Börsenhandel mit offenen Immobilienfonds

Ausweg. Die Börse bietet Anlegern mit Anteilen an Immobilienfonds, die derzeit geschlossen sind, einen Ausweg. Wer sein Geld dringend zurückwill, kann sie hier verkaufen. Doch das Angebot hat seinen Preis: Die Anteile sämtlicher vorübergehend geschlossener Fonds werden mit zum Teil saftigen Abschlägen auf den von der Fondsgesellschaft ausgewiesenen Wert verkauft (siehe Tabelle Offene Immobilienfonds, derzeit geschlossen).

Gefahr. Börsenkurse bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Je höher der Abschlag, desto schlechter sind die Aussichten. Möglicherweise stehen den betroffenen Fonds Abwertungen ins Haus. Wir raten Anlegern, ihre Anteile an guten Fonds zu behalten. Gute Fonds erkennt man – abgesehen von der Finanztest-Bewertung in der Tabelle Offene Immobilienfonds – an der positiven Wertentwicklung und daran, dass sie nie Verlust gemacht haben. Bei schlechten Fonds sollten Anleger trotz der Abschläge einen Verkauf in Betracht ziehen. Hier sind weitere Verluste möglich.

Schnäppchen. Anleger, die jetzt offene Immobilienfonds kaufen wollen, die derzeit geschlossen sind, können die Preisabschläge an der Börse zum günstigen Einstieg nutzen und auf Kursgewinne hoffen.

Doch das Vorhaben kann auch schief-gehen. Je höher die Abschläge, desto größer ist die Gefahr, dass der Wert des Fonds letztlich doch nicht so hoch ist wie von der Fondsgesellschaft angegeben. Im schlimmsten Fall können Anleger auch Verlust machen.

Gebührenfalle. Nach wie vor verkaufen Bankberater und Vermittler ihren Kunden Anteile an Fonds, die derzeit geschlossen sind. Das ist in Ordnung, wenn es sich wie beim SEB Immoinvest und dem CS Euroreal um Fonds handelt, deren Wertentwicklung bisher nicht enttäuscht hat. Die Berater dürfen ihren Kunden zudem nicht verschweigen, dass sie die Anteile zurzeit nicht an die Fondsgesellschaft zurückgeben können.
Es ist aber ganz und gar nicht in Ordnung, wenn die Berater ihren Kunden die Anteile über die Fondsgesellschaft vermitteln und nicht an der Börse beziehen. Sie benachteiligen sie damit gleich in zweierlei Hinsicht: Erstens ist der Anteilspreis der Fondsgesellschaft höher als der Kurs an der Börse. Zweitens sind in vielen Fällen auch die Gebühren höher. An der Börse kostet der Kauf oft nur 1 Prozent vom Kurswert, beim Kauf über die Fondsgesellschaft werden meist 5 Prozent Ausgabeaufschlag fällig.

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