Offene Immobilienfonds Meldung

Der dritte offene Immobilienfonds über­lebt die Zwei­jahres­frist nicht. Nach dem Kanam US-grund­invest und dem Degi Europa wird jetzt auch der Morgan Stanley P2 Value aufgelöst.

Zu viele Rück­gabewünsche

Die Fonds­gesell­schaft hat die Verwaltung des Sonder­vermögens zum 30. September 2013 gekündigt. Bis dahin sollen die verbliebenen 34 Immobilien verkauft und der Erlös an die Anleger ausgezahlt werden. Der Fonds Morgan Stanley P2 Value hat in den vergangenen Monaten bereits Immobilien verkauft und verfügt derzeit über flüssige Mittel in Höhe von 211 Millionen Euro. Das Fonds­vermögen beträgt insgesamt 852 Millionen Euro. Zwar hatte die Fonds­gesell­schaft das Ziel, den Fonds weiterzuführen, ist aber nach Gesprächen mit Vertriebs­part­nern und großen Investoren zu dem Schluss gekommen, dass die Rück­gabewünsche zum Wiederöffnungstermin am 30. Oktober 2010 „die geschaffene Liquidität mit hoher Wahr­scheinlich­keit bei weitem über­steigen wird“. Daher hat Morgan Stanley beschlossen, den Fonds abzu­wickeln.

So geht es weiter

Morgan Stanley wird jetzt nach und nach die Immobilien aus dem Fonds veräußern und das Geld aus den Verkäufen halb­jähr­lich an die Anleger ausschütten. Eine erste Auszahlung aus den bereits vorhandenen flüssigen Mitteln soll so bald wie möglich erfolgen, heißt es. Den Verkauf der Immobilien will Morgan Stanley allerdings nicht über­stürzen. „Wir sind unver­ändert der Meinung, dass die interna­tionalen Immobilienmärkte in den nächsten Jahren zulegen werden“, sagt Silvia Schmitten-Walgenbach von Morgan Stanley. Man wolle für den Verkauf daher den Auflösungs­zeitraum von bis zu drei Jahren nutzen, um so das best­mögliche Ergebnis für die Investoren zu erzielen. Sollten nach drei Jahren noch nicht alle Immobilien verkauft sein, über­nimmt die Depot­bank die Verwaltung des Fonds und bringt die Abwick­lung des Sonder­vermögens zu Ende.

Ratschläge für Anleger

Im Produktfinder Aktiv gemanagte Fonds war der Morgan Stanley P2 Value nicht enthalten. Die Daten­bank bildet nur Fonds ab, die mindestens seit fünf Jahren am Markt sind. Der Morgan Stanley P2 Value wäre erst im November 2010 fünf Jahre alt geworden. Der Fonds hat bereits im vergangenen Jahr massiv abge­wertet. Zurzeit ist ein Fonds­anteil noch 27,54 Euro wert. Anleger, die ihr Geld dringend brauchen, können versuchen, die Anteile an der Börse zu verkaufen. Dort bekommen sie aber noch einmal rund 30 Prozent weniger (Stand 26. Oktober 2010).

Was die Auflösung für andere Fonds bedeutet

Alle drei Fonds, die die maximale Schließungs­zeit von zwei Jahren erreicht hatten, werden aufgelöst (siehe Meldungen Degi Europa wird aufgelöst und Kanam US-Fonds wird aufgelöst). Die anderen offenen Immobilienfonds, die derzeit keine Anteile mehr zurück­nehmen, haben noch Zeit. Es gibt daher keinen Grund zur Panik. Der Fonds Axa Immoselect ist seit Mitte November 2009 zunächst für ein Jahr geschlossen und wird bis Mitte November 2010 bekannt geben, ob er wieder öffnet oder die Schließungs­zeit noch einmal verlängern muss. Der Degi International, ebenfalls seit Mitte November 2009 geschlossen, hat bereits angedeutet, dass mit einer Öffnung im Jahr 2010 nicht gerechnet werden kann. Verfolgt man die Kurs­verläufe der Fonds, steht der Axa Immoselect wesentlich besser da als der Degi Interna­tional, dem die Anleger nach der Auflösung des Degi Europa äußerst miss­trauisch gegen­über stehen. Als nächster in der Reihe der auslaufenden Schließungs­fristen folgt der TMW Immobilien Welt­fonds, dessen einjährige Schließung im Februar 2011 endet. Auch dieser Fonds kann die Aussetzung der Anteils­rück­nahme aber noch einmal um ein Jahr verlängern.

Geld breiter streuen

Finanztest möchten noch einmal allen Anlegern, die wesentliche Teile ihres Vermögens in offenen Immobilienfonds angelegt haben, dringend ans Herz legen, ihr Geld besser zu streuen und auf verschiedene Anlagen zu verteilen. Im Zusammen­hang mit der Auflösung des Degi Europa ging aus zahlreichen Leser­zuschriften an die Redak­tion hervor, dass viele Anleger den Rat, die Fonds nur als Beimischung zu nutzen, leider nicht umge­setzt haben.

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