Ombudsmann für Versicherungen Meldung

Neuer Versicherungs­ombudsmann: Professor Günter Hirsch, derzeit noch Präsident des Bundesgerichtshofes.

Mehr Versicherte bekommen jetzt Hilfe vom Verein Versicherungsombudsmann. Denn künftig kann die Schiedsstelle Verfahren bis zu einem Streitwert von 80 000 Euro bearbeiten. Bislang war bei 50 000 Euro Schluss.

Neu ist, dass auch Betriebe als Beschwerdeführer auftreten können. Sie müssen als Kleingewerbe gelten.

Der Verein Versicherungsombudsmann ist eine unabhängige Einrichtung der deutschen Versicherungswirtschaft, die Streitigkeiten im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen schlichtet. Die Schlichtungsstelle hat die Arbeit im Oktober 2001 aufgenommen. Allein 2006 haben sich mehr als 18 000 Versicherungskunden an den Ombudsmann gewandt. In fast 40 Prozent der Fälle erreichte der Ombudsmann einen Vorteil für die Kunden, sofern es nicht um die Lebensversicherung ging. Beim häufigsten Beschwerdegrund, den oft nicht nachvollziehbaren Berechnungen von Lebensversicherern, lag die Erfolgsquote nur bei rund 15 Prozent. Ein Verfahren beim Ombudsmann ist kostenlos.

Seit vergangenen Mai ist der Verein auch die Anlaufstelle für Kunden, die sich von einem Versicherungsvermittler schlecht beraten fühlen. Der Ombudsmann kann einen Vermittler zwar nicht zur Rechenschaft ziehen. Doch er kann ein Gutachten erstellen. Mit diesem Pfund kann der Kunde eventuell vor Gericht wuchern. Antragsteller sollten beachten, dass bei Verfahren gegen Vermittler die Verjährungsfrist weiterläuft.

Im April scheidet der bisherige Ombudsmann Professor Wolfgang Römer aus. Sein Nachfolger ist Professor Günter Hirsch, der im Augenblick noch Präsident des Bundesgerichtshofes ist.

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