Fonds in Abwick­lung: Stein für Stein abge­baut

Zehn offene Immobilienfonds werden zurzeit noch abge­wickelt. Anleger müssen zum Teil mehrere Jahre warten, bis sie ihr Geld wiederbe­kommen. Ein Über­blick über den Stand der Auflösungen.

  • Wird ein Immobilienfonds aufgelöst, verkauft die Fonds­gesell­schaft seine Immobilien und schüttet nach und nach Geld aus. Der KanAm US-Grund­invest hatte als erster Fonds alle Immobilien verkauft (Finanztest 08/2012). Beim HansaInvest stand die Über­gabe der Immobilien an einen Spezialfonds Anfang April an.
  • Die anderen Fonds kommen mit der Abwick­lung unterschiedlich schnell voran. Der KanAm Grund­invest hat seit Bekannt­gabe der Auflösung vor einem Jahr acht Immobilien verkauft, der Degi Europa seit Herbst 2010 bis Ende Januar 2013 nur vier.

Manchmal vergeht zwischen Abschluss des Kauf­vertrags und dem Über­gang der Immobilien einige Zeit, sodass die Objekte noch zum Bestand des Fonds zählen, obwohl sie schon verkauft sind. Das hat zur Folge, dass Anleger eine Weile auf ihr Geld warten müssen. Zum Teil müssen die Gesell­schaften von den Verkaufs­erlösen auch erst Kredite abbezahlen, bevor sie Anlegern Geld auszahlen können.

Das Geld aus den Immobilien­verkäufen fließt als sogenannte Substanz­ausschüttung an die Anleger. Mit jeder Substanz­ausschüttung vermindert sich das Fonds­vermögen und der Anteils­preis sinkt. Es handelt sich dabei nicht um einen Verlust. Der Fonds wird einfach nur kleiner.

Die Fonds haben unterschiedlich viel Zeit, ihr Portfolio aufzulösen. Schafft die Fonds­gesell­schaft es nicht, in dieser Kündigungs­frist alle Immobilien zu verkaufen, geht die Verwaltung des Portfolios auf die Depot­bank über. Diese soll die Immobilien dann binnen drei Jahren verkaufen, heißt es dazu vonseiten der Aufsichts­behörde Bafin. Die Depot­bank solle „die Vermögens­gegen­stände zum best­möglichen am Markt realisier­baren Verkaufs­preis“ veräußern, schreibt die Bafin – unabhängig vom zuletzt fest­gestellten Verkehrs­wert der Immobilien.

Die folgende Über­sicht zeigt, wie weit die Fonds, die abge­wickelt werden, per Ende Januar 2013 gekommen sind. Ausschüttungen können, müssen aber keine Substanz­ausschüttung sein. Die Fonds zahlen auch Zinsen und Erträge aus Miet­einkünften an die Anleger aus.

Degi Europa

Am 30. September 2013 endet die Kündigungs­frist für den Degi Europa. Kurz vor Bekannt­gabe der Auflösung am 22. Oktober 2010 gehörten dem Fonds 18 Immobilien. Die Anleger haben bisher fünf Ausschüttungen bekommen.

Morgan Stanley P2 Value

Die Kündigungs­frist für den Fonds Morgan Stanley P2 Value endet ebenfalls am 30. September 2013. Morgan Stanley hatte die Auflösung am 25. Oktober 2010 bekannt­gegeben. Seither hat die Gesell­schaft 15 Immobilien verkauft, 17 sind noch im Bestand. Der Fonds hat fünf­mal ausgeschüttet.

TMW Immobilien Welt­fonds

Noch bis 31. Mai 2014 hat der TMW Immobilien Welt­fonds Zeit. Er hatte die Auflösung am 31. Mai 2011 angekündigt. Der Fonds hat seither acht Immobilien verkauft, den Anlegern aus den Verkäufen aber noch kein Geld ausgezahlt – obwohl die Gesell­schaft das bereits dreimal in Aussicht gestellt hatte. 19 Objekte sind noch im Fonds.

Degi Interna­tional

Am 15. Oktober 2014 läuft für den Degi Interna­tional die Kündigungs­frist aus. Der Fonds hatte seine Auflösung am 25. Oktober 2011 bekannt­gegeben. Acht Immobilien sind verkauft, 24 Objekte noch im Bestand. Die Anleger haben zwei Ausschüttungen erhalten.

Axa Immoselect

Das Management des Axa Immoselect hat noch bis 20. Oktober 2014 Zeit, um die verbliebenen 55 Immobilien zu verkaufen. Seit Bekannt­gabe der Auflösung am 19. Oktober 2011 hat der Fonds elf Immobilien losbekommen. Die Anleger haben aus den Verkäufen erst eine Ausschüttung erhalten.

UBS 3 Sector Real Estate Europe

Noch bis zum 5. September 2015 hat der UBS 3 Sector Real Estate Europe Zeit. Die Fonds­gesell­schaft hat die Auflösung am 5. September 2012 angekündigt und seither ein Objekt verkauft, 21 sind noch im Fonds. Substanz­ausschüttungen gab es bisher keine.

KanAm Grund­invest

Am 29. Februar 2012 hat KanAm die Verwaltung des KanAm Grund­invest zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Seither wurden acht Objekte verkauft, 44 sind noch im Bestand. Die Anleger haben bereits dreimal Geld erhalten.

SEB ImmoInvest

SEB hat die Auflösung des SEB ImmoInvest am 7. Mai 2012 bekannt­gegeben. Das Management hat noch bis 30. April 2017 Zeit, die Immobilien aus dem Fonds zu veräußern. 16 Objekte waren bis Ende Januar verkauft, 131 noch im Bestand. Die Anleger haben bisher zwei Ausschüttungen erhalten.

CS Euro­real

Ebenfalls am 30. April 2017 endet die Kündigungs­frist des CS Euro­real. Die Gesell­schaft hat die Auflösung am 21. Mai 2012 angekündigt. Seit Mai 2010 hat der Fonds 18 Objekte verkauft. 95 Immobilien sind noch im Fonds. Bisher gab es zweimal Geld für die Anleger.

HansaImmobilia

Der HansaImmobilia, der die Auflösung erst im September 2012 bekannt gegeben hatte, ist mit der Abwick­lung fast fertig. Die Immobilien sind raus. Ende März und Anfang April haben Anleger 95 Prozent ihres Anteils­werts bekommen. 5 Prozent werden bis zur endgültigen Auflösung noch einbehalten.

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