Die Regeln: Warum Immobilienfonds eingefroren werden

Wenn offene Immobilienfonds plötzlich dichtmachen, hat das nicht zwangsläufig etwas mit ihrer Qualität zu tun. Meist ist einfach nicht genug Bares vorhanden, um alle verkaufswilligen Anleger zu bedienen. Das in Gebäude und Grundstücke gesteckte Geld lässt sich nicht von heute auf morgen lockermachen. Und wenn der Manager doch überstürzt verkauft, bekommt er für die Immobilien kaum einen vernünftigen Preis.

Wenn viele Anleger gleichzeitig aus einem Immobilienfonds herauswollen, gibt es ein Problem. Auslöser der aktuellen Krise war jedoch nicht das Verhalten privater Anleger, sondern die Spekulation von Großanlegern. Sie hatten offene Immobilienfonds als lukrativen Geldparkplatz missbraucht. Den plötzlichen Abzug hoher Millionenbeträge konnten die Fonds nicht schultern. Eine umfangreiche Gesetzesänderung soll dafür sorgen, dass wieder Ruhe bei den Fonds einkehrt. Unter anderem sind Mindesthaltefristen geplant, die den Ein- und Ausstieg berechenbar machen sollen.

Die vorübergehende Schließung von offenen Immobilienfonds ist schon lange gesetzlich geregelt und darf längstens zwei Jahre dauern. Danach muss sich die Fondsgesellschaft entscheiden, ob sie wieder Anteile zurücknimmt oder den Fonds abwickelt. Für die Fonds DEGI Europa, Kanam US-Grundinvest und Morgan Stanley P2 Value gibt es keine Zukunft. Sie sollen bis zum 30. September 2013 aufgelöst sein.

Ihre Immobilien werden Schritt für Schritt verkauft, die Erlöse nach Abzug der Kosten an die Anleger verteilt. Degi und Morgan Stanley planen halbjährliche Rückzahlungen. Der Kanam US-Grundinvest hat bereits Mitte Dezember in einer Sonderausschüttung rund die Hälfte des damaligen Anteilspreises an die Anleger ausgezahlt.

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