Die Anleger von SEB bekamen eine hohe Rate, CS zahlte nur wenig aus. KanAm ist mit einem Fonds schon fast fertig.

Offene Immobilienfonds Special

50, South Sixth Street in Minneapolis, USA, war die zuletzt größte Immobilie im Portfolio des KanAm US-grundinvest. Der Fonds hat sie im November 2010 verkauft. Im Mai 2011 wurden die letzten beiden Immobilien verkauft, die Auflösung des Fonds ist fast abgeschlossen.

Das SEB Asset Management hat seine Ankündigung wahr gemacht: Im Juni gab es das erste Geld zurück. Der SEB ImmoInvest zahlte 20 Prozent des Fondsvermögens aus, pro Anteil 10,25 Euro. Das hatte die Gesellschaft versprochen, als sie Anfang Mai die Auflösung des Immobilienfonds bekanntgegeben hatte.

Insgesamt flossen 1,2 Milliarden Euro an die Anleger zurück. Das ist ungefähr das, was bei Bekanntgabe der Auflösung an flüssigen Mitteln vorhanden war – unter anderem durch Immobilienverkäufe.

Gleichzeitig mit der Auszahlung reduzierte sich der von SEB berechnete Preis pro Anteil um die Ausschüttungssumme. Er betrug dann 41,16 Euro.

An der Börse hat sich der Preis ebenfalls ungefähr um den Ausschüttungsbetrag verringert. Prozentual fiel der Preis zwar stärker, das liegt aber daran, dass der Fonds an der Börse ohnehin mit einem Abschlag gehandelt wird. Der Grund dafür ist, dass Anleger vermuten, dass der Fonds die Immobilien nur mit Abschlag verkaufen kann. Das ist jedoch Spekulation.

Bei CS gab es weniger

CS Euroreal, der andere Fonds, der im Mai seine Auflösung bekanntgab, hat Anfang Juli gezahlt. Crédit Suisse Asset Management schüttete allerdings nur 7,7 Prozent des Fondsvermögens an die Anleger aus. Das sind rund 447 Millionen Euro oder 4,30 Euro pro Anteil. Der von Crédit Suisse berechnete Anteilspreis sank von 55,75 Euro auf 51,42 Euro. An der Börse ist der Abschlag von rund einem Drittel auf den Preis der Fondsgesellschaft nur leicht gestiegen – die Ausschüttung bei CS war schließlich auch kleiner als bei SEB.

Am Tag, als CS die Auflösung des Euroreal bekanntgegeben hatte, standen nach eigenen Angaben 1,6 Milliarden Euro für die Rücknahme von Anteilscheinen zur Verfügung. Zunächst behielt CS sich vor, erst im Dezember das erste Mal Geld an die Anleger auszuzahlen. Der Grund, warum CS nicht den gesamten Betrag ausschütten kann, sind mögliche Sonderkündigungsrechte der finanzierenden Banken. Der Fonds hat zurzeit Bankdarlehen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro. Sie müssen wegen der Fondsauflösung möglicherweise schneller als geplant zurückgezahlt werden.

Im Dezember plant CS die nächste Ausschüttung. Die Höhe hängt davon ab, wie die Verkäufe laufen und die Verhandlungen mit den Banken über die Darlehen ausgehen. Auch SEB will im Dezember das nächste Mal zahlen, dann voraussichtlich aber eine geringere Rate. Grund sind ebenfalls Darlehen, die zurückgezahlt werden.

US-grundinvest fast aufgelöst

Derweil hat der KanAm US-grundinvest seinen Abschlussbericht zur Auflösung veröffentlicht. Nach Angabe der Fondsgesellschaft KanAm Grund erreichte der Fonds am 31. März 2012 ein Zwölfmonatsplus von 23 Prozent. In den zwölf Monaten davor gab es 15 Prozent minus. Die Immobilien sind verkauft. Von den 548 Millionen Dollar, die am 30. September 2010 im Fonds lagen, dem Tag, als KanAm die Auflösung ankündigte, sind noch 60 Millionen Dollar übrig. Daraus ergab sich zum 5. Juli 2012 ein Anteilspreis von 5,34 Dollar. Am 30. September 2010 kostete ein Anteil 48,65 Dollar.

Bislang bekamen die Anleger 41,20 Dollar in drei Tranchen zurück. Das sind 85 Prozent vom damaligen Anteilspreis. Der Fonds muss noch Geld für mögliche Gewährleistungsansprüche aus Immobilienverkäufen vorhalten. Zudem sind Forderungen an die Finanzbehörden offen. Wie lange es dauert, bis der Rest ausgezahlt wird, kann KanAm nicht genau sagen.

Seit dem 1. April 2012 ist die Depotbank M. M. Warburg & CO für die Auflösung des Fonds zuständig.

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