Olivenöl Meldung

Der Discounter Aldi darf sein Olivenöl nicht mit einem alten Testurteil bewerben. Das hat das Landgericht Duisburg entschieden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Aldi-Werbung irreführend

Lebensmittel wie Olivenöle sind Produkte eines Erntejahrgangs. Testurteile für ältere Jahrgänge sind hier nicht übertragbar. Aldi hatte sein Olivenöl des Erntejahrgangs 2007/2008 dennoch mit einem alten Testurteil beworben. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sah darin eine Irreführung der Verbraucher und verklagte den Discounter. Das Landgericht Duisburg entschied jetzt im Sinne der Verbraucher. Olivenöle aus zwei verschiedenen Erntejahrgängen seien keine identischen Produkte. Deshalb dürfe nur der jeweils getestete Jahrgang mit dem Testergebnis beworben werden.

Stiftung Warentest begrüßt Urteil

Die Stiftung Warentest begrüßt das Urteil. „Das Urteil ist richtig“, sagt Stiftungsvorstand Werner Brinkmann. „Es ist wichtig, dass das Gericht entschieden hat, dass ein anderer Erntejahrgang ein neues Produkt ist.“ Nur ein unabhängiger Test könne Unterschiede oder Gemeinsamkeiten belegen. Brinkmann verwies darauf, dass das von Aldi beworbene Olivenöl sogar eine andere Produktbeschreibung hatte als das getestete Öl. Das Landgericht Duisburg untersagte die Werbung mit dem Testurteil „gut“.

Signal für die Zukunft

Verbraucherschützer sehen in diesem Urteil ein Signal: „Das Urteil schränkt erstmals die irreführende Nutzung von Testurteilen im Lebensmittelbereich ein, wo eine gleichbleibende Qualität des Produkts nicht gewährleistet ist“, freut sich Dunja Richter, Juristin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Der Lebensmittelhandel müsse zukünftig genau prüfen, ob er die unabhängigen Testergebnisse in der aktuellen Werbung einsetzen darf.

Landgericht Duisburg, Aktenzeichen: Az. 22 O 121/08, Urteil noch nicht rechtskräftig.

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