Offene Immobilienfonds Meldung

Mit dem Degi International wird jetzt der sechste offene Immobilienfonds aufgelöst. Die Fondsgesellschaft Aberdeen wird alle Immobilien verkaufen und den verbliebenen Anlegern das Geld auszahlen. Eine erste Rate soll es im April 2012 geben. Danach sind weitere halbjährliche Raten vorgesehen. Bis Oktober 2014 soll der Fonds abgewickelt sein. [Update 09. November 2011, 3. Absatz]

Nicht genügend Bares

Mit dem Degi International ist mittlerweile der sechste offene Immobilienfonds vom Markt. Seit November 2009 hatte die Fondsgesellschaft Aberdeen die Anteilscheinrücknahme des Degi International ausgesetzt. Spätestens am 6. November 2011 hätte die Gesellschaft ihn wieder öffnen müssen. Das Fondsmanagement hat es nicht geschafft, wie erhofft, genügend Barreserven heranzuschaffen. Aberdeen-Vorstandschef Hartmut Leser kann aber mit den vorhandenen liquiden Mitteln bis Mitte November nicht gewährleisten, „dass alle rückgabewilligen Anleger bei Wiedereröffnung des Degi International ihre Anteile zurückgeben können.“ Dem Fonds fehlt bares Geld. Erst vor wenigen Tagen hatte aus dem selben Grund der Fonds Axa Immoselect sein Ende bekannt gegeben.

Immobilien auf dem Basar

Dem Degi International gehören derzeit noch 32 Immobilien in elf Ländern. Nach und nach sollen alle Gebäude verkauft werden. Im Verkaufsprozess stehen nach Angaben der Fondsgesellschaft bereits sieben weitere Immobilien mit einem Gesamtwert von rund 700 Millionen Euro. Aus den Verkaufserlösen bekommen Anleger alle sechs Monate eine Abschlagszahlung. Aber es müssten aus den Erlösen auch noch Kredite abgelöst werden, teilt Aberdeen mit. Bis zum 15. Oktober 2014 soll das Vermögen zurückgegeben und der Fonds aufgelöst sein.
Tipp: Sie können sich unter www.aberdeen-immobilien.de aktuell und ausführlich informieren. Der Anleger-Service steht Kunden von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 18 Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 08 00–32 32 44 4 (nur im Inland) zur Verfügung.

[Update 09. November 2011]

Die Allianz unterbreitet ihren Kunden für Anteile am offenen Immobilienfonds Degi International ein Vergleichsangebot. Für einen Festpreis von 42,78 Euro pro Anteil können Anleger ihre Beteiligung an die Allianz verkaufen. Dieser Preis entspricht dem Rücknahmepreis der Fondsgesellschaft vom 25. Oktober dieses Jahres. Das Angebot ist bis 15. Februar 2012 befristet. Es können nur Anleger in Anspruch nehmen, die vor der Schließung des Fonds am 17. November 2009 Anteile bei der Allianz gekauft und sie seitdem ohne Unterbrechung im Depot liegen haben. Die Anteile müssen sich zusätzlich in einem Depot bei der Allianz Bank oder bei Allianz Global Investor befinden. Ende Februar 2012 will die Allianz die Gelder zurückzahlen.

Tipp: Das Rücknahmeangebot kann mit Verlusten verbunden sein. Das Allianz-Angebot ist aber erheblich höher als der Preis, der über den Verkauf an der Börse zu erzielen ist. Gehen Allianz-Kunden darauf ein, verzichten sie auf alle weiteren Schadenersatzansprüche. Anleger sollten prüfen zuvor lassen, ob sie gute Chancen auf Schadenersatz haben. Richtiger Ansprechpartner ist ein in der Vertretung von Geldanlegern erfahrener Anwalt. [Ende Update]

In der Not über Börse verkaufen

Der Wert des Fonds, der sogenannte Nettoinventarwert, und der Preis für einen Fondsanteil wird weiterhin täglich ermittelt und veröffentlicht. Anleger können ihre Anteile während der Auflösungszeit weiterhin an der Börse verkaufen, wie sie es schon während der zweijährigen Schließungszeit tun konnten. Allerdings kann es sein, dass sie dann weniger Geld herausbekommen, als wenn sie auf die Ratenzahlungen von Aberdeen warten. Der von der Fondsgesellschaft errechnete Wert des Fonds lag kurz vor Abwicklung allerdings mehr als 80 Prozent über dem derzeitigen Börsenkurs.
Tipp: Viele Anleger in offenen Immobilienfonds fühlen sich falsch beraten. Im Beitrag „Oft falsch beraten“ erklären die Experten von Finanztest, warum Immobilienfonds geschlossen werden und was betroffene Anleger tun können. Eingeordnet werden auch die Verlustrisiken beim Verkauf von Fondsanteilen an der Börse.

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