Offene Immobilienfonds Meldung

Mit dem Axa Immoselect wird nun schon der fünfte offene Immobilienfonds aufgelöst. Die Axa wird sämtliche Immobilien verkaufen und den verbliebenen Anlegern das Geld auszahlen. Eine erste Rate soll es im April 2012 geben. Weitere Abschlagszahlungen erfolgen halbjährlich bis Oktober 2014, bis dahin soll der Fonds abgewickelt sein.

Zu viele Anleger wollten Bares sehen

Der Axa ist die Zeit davon gelaufen: Ihre Fonds war seit zwei Jahren geschlossen und hätte spätestens am 16. November 2011 wieder öffnen müssen. Dem Management ist es nicht gelungen, rechtzeitig genügend Immobilien zu verkaufen, um eine ausreichende Barreserve aufzubauen. „Wir wissen inzwischen sehr zuverlässig, dass die Höhe der zu erwartenden Anteilscheinrückgaben deutlich höher sein wird als die Liquidität, die wir schaffen können“, heißt es in der Begründung der Axa zur Fondsauflösung. Grund für die Rückgabewünsche sei das schwierige Marktumfeld gewesen, nicht die Unzufriedenheit der Anleger mit dem Fonds, schreibt Axa. Tatsächlich war aber der Wert des Fonds im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent gefallen. Die Monatsberichte Juli, August und September 2011 dokumentieren zahlreiche Abwertungen von Immobilien.

66 Verkäufe bis 2014

Offene Immobilienfonds Meldung

Das Bürogebäude im französischen Boulogne-Billancourt ist eine von acht Immobilien, die im September 2011 abgewertet wurden. Nur eine Immobilie ist jetzt mehr Wert: ein Shoppingcenter in Österreich.

Im Fonds sind noch 66 Immobilien und Immobilienbeteiligungen. Sie werden jetzt nach und nach verkauft. Die Anleger bekommen aus den Verkaufserlösen alle sechs Monate eine Abschlagszahlung. Die Axa hat die Verwaltung des Sondervermögens zum 20. Oktober 2014 gekündigt. Bis dahin soll der Fonds abgewickelt sein. Wenn nicht, setzt die Depotbank, das Bankhaus Sal. Oppenheim, die Auflösung fort. Notverkäufe zu schlechten Preisen sollen vermieden werden, heißt es.

Notausgang Börse

Der Wert des Fonds, der Nettoinventarwert, und somit der Preis für einen Fondsanteil wird weiterhin täglich ermittelt und veröffentlicht. Anleger können ihre Anteile während der Auflösungszeit weiterhin an der Börse verkaufen, wie sie es schon während der zweijährigen Schließungszeit tun könnten. Allerdings kann es sein, dass sie dann weniger Geld herausbekommen, als wenn sie auf die Ratenzahlungen der Axa warten. „An der Börse Hamburg wurde der Axa Immoselect zuletzt mit einem Abschlag von 42,8 Prozent zum letztmalig festgestellten Nettoinventarwert gehandelt“, sagt der Geschäftsführer der Börse, Thomas Ledermann.

Ungewisse Zukunft für Degi International

Im November läuft für einen weiteren Fonds die Zweijahresfrist ab: Auch der Fonds Degi International müsste spätestens am 16. November wieder öffnen, tut er das nicht, muss er ebenfalls aufgelöst werden. Die für den Degi zuständige Fondsgesellschaft Aberdeen hat angekündigt, ihre Entscheidung noch im Oktober bekannt zu geben.

Tipp: Viele Anleger in offenen Immobilienfonds fühlen sich falsch beraten. Im Artikel „Oft falsch beraten“ erklären die Experten von Finanztest, warum Immobilienfonds geschlossen werden und was betroffene Anleger tun können. Eingeordnet werden auch die Verlustrisiken beim Verkauf von Fondsanteilen an der Börse.

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