Offene Immobilienfonds Meldung

Der Fonds DWS ImmoFlex Vermögensmandat und der Fonds Stratego Grund von LBB Invest haben die Rücknahme der Anteile eingestellt. Anleger können ihre Fondsanteile nicht an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Bei beiden handelt es sich um Fonds, die vor allem in offene Immobilienfonds investiert haben. Zuvor hatte die DWS bekannt gegeben, dass sie für den Fonds auch keine neuen Anteile mehr ausgibt – und auch LBB Invest gibt keine neuen Anteile aus.

Grund ist die Schließung anderer Fonds

Die beiden Fonds DWS ImmoFlex Vermögensmandat und Stratego Grund von LBB Invest mussten schließen, weil sie keine flüssigen Mittel mehr hatten, um Anteile zurückzunehmen und die Anleger auszuzahlen. Der größte Teil des Fondsvermögens steckt in offenen Immobilienfonds fest, die derzeit geschlossen sind oder sogar aufgelöst werden. Der DWS ImmoFlex Vermögensmandat zum Beispiel hat zwei Drittel des Vermögens in die beiden derzeit geschlossenen Fonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal sowie in den Axa Immoselect investiert, der abgewickelt wird. Die größte Position im Fondsportfolio des Stratego Grund nimmt mit einem Anteil von knapp 12 Prozent der TMW Immobilien Weltfonds ein. Auch dieser offene Immobilienfonds wird abgewickelt. Weitere 11 Prozent stecken im UBS 3 Sector Real Estate Europe, der zurzeit geschlossen ist.

Wie es für Anleger weitergeht

Für Dachfonds gilt anders als für offene Immobilienfonds keine maximale Schließungsfrist von zwei Jahren. Sie können so lange geschlossen bleiben, bis die Fondsgesellschaft wieder genügend flüssige Mittel hat. Sie können aber auch aufgelöst und abgewickelt werden – so wie es derzeit mit dem DWS ImmoFlex passiert. Der Fonds wird abgewickelt und das Geld wird nach und nach an die Anleger ausgezahlt. Dazu muss das Management des Fonds aber darauf warten, dass Geld von den derzeit geschlossenen Immobilienfonds im Portfoliobestand hereinkommt. Ebenfalls abgewickelt wird der Immobiliendachfonds Premium Management Immobilien Anlagen Commerzbank.

Schwierigkeiten beim Verkauf der Anteile

Normalerweise können Anleger mit eingefrorenen offenen Immobilienfonds ihre Anteile über die Börse verkaufen. Sie bekommen dort nicht den Preis, den die Fondsgesellschaft aus dem Wert der Immobilien und den Barbeständen errechnet, sondern müssen einen Abschlag hinnehmen. Der kann durchaus zwischen 20 und 30 Prozent betragen. Aber immerhin finden meistens genügend Umsätze statt. Anders ist es bei den Dachfonds: hier ist der Handel weit weniger rege. Wer Anteile an einem Dachfonds trotzdem verkaufen will, sollte seine Verkaufsorder aber unbedingt limitieren, damit er keinen allzu schlechten Preis bekommt.

Vorgehen gegen die Banker

Eine weitere Möglichkeit, wieder an das eigene Geld zu kommen, ist der Weg vor Gericht. In vielen Fällen haben es die Berater der Banken nämlich versäumt, ihre Kunden auf sogenannte Kick-Back-Zahlungen hinzuweisen. Das ist Geld, dass von den Fonds an die Banken für die Vermittlung gezahlt wird. Gerichte meinen, dass Anleger über diese Zahlungen Bescheid wissen müssen. Nur so können sie die Empfehlung ihrer Bank richtig einschätzen. Verschweigen Banken die Kick-Back-Zahlungen, müssen Sie Anlegern Schadenersatz leisten – auch wenn die Beratung ansonsten völlig in Ordnung war.

Tipp: Grundlegende Informationen zum Schadenersatz für Anleger bietet Ihnen das Special Ausgleich für Verluste. Informationen über die aktuelle Situation bei offenen Immobilienfonds finden Sie im Test Offene Immobilienfonds.

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