Online-Fondskauf Meldung

Heidi Greinacher wollte ihre ­Daten beim Fondskauf schützen.

Finanztest-Leserin Heidi Greinacher kauft Fondsanteile gern günstig über den Internetvermittler AVL. Er vermittelt das Geschäft zwischen den Kunden und der Fondsbank Ebase, einer Commerzbank-Tochter, die Kauf und Verwaltung der Fondsanteile übernimmt.

Greinacher möchte nicht, dass dabei ihre Daten an Dritte geraten. „Ich will nicht mit Werbung zugeschmissen werden“, sagt sie. Die Sätze in den Anträgen, die eine Datenweitergabe erlauben, strich sie deshalb.

Was bisher kein Problem war, erwies sich jetzt als Hindernis. Greinacher: „Der Vermittler schickte mir die Anträge zurück. Ich könne keine Depots eröffnen, wenn ich den Passus streiche.“ Als sie nachfragte, erklärte ihr Uwe Lange von der AVL, Ebase akzeptiere die Streichung nicht mehr. Sie könne die Erlaubnis für die Datenweitergabe aber nach der Depoteröffnung widerrufen.

Greinacher: „So widerrief ich erst im Anschluss. Dann rief mich Herr Lange an, sagte, dies sei unzulässig. Ich müsse die Weitergabe erlauben, sonst würden meine Bestände verkauft.“ Lange erinnert sich nicht an diesen Rückruf bei der Kundin. Ebase hat sich inzwischen an Heidi ­Greinacher gewandt. Sprecherin Kris Harms: „Wir verwenden alle Daten nur zur Kontoführung. Das muss erlaubt werden. Dass die Kundin den Passus bei den ersten Depots strich, ist uns durchgerutscht. Sie muss das rückgängig machen.“

Nach Auskunft des Bundesbeauftragten für den Datenschutz können Privatfirmen tatsächlich in solchen Fällen Kunden ablehnen, die eine Datenweitergabe nicht erlauben. Denn für Fonds gebe es zahlreiche andere Kaufquellen.

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