So haben wir getestet

Olivenöl im Test Test

Im Labor. Die Ölproben werden vorbereitet, um sie auf eine mögliche Wärmebehand­lung zu prüfen.

Im Test: 28 Olivenöle mit deklarierter Güteklasse „nativ extra“– 10 sind laut Etikett Mischungen von Oliven­ölen verschiedener Herkunft, 18 Öle kommen aus nur einem Land. Elf Produkte tragen ein Biosiegel. Wir wählten – unabhängig vom Preis – besonders häufig verkaufte Olivenöle aus sowie oft in Supermärkten angebotene Öle ab 18 Euro pro Liter.

Einge­kauft haben wir im Juli und August 2017, ein Produkt nach­träglich im Januar 2018.

Die Preise ermittelten wir durch Befragen der Anbieter im Dezember 2017.

Sensorische Qualität: 65 %

Eine spezialisierte Verkostergruppe führte für uns die sensorische Prüfung durch: ein Panel, das beim Interna­tionalen Oliven­ölrat akkreditiert ist. Es prüfte nach der „Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 über die Merkmale von Oliven­ölen und Oliventrester­ölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung“ (Oliven­ölver­ordnung).

Zusätzlich charakterisierte die Gruppe den Gesamt­eindruck: Welche positiven Ausprägungen hat das Öl, wie nach­haltig sind sie, wie ausgewogen sind alle Eindrücke im Zusammen­spiel?

Sensorisch auffällige oder fehler­hafte Öle ließen wir von zwei weiteren akkreditierten Panels testen. Jedes Öl, das entsprechend den Beschreibungen mindestens zweier Panels fehler­haft war, bewerteten wir mit mangelhaft.

Chemische Qualität: 10 %

Die Oliven­ölver­ordnung legt für viele chemische Para­meter Grenz­werte fest. Sie dienen der Identitäts- und Qualitäts­kontrolle und helfen, minderwertige und verfälschte Öle zu entlarven. So bestimmten wir entsprechend der Oliven­ölver­ordnung den Gehalt an freien Fett­säuren und berechneten daraus die Säurezahl. Wir bestimmten die Per­oxidzahl, die UV-Absorption bei 232 und bei 270 nm, den Wachs­gehalt, die Fett­säure­methylester und -ethylester sowie die Sterine.

Gemäß den Verfahren der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft (DGF) prüften wir die Fett­säure­zusammenset­zung gemäß Methode C-VI 10a/11d, das Triglycer­idspektrum nach Methode C-VI 14 (08), die Steradiene nach Methode C-VI 8b (99), isomere Diglyceride mittels Methode C-VI 16 (08), poly­merisierte Triglyceride mit Methode C III-3d (02), Pyropheophytine gemäß Methode C-VI 15 (08) und die Anisidinzahl gemäß Methode C-VI 6e (05) (12). Die Totox-Zahl berechneten wir, um die Frische des Öls einzuschätzen.

Schad­stoffe: 10 %

Wir untersuchten die Olivenöle gemäß Methoden der „Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren“ (ASU) nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (LFGB): auf Pestizide mittels Methode L 00.00–34, B(E)TX (Benzol, Ethyl­benzol, Toluol, m-, p- und o-Xylol) und Styrol gemäß Methode L 00.00–24, nied­rig siedende Halogenkohlen­wasser­stoffe (LCKW) nach Methode L 13.04–01 und Restlöse­mittel gemäß Methode L 13.04–14. Wir prüften auf poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) und Weichmacher jeweils mittels Gaschromato­graphie/Massenspektrometrie. Wir bestimmten Eisen und Kupfer in Anlehnung an Methode L 00.00–144:2013. Auf Arsen, Blei, Kadmium und Nickel prüften wir nach Methode DIN EN 15763:2010 und auf Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe mit online gekoppelter HPLC-GC/FID.

Verpackung: 5 %

Wir prüften, ob die Flaschen einen Schutz vor Licht bieten, Recycling­hinweise und Materialkenn­zeichnungen tragen und ob sie eine Originalitäts­sicherung haben. Drei Prüf­personen testeten, ob sich die Produkte problemlos öffnen lassen, gut und sauber zu dosieren sind und ob sich die Behält­nisse wieder dicht verschließen lassen.

Diskrepanz zwischen Herkunfts­angabe und Labor­analyse: 0 %

Die 17 Öle mit einer Länder-Herkunfts­angabe prüften wir mit zwei Methoden: der Kernresonanz­spektroskopie (NMR) und der Nahinfra­rotspektroskopie (NIR). Dabei werden die aufgenom­menen Spektren jeweils mit Proben aus den Daten­banken verglichen, für die insbesondere authentische Olivenöle untersucht und charakterisiert wurden. Kein Öl war auffällig.

Deklaration: 10 %

Drei Experten begut­achteten auf Basis lebens­mittel­recht­licher Vorschriften – insbesondere der in der Oliven­ölver­ordnung gemachten Vorgaben –, ob die deklarierten Angaben voll­ständig und richtig sind. Dabei bewerteten wir Lagerungs­hinweise, Nähr­wert­kenn­zeichnung, Verwendungs­empfehlungen sowie Werbeaussagen. Wir prüften zudem Schrift­größe, Lesbarkeit und Über­sicht­lich­keit der Angaben.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem *) gekenn­zeichnet.

Folgende Abwertungen setzten wir ein: Olivenöle mit sensorischen Fehlern bewerteten wir in der sensorischen Qualität und im test-Qualitäts­urteil mit mangelhaft, weil sie den Anforderungen an die Güteklasse „nativ extra“ nicht entsprechen. Lautete das Urteil für Schad­stoffe ausreichend, konnte das Gesamt­urteil nur eine halbe Note besser sein. Bei ausreichender chemischer Qualität oder Deklaration werteten wir das Gesamturteil um eine halbe Note ab. War die Deklaration mangelhaft, konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein.

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TestOlivenöl im Test02.02.2018
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