Olivenöl im Test Test

Fast alle Olivenöle im deutschen Handel heißen „nativ extra“. Damit versprechen sie höchste Qualität – unabhängig davon, ob sie 5 oder 36 Euro pro Liter kosten. Lohnt es sich, mehr Geld auszugeben? Die Stiftung Warentest hat 28 Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ untersucht, darunter Marken wie Bertolli, Sasso oder Gaea und Eigenmarken von Aldi, Lidl, Edeka, dm, Ross­mann, Rewe. Bio-Olivenöl ist auch dabei. Fünf Öle – eines davon haben wir nach­träglich getestet – schneiden gut ab, zwei sind mangelhaft.

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TestOlivenöl im Test02.02.2018
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Zwei Olivenöle sind nicht Extraklasse

Wer im Supermarkt vor dem Speise­ölregal steht, findet fast ausschließ­lich Olivenöl der höchsten Güteklasse. Sie heißt „nativ extra“ – oder „extra vergine“, wie die Italiener sagen. Auch im aktuellen Test sind nur native Olivenöle extra vertreten – bio und konventionell. An Öle dieser Kategorie stellt die EU-Oliven­ölver­ordnung viele Ansprüche, Olivenöl – Tipps und Güteklassen. Sie müssen unter anderem sensorisch fehler­frei sein. Zwei grie­chische Öle im Test erfüllen diese Anforderung nicht. Eins schmeckt alt und stichig, das andere ranzig und nach Oliven, die Frost­schäden erlitten haben. Das Urteil lautet daher mangelhaft. Sie dürften nur als „nativ“ verkauft werden, nicht aber als „nativ extra“.

Die guten Olivenöle haben ihren Preis

Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Die geschmack­liche Vielfalt ist groß. Ausdrucks­starke Olivenöle riechen und schme­cken intensiv fruchtig, aber auch bitter und scharf. Sie sind besonders ausgewogen – also ein Geschmack­serlebnis. Intensive und vielseitige Noten nach Blüten, frisch­geschnittenem Gras, Früchten oder Mandeln zeichnen sie aus. Drei Öle im Test sind geschmack­liche High­lights und schneiden in unserer sensorischen Prüfung sehr gut ab. Sie kommen aus Spanien oder Italien, kosten 24 bis 36 Euro pro Liter und gehören damit zu den teuersten Produkten im Test. Wegen schlechter Kenn­zeichnung kassieren sie allerdings Minus­punkte. Die beiden güns­tigsten der insgesamt fünf guten Öle kosten 10 Euro pro Liter, eines davon ist jedoch nicht mehr zu haben.

Olivenöl zum Braten muss nicht teuer sein

Der jüngste Olivenöl-Test bestätigt, was die Tester der Stiftung Warentest schon im vergangenen Jahr heraus­gefunden haben: Güns­tige Olivenöle für weniger als 10 Euro pro Liter sind oft Mischungen von Oliven­ölen verschiedener Herkunft – durch­schnitt­liche Massenware, die im Test bestenfalls befriedigend abschneidet. Preise für besondere Harmonie werden solche Stan­dard­qualitäten nicht gewinnen. Doch zum Braten von Fleisch oder Gemüse und zum Pizza­backen genügen sie voll­kommen. Denn beim Erhitzen gehen die flüchtigen Aroma­komponenten im Öl ohnehin verloren.

Tipp: Verkosten Sie doch einfach mal verschiedene Olivenöle, bevor Sie „Ihr“ Olivenöl kaufen. Wir haben aufgeschrieben, wie man dem Geschmack des Olivenöls auf die Spur kommt.

Bessere Ergeb­nisse als in den Vorjahren

Erfreulich: Die Olivenöle im aktuellen Test sind teil­weise sensorisch besser, sie über­zeugen also mehr in Geruch und Geschmack. Und sie sind auch geringer mit Schad­stoffen belastet als in den Tests der vergangenen zwei Jahre. 2017 war kein einziges Olivenöl gut, 2016 nur eins. In beiden Vorgängertests gab es reihen­weise mangelhafte Urteile. Diesmal schneidet keines der Produkte wegen Schad­stoffen mangelhaft ab. Wir wiesen keine Weichmacher nach. Kein Olivenöl war nennens­wert mit Pflanzen­schutz­mitteln, Löse­mitteln oder poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen (PAK) belastet. Einziges Problem bleiben Mineralöle. Alle Produkte im aktuellen Test enthalten gesättigte Mineralöl-Kohlen­wasser­stoffe, Mosh. Sie können sich im Körper anreichern. Sechs Olivenöle sind deutlich damit belastet und schneiden deshalb im Prüf­punkt Schad­stoffe nur ausreichend ab. Mehr als jedes dritte Produkt enthält die bedenk­licheren aromatischen Mineralöl-Kohlen­wasser­stoffe, Moah genannt – aber nicht in hohen Konzentrationen. Sie gelten als potenziell krebs­er­regend. 9 der 28 Produkte im Test erreichen dennoch gute Schadstoff­noten, eins ist sogar nahezu schadstoff­frei.

Im Video: Wo sich teure Olivenöle lohnen und wo güns­tige reichen

Zwei Cucina-Öle von Aldi Süd – eins davon haben wir nach­träglich getestet

Bei einem von Aldi Süd getesteten Olivenöl handelte es sich um Aktions­ware. Es landete unbe­absichtigt im ursprüng­lichen Test­feld, da es unter dem gleichen Namen Cucina und zum selben Preis angeboten wurde wie das regulär im Sortiment befindliche Olivenöl von Aldi Süd. In unserem Labor prüften wir also zunächst das Aktions­angebot mit der Angabe „100 % italienische Ogliarola-Oliven“. Es schnitt gut ab, ist aber nicht mehr erhältlich. Regulär im Sortiment ist das ebenfalls aus Italien stammende Cucina mit der geschützten Ursprungs­bezeichnung „DOP Terra di Bari Castel del Monte“. Dieses haben wir inzwischen auch getestet: Es schneidet etwas schlechter ab als sein Namens­vetter, ist aber ebenfalls gut.

Nutzer­kommentare, die vor dem 24. Januar 2018 gepostet wurden, beziehen sich auf voran­gegangene Unter­suchungen.

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