Was als „technisch revolutionäres Produkt für die Erzeugung von Klang ohne Kopfhörer oder Lautsprecher“ von der Firma Olympia beschrieben wird, entpuppt sich bei genauem Hinhören höchstens als ziemlich teure Spielerei.

Dieser Soundbug (zu deutsch Klangkäfer oder -wanze) ist kleiner als eine Computermaus. Er wurde als mobile Alternative zu Kopfhörer oder Lautsprecher entwickelt. Der „Käfer“ saugt sich an glatten, harten Flächen fest und nutzt sie durch Körperschallübertragung als Lautsprechermembran. Er kann durch zwei Meter langes Kabel mit seinem 3,5 Millimeter Stereoklinkenstecker an jede Standard-Kopfhörerbuchse von Audiogeräten angeschlossen werden, zum Beispiel an CD-, MD- oder MP3-Player, an Kassettenrekorder, Camcorder oder Notebook. So können mehrere Personen Musik- oder anderen Tonkonserven lauschen, ohne Kopfhörer tragen zu müssen. Strom bezieht der Soundbug aus drei Batterien LR 03.

Wir haben seine Klangqualität an verschieden großen Flächen unterschiedlichen Materials überprüft (Holzbretter, Glasscheibe, Kunststoff-, Metall- und Tischplatten). Dazu wurden Frequenzgang, maximaler Schalldruckpegel und Klirrfaktor gemessen. In einem Hörtest mit drei Personen bestätigten sich die mäßigen Messergebnisse.

Der Klangeindruck lässt sich am besten mit einem größeren Kopfhörer vergleichen, der offen auf einem Tisch liegt. Besonders zu bemängeln ist, dass tiefe Frequenzen fehlen. Dadurch klingt der mobile „Käfer“ hohl, der Schall scheint wie aus einem Eimer zu kommen.

Der Sound wird auch nicht satter, wenn man die Unterlage austauscht. Dann ändert sich höchstens die Klangcharakteristik: Auf Metall beispielsweise klingt der Soundbug sehr spitz, schrill und schnell verzerrt, auf Holz etwas ausgewogener und angenehmer. Bei der Sprachwiedergabe wird ISDN-Telefonqualität erreicht. Da bietet es sich vielleicht an, bei Bildschirmpräsentationen den kleinen „Käfer“ anstelle des eingebauten Notebook-Lautsprechers zu benutzen. Die Tonqualität ist zwar auch nicht besser, aber eventuell lässt sich die Lautstärke erhöhen. Im Übrigen sind auch Stereoeffekte zu erzielen, wenn ein zweiter Soundbug angeschlossen wird. Das kann freilich nicht über den generell kläglichen Klang hinwegtäuschen. Als Gag stößt dieser Klangkäfer höchstens bei „coolen Kids“ auf offene Ohren.

Olympia Soundbug
Preis: etwa 50 Euro
Anbieter: Olympia
www.soundbug.biz
Vertrieb: Wave Industries
Olympiastr. 1
26419 Schortens
Tel. 0 44 21/5 00 44 03

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