Schadenersatz: Was enttäuschte Anleger tun können

Glück im Unglück haben Anleger, die Verlustfonds nach einer Beratung in ihrer Bank oder Sparkasse gekauft haben. Sie haben gute Aussichten auf Schadenersatz.

In vielen Fällen haben die Geldinstitute verschwiegen, dass ein Teil des Ausgabeaufschlags oder sonstiger Provisionen an sie zurückfließt. Wenn Anleger nicht wissen, wie viel die Bank an einer Geldanlage verdient, können sie die Empfehlung nicht richtig einschätzen, argumentieren die Gerichte und verurteilen die Geldinstitute zu Schadenersatz – völlig unabhängig von der Qualität der Beratung sonst.

Selbst nach ersten Urteilen des Bundesgerichtshofs vom Jahr 2006 kassierten viele Banken weiter hinter dem Rücken der Anleger solche sogenannten „Kick-back“-Zahlungen.

Anleger, die ihre Fondsanteile nicht bei einer Bank oder Sparkasse, sondern über einen freien Vermittler, einen Fondsdiscounter oder einen unabhängigen Anlageberater erworben haben, haben es schwerer. Sie haben nur Anspruch auf Schadenersatz, wenn es ihnen gelingt, Falschinformationen in den Verkaufsunterlagen oder Beratungsfehler nachzuweisen.

Aussichtslos sind Schadenersatzansprüche wegen Fondskäufen bis einschließlich 2001. Sie sind Ende 2011 verjährt.

Anleger, die ab 2002 Fonds nach Bank- oder Sparkassenberatung gekauft haben, sollten auf jeden Fall alle Unterlagen zur Geldanlage heraussuchen und sich an einen Anwalt wenden. Eine Erstberatung kostet höchstens 250 Euro. Der Anwalt sollte auf Anlegerschutz spezialisiert sein, aber nicht gleichzeitig auch Banken oder Vermittler vertreten. Wer Fonds jenseits einer Bankberatung gekauft hat, sollte zunächst schauen, ob es Anhaltspunkte für Fehler in den Unterlagen oder eine Falschberatung gibt. Ausführliche Tipps für Anleger zu Schadenersatzforderungen gibt es unter www.test.de/verlustersatz.

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