Fonds im Porträt: Aus Krisen wachsen

KanAm Grund und die Deutsche-Bank-Tochter RREEF haben zwei neue Immobilienfonds auf den Markt gebracht. Und das in einer Zeit, in der einige der Branche schon den Untergang prophezeit hatten. Wert­grund Immobilien kam mit seinem Fonds für Wohn­immobilien ausgerechnet in der Finanz­krise auf den Markt – geschadet hat es nicht.

Lead­ing Cities Invest

KanAm Grund etwa hat die neuen Kündigungs­regeln infolge der Krise zum Anlass genommen, nach zwei Schließungen einen neuen Fonds aufzulegen. „Wir wollten ein neues Produkt auf den Markt bringen, das weit­gehend schock­resistent ist gegen massen­weise Rück­gaben“, sagt KanAm-Grund-Sprecher Michael Birnbaum. Die hatten seiner­zeit zu den Schließungen geführt.

Der Lead­ing Cities Invest (Isin DE 000 679 182 5) von KanAm Grund ging am 15. Juli 2013 an den Start. Er hat sieben Immobilien im Wert von 34,8 Millionen Euro gekauft, in Paris, Hamburg und Brüssel. Bisher hat der Fonds 39,4 Millionen Euro einge­sammelt (Stand 30. Juni 2015).

Zurzeit gibt KanAm Grund keine neuen Anteile mehr aus. Einge­sammelt wird erst wieder, wenn ein neues Objekt in Aussicht steht. Anleger, die sich für ein Investment interes­sieren, können sich vormerken lassen. Wer jetzt schon einsteigen will, kann es über die Börse versuchen.

Grund­besitz Fokus Deutsch­land

Der Grund­besitz Fokus Deutsch­land (DE 000 980 708 1) kam erst im November 2014. Er war, wenn man so will, ein Kind der Nied­rigzins­krise. Grund für die Neuauflage des Fonds war unter anderem die „hohe Nach­frage der Anleger nach Sach­werte-Investments“, sagt Fonds­managerin Anke Weinreich. Außerdem sei Deutsch­land nach wie vor ein guter Markt für Immobilien.

Anke Weinreich hat für den Fonds bisher drei Objekte im Wert von 85 Millionen Euro gekauft. Das Fonds­vermögen Ende Juni beträgt 409 Millionen Euro.

Wert­grund Immobilien AG

Ausgerechnet 2009, als einige offene Immobilienfonds schließen mussten, legte die Wert­grund Immobilien AG einen neuen offenen Immobilienfonds auf. Angeregt unter anderem von Vermögens­verwaltern, die Anlage­möglich­keiten auf dem Wohnungs­markt suchten, hat sie im April 2010 den Fonds Wert­grund Wohn­select auf den Markt gebracht. Der Fonds wird von Pramerica Property Investment verwaltet, Wert­grund ist für Ankauf und Management der Immobilien zuständig.

„Wir kaufen nur Bestands­objekte“, sagt Thomas Meyer, Vorstand von Wert­grund. „Anders als bei neuen Objekten gibt es hier noch Miet­steigerungs­potenzial.“ Die gute Rendite der vergangenen Jahre – 5 Prozent pro Jahr – sei auch das Ergebnis von Modernisierungen. Wert­grund hat einige Gebäude saniert, um den Energieverbrauch zu senken. Dadurch stiegen die Mieten – und der Wert der Immobilien.

Einen Wermuts­tropfen gibt es: Der Fonds, obgleich nur 257 Millionen schwer, gibt derzeit keine neuen Anteile aus. „Wir wollen nicht unter Ankaufs­druck geraten“, sagt Meyer, der bei 400 Millionen Euro eine Ober­grenze sieht. Wer einsteigen will, muss an der Börse kaufen. Dort liegt der Preis derzeit rund 3 Prozent über dem offiziellen Anteils­preis – allerdings müssen Börsenkäufer keinen Ausgabe­aufschlag zahlen, nur Order­kosten.

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