Die Münchner Anwältin Katja Günther beantragt für die berüchtigte Firma Online Content Ltd. gerichtliche Mahnbescheide. Das berichtet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Online Content setzt damit Kunden unter Druck, die im Internet in Gebührenfallen getappt sind.

Bislang begnügten sich Betreiber von Abzockerseiten mit herkömmlicher Inkassopost, um Gebühren einzutreiben. Onlinekunden sollen für Leistungen zahlen, die sie für kostenlos hielten, zum Beispiel für Routenplanungen oder Rezepte. Meist informieren die Betreiber nicht ordentlich über die Gebühren, sodass sie nichts fordern dürfen und die Empfänger die Post ignorieren können.

Kommt der Mahnbescheid aber vom Gericht, müssen die Angeschriebenen reagieren. Das Gericht prüft nicht, ob die Forderung stimmt. Vielmehr erlässt es einen Vollstreckungsbescheid, wenn der Empfänger nicht binnen zwei Wochen widerspricht. Wer auch diesen Bescheid ignoriert, bekommt Besuch vom Zwangsvollstrecker – auch wenn die Onlineabzocker im Unrecht sind.

Tipp: Eine Liste aktueller Kostenfallen steht unter www.vzbv.de (Rubrik „Verbraucherrecht“, Stichwort „Aktuell“). Musterbriefe finden Sie unter www.verbraucherzentrale-bayern.de.

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