackt und darüber unbe­rechtigt beim Verkäufer einge­kauft hat. Der Verkäufer erhält dann den Kauf­preis. Verkäufer­schutz gilt auch, wenn der Käufer behauptet, die Ware sei nicht ange­kommen und der Verkäufer einen gültigen Versandbeleg vorlegt.

Versand ohne Beleg

Das Opfer will etwas Internet verkaufen. Der Betrüger gibt sich als Käufer aus und bezahlt über Paypal mit Käuferschutz. Das Opfer verschickt die Ware als unver­sichertes Paket. Der Täter behauptet, die Ware sei nicht ange­kommen. Paypal nimmt dem Opfer die Kauf­summe wieder weg und schreibt sie dem Betrüger gut. Der Täter hat nun Ware und Geld. Das Opfer fühlt sich betrogen und reklamiert Verkäufer­schutz. Doch Paypal zahlt nicht, wenn die Ware wurde ohne gültigen Versandbeleg verschickt wurde.

Tipp: Verschi­cken Sie als Verkäufer über Paypal bezahlte Ware nur mit einer von Paypal akzeptierten Versandart.

Falscher Empfänger

Die Masche ist kompliziert: Das Opfer will etwas verkaufen, beispiels­weise ein gebrauchtes Handy. Der Täter gibt sich als Käufer aus, möchte das Handy aber nicht zu sich, sondern an eine andere Adresse geschickt bekommen. Das Opfer ist einverstanden. Der Täter schickt das Geld über Paypal, schreibt aber scheinbar versehentlich, statt „Handy“, beispiels­weise „Laptop“. Das Opfer schöpft keinen Verdacht und verschickt die Ware mit Versandbeleg. Im Versandbeleg steht die falsche Adresse. Nun behauptet der Betrüger, er habe einen Laptop bestellt, aber ein Handy erhalten. Paypal erstattet ihm das Geld, und er behält das Handy. Das Opfer geht leer aus, der Verkäufer­schutz greift nicht, da es an eine andere als die in den Paypal-„Trans­aktions­details“ angegebene Adresse geliefert hat.

Tipp: Verschi­cken Sie Ware stets nur an die Empfängeradresse, die in den Paypal-„Trans­aktions­details“ angegeben ist, und achten Sie auf die korrekte Artikelbezeichnung im Über­weisungs­betreff.

Zahlung per „Geld an Freunde senden“

Das Opfer bietet im Internet etwas zum Verkauf an. Der Betrüger gibt sich als Käufer aus und bezahlt mit Paypal über die Funk­tion „Geld an Freunde und Familie senden“. Das Opfer verschickt die Ware an eine Pack­station. Kurz darauf die böse Über­raschung: Paypal bucht das Geld zurück. Der Grund: Der Käufer ist ein Betrüger, der ein fremdes Konto gehackt hat und das Geld von dort aus über­wiesen hat. Geschützt ist derjenige, dem das gehackte Konto gehört. Der Betrüger erhält die Ware. Das Opfer ist Geld und Ware los.

Tipp: Verzichten Sie als Verkäufer und Käufer auf die Paypal-Funk­tion „Geld an Freunde und Familie senden“.

Ware an Fremden übergeben, Dreiecks­betrug

Das Opfer will etwas verkaufen, das der Betrüger haben möchte, beispiels­weise ein gebrauchtes Handy. Der Betrüger schaltet ebenfalls eine Verkaufs­anzeige für dieses Handy. Hat der Betrüger einen Käufer für das falsche Handy gefunden, kauft er beim Opfer das echte Handy. Der Betrüger gibt den Käufer des falschen Handys beim Opfer als Verwandten aus. Beim Käufer gibt der Betrüger die Daten des Opfers als seine eigene Adresse an. Der Käufer zahlt also auf das Konto des Opfers, das Opfer über­gibt die Ware an den Betrüger (als vermeintlichen Verwandten). Der Käufer erhält das Handy nicht, steht aber unter Käufer­schutz, Paypal schreibt das Geld gut. Der Betrüger hat das Handy. Das Opfer ist Geld und Handy los. Der Verkäufer­schutz greift nicht, weil das Opfer das Handy nicht persönlich, sondern an den vermeintlichen Verwandten übergeben hat.

Tipp: Geben Sie per Paypal bezahlte Artikel nie vermeintlichen Verwandten oder Freunden des Käufers, ohne sich den Ausweis zeigen zu lassen.

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Trusted Shops – so funk­tioniert das bekannte Gütesiegel

Online-Shopping Special

Das Kölner Unternehmen Trusted Shops bietet ein gleichnamiges Gütesiegel für Online-Shops an. Rund 25 000 Shops tragen das Siegel. So funk­tioniert es.

Die Vorgaben

Um ein Trusted-Shops-Siegel zu erhalten, muss ein Onlinehändler die „Trusted Shops Qualitäts­kriterien“ erfüllen. Das heißt, er muss auf seiner Internetseite unter anderem seine Adresse sicht­bar darstellen und über das Widerrufs­recht informieren. Trägt ein Händler das Siegel, darf die Gesamt­note der Kundenbe­wertungen nicht unter die Note 3,0 fallen. Außerdem kostet das Siegel für die Händler eine monatliche Gebühr, dafür dürfen diese damit aber werben.

Der Käufer­schutz

Ähnlich wie Paypal bietet Trustet Shops einen Käufer­schutz an. Das heißt, Trusted Shops springt beispiels­weise ein, wenn eine Bestellung nicht ankommt oder der Kunde Probleme beim frist­gerechten Widerruf hat (Details zum Käuferschutz von Trusted Shops). Für den Käufer­schutz muss eine Mitgliedschaft abge­schlossen werden, die kann je nach Absicherungs­summe kosten­pflichtig sein. Nach Abschluss der Mitgliedschaft ist der Kunde bei jedem Kauf in einem Shop mit Siegel auto­matisch geschützt.

Achtung vor falschen Siegeln

Manche Shops nutzen falsche Trusted-Shops-Siegel. Echte Gütesiegel können angeklickt werden und führen Sie zur Unter­nehmens­seite. Dort kann kontrolliert werden, ob ein Shop tatsäch­lich zertifiziert ist und welche Kriterien er für die Zertifikation erfüllen muss. Zusätzlich kann über die Suchfunktion spezi­fisch nach zertifizierten Shops gesucht werden.

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Online sicher bezahlen

Wer online einkauft, möchte die Ware entspannt aussuchen und bestellen, schnell bekommen und unaufwändig bezahlen. Zahlen per Rechnung ist den Deutschen am liebsten. Eine der Ware beigelegte oder per E-Mail zugesandte Rechnung ist die sicherste Methode: Erst, wenn die Bestellung einge­troffen ist, muss der Kunde dem Verkäufer das Geld über­weisen. Vorher kann er in Ruhe prüfen, was genau ihm zuge­schickt wurde, ob es passt. In der Praxis ist das Bezahlen per Rechnung noch immer am weitesten verbreitet. Bequemer gehts mit elektronischen Geldbörsen, sogenannten E-Wallets. Hier ist Paypal klarer Markt­führer.

Online-Shopping Special

Kunden können im Schnitt zwischen sieben Zahl­methoden wählen. Wir erklären die gängigen Systeme.

Rechnung

So gehts: Sie über­weisen inner­halb einer Frist (meist zwei Wochen) nach Erhalt der Ware das Geld.

Sicherheit: Da Sie erst zahlen, nachdem Sie die Ware erhalten und getestet haben, ist ein Betrug unwahr­scheinlich.

Last­schrift

So gehts: Sie geben Ihre Bank­daten auf der Seite des Händ­lers ein und erteilen ihm die Erlaubnis, den Betrag von Ihrem Giro­konto abzu­buchen. So kann er die Ware schnell versenden.

Sicherheit: Im Betrugs­fall können Sie die Last­schrift inner­halb von acht Wochen widerrufen. Wie das geht, erklärt unser Gewusst wie.

Paypal

So gehts: Sie hinterlegen bei Paypal Ihre Kreditkarten- oder Konto­daten. Bei der Bestellung müssen Sie sich in Ihr Paypal-Konto einloggen. Der Händler erhält das Geld sofort und kann die Ware verschi­cken.

Sicherheit: Schutz vor Betrug nur, wenn Sie sich streng an die Paypal-Regeln halten (Paypal-Fallen vermeiden) dann greift der Paypal Käuferschutz. Achtung: Der Käufer­schutz greift generell nicht, wenn Sie die Funk­tion „Geld an Freunde & Familie senden“ nutzen.

Vorkasse

So gehts: Sie zahlen die Ware im Voraus per Über­weisung. Der Händler verschickt diese erst nach Geld­eingang.

Sicherheit: Sehr gering! Im Betrugs­fall ist die Bank nicht dazu verpflichtet, Ihre Über­weisung zurück­zubuchen. Sie müssen dann auf recht­lichem Weg Ihre Ansprüche geltend machen.

Kreditkarte

So gehts: Sie geben beim Onlinehändler Kreditkarten­nummer, Gültig­keits­dauer und meist auch die Prüfziffer (drei- oder vierstel­lige Zahl auf der Rück­seite) ein. Der Händler erhält eine Zahlungs­garantie und kann die Ware schnell verschi­cken. Demnächst sollen neue Regeln gelten, ab wann genau, steht noch nicht fest: Jede Zahlung im Netz muss dann mit einer Trans­aktions­nummer (Tan) freigegeben werden. Alle Informationen zum neuen Verfahren, zu möglichen Kosten und Hinweise, wie Sie die neue Technik installieren, finden Sie im kostenlosen Special Kreditkarte und Onlineshopping.

Sicherheit: Im Betrugs­fall können Sie den Betrag zurück­buchen lassen. Zusätzliche Sicherheit durch eine Pass­wort­abfrage bietet die Methode „3D-Secure“. Ab dem 14. September 2019 sollte sie eigentlich generell vorgeschrieben sein, der Termin wurde aber verschoben.

Nach­nahme

So gehts: Der Händler verschickt die Ware sofort, und Sie bezahlen bar beim Paketboten. Sie müssen bei Lieferung anwesend sein. Die Paket­dienste verlangen oft von Ihnen Gebühren.

Sicherheit: Sie erhalten das Paket erst nach der Zahlung vom Boten und können erst dann über­prüfen, ob sich die bestellte Ware auch wirk­lich im Paket befindet und funk­tioniert.

Sofort­über­weisung

So gehts: Sie werden auf die Website des Dienst­leisters „Sofort“ geleitet. Sie geben Ihre Online­banking-Daten (Login-Daten, Trans­aktions­nummer) an. Sofort führt eine Über­weisung von Ihrem Konto aus und der Händler kann die Ware versenden.

Sicherheit: Sie geben persönliche Bank­daten an einen Dritten weiter, was die meisten Geschäfts­bedingungen der Banken verbieten. Seit Januar 2018 ist dies nach EU-Recht aber erlaubt.

Amazon Payments

So gehts: Sie brauchen ein Amazon-Konto. Während der Bezahlung bei einem Händler müssen Sie sich bei Ihrem Amazon-Konto anmelden. Anschließend können Sie über die bei Amazon hinterlegten Konto- oder Kreditkarten­daten bezahlen.

Sicherheit: Ähnlich wie Paypal bietet Amazon eine Garantie im Betrugs­fall.

Klarna

So gehts: Sie müssen sich bei Klarna registrieren und die App runter­laden. Bei Rechnungs­kauf geht Klarna in Vorleistung, Sie zahlen das Geld an Klarna zurück, entweder sofort, oder später. Auch Ratenzahlung ist möglich. Mitt­lerweile bietet das Unternehmen auch eine eigene Kreditkarte.

Sicherheit: Kunden haben Käufer­schutz, Klarna arbeitet nur mit ausgewählten Part­nern zusammen.

Sons­tiges

Die deutschen Anbieter Giropay und Paydirekt fallen unter Sons­tige. Anders als etwa bei Paypal oder Sofort­über­weisung werden Ihre persönlichen Bank­daten bei diesen Anbietern nicht an Dritte weiterge­geben. Beide koope­rieren direkt mit den Kredit­instituten. Informieren Sie sich, ob Ihre Bank die Dienste unterstützt.

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Ihre Erfahrung ist gefragt

Erfahrungen im Internet

Sind Sie schon mal online betrogen worden?

Ihr konkreter Fall: Schreiben Sie uns

Sie sind schon einmal Opfer eines Online­betrugs geworden und möchten uns Ihren konkreten Fall schildern? Sehr gut! Schreiben Sie uns an

onlinebetrug@stiftung-warentest.de.

Wenn wir Ihren Fall interes­sant finden, würden wir uns gegebenenfalls bei Ihnen melden, um Näheres zu erfragen. Ziel ist, über solche Fälle in test, Finanztest und auf test.de zu berichten um Leser vor den Betrugs­maschen von Onlinegaunern zu warnen. Bitte bedenken Sie: Die Stiftung Warentest gibt keine individuelle Rechts­beratung. Hierfür müssten Sie sich an die für Ihre Region zuständige Verbraucherzentrale oder einen Rechts­anwalt wenden.

Dieses Special ist ursprüng­lich im November 2017 erschienen, es wurde zuletzt am 19. August 2019 aktualisiert. Davor gepostete Kommentare beziehen sich auf die vorhergehende Version des Artikels.

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