Offene Immobilienfonds Meldung

Etwa 22 Milliarden Euro stecken zurzeit in offenen Immobilienfonds fest. Die Anleger kommen nicht an ihr Geld, weil sieben Fonds nach wie vor keine Anteile zurücknehmen. Drei Fonds sind in Auflösung, in ihnen liegen derzeit noch rund 2 Milliarden Euro. test.de sagt, welche Fonds das sind und was Anleger tun können

Drei größten Fonds verlängern Schließung

Die beiden größten Fonds – der SEB Immoinvest und der CS Euroreal mit jeweils mehr als 6 Milliarden Euro Fondsvermögen – haben im Mai die Schließung um ein Jahr verlängert. Sowohl SEB Asset Management als auch Crédit Suisse beabsichtigen allerdings, ihre Fonds noch in diesem Jahr wieder zu öffnen. Auch der drittgrößte Fonds, der Kanam Grundinvest mit einem Vermögen von knapp 4 Milliarden Euro, hat die Rücknahme von Anteilen weiter ausgesetzt. Im November endet die Zweijahresfrist für den Degi International und den Axa Immoselect. Beide Fonds nehmen nicht nur keine Anteile mehr zurück, sie geben auch keine neuen Anteile mehr aus. Der TMW Immobilien Weltfonds muss spätestens im Februar 2012 wieder öffnen.

Verluste für Anleger bei Schließung

Fonds, die nach zwei Jahren Schließung immer noch nicht genügend flüssige Mittel haben, um einen normalen Betrieb wieder aufzunehmen, werden aufgelöst. Ihre Immobilien müssen sie verkaufen und den Anlegern ihr Geld zurückerstatten – oder zumindest das, was davon noch übrig ist. Denn häufig können die Fonds die Immobilien nicht zu dem Preis verkaufen, zu dem diese in ihren Büchern stehen. Aus diesem Grund denken viele Anleger darüber nach, ob sie ihre Anteile behalten sollen oder besser an der Börse verkaufen.

Fondsqualität unterschiedlich

Das Problem: An der Börse werden die Fondsanteile nicht zu dem Preis gehandelt, den sie gemessen am Fondsvermögen eigentlich wert sein sollten, sondern um einiges darunter. Finanztest empfiehlt: Wer dringend Geld braucht, sollte seine Anteile verkaufen, auch wenn er dann unweigerlich Verlust macht. Anleger, die einen hohen Anteil ihres Vermögens in offene Immobilienfonds investiert haben, sollten ebenfalls verkaufen oder ihre Anteile zumindest verringern. Ansonsten gilt es zu unterscheiden, ob die Fonds von guter oder weniger guter Qualität sind. In letzten Test Offene Immobilienfonds (Finanztest 11/2010) lagen die drei großen Fonds SEB Immoinvest, CS Euroreal und Kanam Grundinvest über dem Durchschnitt ihrer Fondsgruppe. Auch der Axa Immoselect und der TMW Immobilien Weltfonds lagen noch knapp darüber. Weniger gut abgeschnitten hat seinerzeit der Degi International, der in der Finanztest-Bewertung von 100 möglichen nur 22,4 Punkte erreicht hatte (Stichtag 31. August 2010).

Kursverläufe mit Sägezahnmuster

Außer einer Bewertung der Wertentwicklung der Fonds enthielt der Test auch einen genaueren Blick auf die Kursverläufe der Fonds. Das Fazit: Die Charts von gesunden Fonds bilden ein gleichmäßiges Sägezahnmuster ab. Es ergibt sich aus kontinuierlichen Wertzuwächsen bis zum Ausschüttungstermin. Bei Fonds in Schwierigkeiten gab es dagegen oft nach unten abfallende Kurven und Abwärtstreppen. Von den geschlossenen Fonds zeigte damals der Kursverlauf des Degi International ein Abwärtsmuster. Mittlerweile hat es auch den Axa Immoselect erwischt: Der Anteilspreis bewegt sich Stufe für Stufe nach unten. Auch der Kurs des TMW Immobilien Weltfonds verläuft abwärts, ebenso der des UBS 3 Sector Real Estate Europe. Die Charts der Fonds SEB Immoinvest und CS Euroreal hingegen zeigen nach wie vor Sägezähne.
Hinweis: test.de stellt die Charts der erwähnten Fonds als PDF-Dokument zur Verfügung.

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