Ombudsmann Meldung

Die sieben Ombudsmänner für die Banken helfen, wo sie können. Sie setzen auf juristische Erfahrung, wenn sie Beschwerden bearbeiten. 1: Gerhard Kreft, 2. Peter Gass, 3. Horst-Diether Hensen, 4. Werner Weiß, 5. Ekkehard Bombe, 6. Alfons van Gelder, 7. Klaus Wangard.

Etwa 5 800 Kundenbeschwerden bearbeiteten die Ombudsmänner der privaten sowie der öffentlichen und genossenschaftlichen Banken im vergangenen Jahr - Tendenz steigend. Themen sind überhöhte Gebühren, falsch berechnete Zinsen, abgelehnte Konteneröffnungen oder auch falsche Beratung. Vorteil für Bankkunden: Die Bearbeitung über die Ombudsleute ist kostenlos und erspart ihnen ein oft langwieriges und teures Gerichtsverfahren. Finanztest sagt, an welche Ombudsmänner sich Kunden bei Problemen mit ihrer Bank wenden können und wie sie dabei vorgehen sollten.

Streit um Gebühren

Manchmal geht es ums Prinzip. Die Bank von Marie M. verlangte 5,90 Euro Kontoführungsgebühren für Oktober 2005. Dabei sollte das Girokonto doch kostenlos sein, wenn jeden Monat 1 250 Euro darauf eingehen. Diesen Betrag hatte sie Ende Oktober auf ihr Girokonto überwiesen.

Die Bank buchte den Betrag erst am 1. November. Doch Marie M. sah auf dem Kontoauszug, dass die Wertstellung am 31. Oktober war.

Bank und Kundin konnten sich nicht ­einigen, welcher Tag maßgebend für die Berechnung des Kontoführungspreises ist. Frau M. beschwerte sich beim Ombudsmann der privaten Banken.

Gerhart Kreft entschied zu ihren Gunsten: „Die Bank spricht in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis nur von Geldeingang. Bei einer Überweisung können Wertstellung und Buchung an verschiedenen Tagen sein, maßgeblich ist aber der Tag, an dem das Konto die Deckung hat – also der Tag der Wertstellung.“

Nach diesem Schlichterspruch schrieb die Bank Marie M. die Kontoführungsgebühr von 5,90 Euro gut.

Meist bekommt der Kunde recht

Im vergangenen Jahr mussten die fünf Ombudsmänner der privaten Banken und ihre beiden Kollegen der öffentlichen und genossenschaftlichen Banken rund 5 800 Kundenbeschwerden bearbeiten. Tendenz steigend. Mal dreht es sich um wenige ­Euro, mal ist es eine fünfstellige Summe.

Die Zunahme der Beschwerden sehen die Banken nicht als Indiz für schlechte Arbeit auf ihrer Seite. „Das Ombudsmannverfahren wird immer bekannter, und die Kunden schätzen die Vorteile der außergerichtlichen Schlichtung, die ihnen in ­vielen Fällen zum Erfolg verhilft“, sagt ­Stephan Rabe, Presseprecher vom Verband öffentlicher Banken.

In den meisten Fällen geht es um Kontoführung, Zahlungsverkehr und Kreditgeschäft. Die Kunden klagen über zu hohe Gebühren, falsch berechnete Zinsen und darüber, dass ihnen die Eröffnung eines Girokontos verweigert wurde.

Häufig bekommen die erfahrenen Juristen auch Post zu Falschberatung bei Wertpapiergeschäften. „Aber diese Fälle lassen sich oft nicht eindeutig klären. Es steht Aussage gegen Aussage,“ sagt Ombudsmann Werner Weiß.

Die meisten Beschwerden sind binnen ein bis drei Monaten abgeschlossen. Für den Kunden ist das kostenlos, egal wie der „Vertrauensmann“ – so die Übersetzung des Begriffs aus dem Schwedischen – entscheidet. Laut Statistik haben die Schlichter im vergangenen Jahr in über der Hälfte der Fälle für den Kunden entschieden. Die Banken halten sich meist daran. Hat der Kunde nicht recht bekommen, kann er immer noch vor Gericht gehen.

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