Offene Immobilienfonds Test

Drei offene Immobilienfonds – Degi Europa, Kanam US-Grundinvest und Morgan Stanley P2 Value – werden jetzt aufgelöst. Die anderen Fonds hoffen, dass sie die Krise nicht mitreißt. Doch die Unter­suchung von Finanztest zeigt: Beileibe nicht die gesamte Branche steht schlecht da. Bei einigen Fonds läuft es sogar sehr gut.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Immobilienfonds

Finanztest-Bewertung: Große Unterschiede

Für die drei jetzt zur Auflösung kommenden offenen Immobilienfonds ist Ende Oktober die Zweijahresfrist ausgelaufen, die sie längstens geschlossen bleiben dürfen. Doch nicht allen offenen Immobilienfonds geht es schlecht: Die drei besten im Test sind der grundbesitz europa von der Deutschen Bank mit einer Finanztest-Bewertung von 77,4 Punkten (Stand 31. August 2010), der Deka-Immobilien Global (75,0 Punkte) und der Fonds hausinvest Europa (jetzt: hausinvest; 73,4 Punkte). Sie sind damit deutlich besser als der Markt. Zum Vergleich: Der jetzt zur Auflösung kommende Fonds Degi Europa weist eine Finanztest-Bewertung von nur 13,1 Punkten auf.

Weitere wichtige Faktoren

Außer auf die Finanztest-Bewertung sollten Anleger bei der Qualitätsprüfung der Fonds auch auf die Leerstandsquote und die auslaufenden Mietverträge achten. Je geringer die Leerstandsquote, desto besser. Bei den Mietverträgen kommt es darauf an, dass sie möglichst gleichmäßig auslaufen. Muss das Fondsmanagement in einem womöglich schwierigen Jahr eine Vielzahl von Mietverträgen neu aushandeln, ist das schlecht.

7 von 21 offenen Fonds geschlossen

Von den 21 Fonds, die Finanztest untersucht hat, sind zurzeit sieben geschlossen. Sie nehmen keine Anteile mehr zurück. Die Fonds sind aktuell alle noch in ihrem ersten Schließungsjahr. Das heißt: Alle können die Schließungszeit noch einmal um ein Jahr verlängern, ehe sich für sie die Schicksalsfrage stellt – „öffnen oder abwickeln?“. Die Fonds Degi Europa, Kanam US-Grundinvest und Morgan Stanley P2 Value hatten nicht genügend flüssige Mittel, um wieder öffnen zu können. Deshalb haben die Gesellschaften die Verwaltung der Fonds gekündigt. Die Immobilien werden verkauft und das Geld nach und nach an die Anleger ausgezahlt.

Ausweg Börse

Anleger, die Anteile an geschlossenen Fonds besitzen, können diese an der Börse verkaufen – sofern sie einen Käufer finden. Das gilt auch für Anleger, die Anteile der drei Fonds haben, die jetzt aufgelöst werden. Sie sollten diesen Schritt allerdings nur gehen, wenn sie das Geld dringend benötigen. Grund: Die Preisabschläge an der Börse sind hoch. Auch die beiden derzeit geschlossenen Fonds SEB Immoinvest und CS Euroreal, die im Test gut abgeschnitten haben, werden zurzeit mit großen Abschlägen gehandelt. Zum Zeitpunkt des Tests betrugen deren Abschläge im Schnitt 7,5 Prozent, Mit Stand 29. Oktober 2010 betragen die Abschläge nun schon 19 Prozent (CS Euroreal) beziehungsweise 21 Prozent (SEB Immoinvest). Für Anleger, die auf Schnäppchenjagd gehen wollen, haben sich somit die Gewinnchancen erhöht – die Risiken aber auch, das sollte man nie außer Acht lassen.

Lohnendes Investment?

Offene Immobiienfonds können aus Sicht von Finanztest immer noch ein lohnendes Investment sein. Allerdings muss Anlegern klar sein: Sie investieren in eine einzelne, nämlich die Immobilienbranche. Das heißt in der Konsequenz: Die Risiken sind größer als bei einem Basisinvestment. Deshalb sollte niemand diese Fonds als sichere Grundlage für sein Depot einsetzen. Offene Immobilienfonds sind nur zur Beimischung geeignet. Gerade jetzt in der Krise trennt sich die Spreu vom Weizen. Finanztest rät dazu, auf die Qualität zu achten und Fonds, die am Tabellenende dümpeln, eher zu verkaufen.

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