Der Fondsanbieter Axa Investment schließt seinen offenen Immobilienfonds Immoselect nach drei Monaten erneut. Rückwirkend ab dem 17. November können Anleger dem Anbieter keine Anteile mehr zurückgeben. test.de sagt, was Anleger tun sollen.

Vorübergehende Schließung wegen Kapitalabfluss

Die Schließung des Axa Immoselect gelte vorerst für drei Monate, teilte die Fondsgesellschaft mit. Eine Verlängerung bis zu zwei Jahren sei möglich. Axa Investment begründete den Schritt mit Mittelabflüssen in Höhe von fast 935 Millionen Euro seit 28. August. Der Anbieter erwartet in nächster Zeit keine Beruhigung des Marktes für offene Immobilienfonds. Einzahl- und Ansparpläne seien aber von der Schließung nicht betroffen.

Marktlage weiter unsicher

Der Fonds hatte schon einmal im Oktober 2008 die Anteilsrücknahme ausgesetzt auf Grund von Mittelabflüssen in der Finanzkrise. Die Liquiditätslage des Fonds schien sich Ende August stabilisiert zu haben. Deshalb konnten Anleger ihre Anteile wieder zurückgeben und kamen an ihr Geld. Die optimistische Einschätzung des Managements bestätigte sich aber nicht.

Weitere Fonds schließen

Bereits am Dienstag schloss Konkurrent Aberdeen Immobilien seinen Immobilienfonds Degi International. Der zweite Aberdeen-Fonds, Degi Europa, nimmt bereits seit Herbst vergangenen Jahres keine Anteilsscheine mehr zurück. Anleger des Degi International konnten nach einer dreimonatigen Aussetzung seit Ende Januar jedoch ihre Anteile wieder veräußern. Auch Aberdeen begründete den Schritt mit massiven Mittelabflüssen. Neben dem Axa Immoselect und den beiden Degi-Fonds sind derzeit drei weitere offene Immobilienfonds für Privatinvestoren geschlossen: der KanAm US-Grundinvest, der TMW International und der Morgan Stanley P2 Value.

Tipps

  • Solange ein Immobilienfonds geschlossen ist, sollten Sie auch die Einzahlungen in Ihren Sparplan aussetzen. Sie können das Geld in andere offenen Immobilienfonds stecken.
  • Wenn Sie Ihre Fondsanteile unbedingt verkaufen müssen, können Sie das etwa über die Börse Hamburg tun. Setzen Sie für den Verkauf ein Limit fest. Damit entgehen Sie der Gefahr, weit unter Wert zu verkaufen. Möglicherweise müssen Sie mit Abschlägen bis in den zweistelligen Prozentbereich rechnen. Beobachten Sie zunächst einige Tage die Kursentwicklung.
  • Sie können sich diese Verluste ersparen, wenn Sie ihre Anteile behalten. Allerdings besteht da das Risiko, dass die Fondsimmobilien in Zukunft abgewertet werden und damit der Wert der Anteile sinkt. So geschah das mit dem Morgan Stanley P2 Value, der im Juli um 13,9 Prozent abgewertet wurde.

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