Läuft Heizöl aus, haften Öltank­besitzer für den Schaden. Deshalb sollten sie sich versichern. Schutz gibt es für unter 30 Euro im Jahr.

Schäden durch auslaufendes Heizöl sind selten. Aber wenn es einen Unfall gibt, wird es schnell sehr teuer. Rund 30 000 Euro sollte zum Beispiel ein Öltank­besitzer zahlen, nachdem bei einer Lieferung mehr als hundert Liter Heizöl in sein Grund­stück und die Kanalisation gelaufen waren.

Der Lieferant wollte 2 000 Liter Heizöl in die Tanks füllen. Doch ein Teil davon lief über eine Entlüftungs­leitung aus. Der verseuchte Boden musste abge­tragen und beseitigt werden.

Der Besitzer der Tanks war versichert. Sein Gewässerschaden-Haft­pflicht­versicherer kam deshalb zunächst für die Kosten auf. Ohne den Schutz hätte der Eigentümer den Schaden aus eigener Tasche zahlen müssen. Denn für einen Gewässerschaden haften Öltank­besitzer immer, unabhängig davon, ob der Schaden ihre Schuld war. Das ist im Wasser­haus­halts­gesetz geregelt.

Der Fall ging dann noch vor Gericht. Denn der Haft­pflicht­versicherer warf dem Lieferanten vor, seine Sorgfalts­pflicht beim Füllen der Tanks verletzt zu haben und bekam recht. Schließ­lich bezahlte der Lieferant den Schaden (Ober­landes­gericht Frank­furt am Main, Az. 19 U 268/06).

Die Statistik für das Jahr 2010 weist 368 Unfälle mit Heizöl aus. Ursachen waren zum Beispiel Materialschäden, Versagen von Schutz­einrichtungen oder fehler­hafte Bedienung. „Viele Schadenfälle entstehen auch beim Befüllen von Heiz­öltanks“, sagt Rechts­anwalt Gerold Happ von der Eigentümer­schutz­gemeinschaft Haus und Grund.

Für Öltank­besitzer ist es trotz der seltenen Schäden wichtig, gut versichert zu sein.

Steht der Öltank im selbst­genutzten Eigenheim, können Besitzer diesen manchmal in der normalen privaten Haft­pflicht­versicherung versichern (siehe „Unser Rat“). Einige Versicherer bieten das an. Anderenfalls ist eine separate Gewässerschaden-Haft­pflicht­versicherung sinn­voll.

Vermieter und Eigentümer­gemeinschaften brauchen diese spezielle Gewässerschaden­police auf jeden Fall und auch für größere Tanks von 10 000 Liter Fassungs­vermögen und mehr ist sie unerläss­lich. Für so große Tanks reicht die Privathaft­pflicht­versicherung nicht aus.

Schutz ab 23 Euro im Jahr

Finanztest hat Angebote für Gewässerschaden-Haft­pflicht­versicherungen von 36 Gesell­schaften getestet. Der Preis­vergleich hat sich gelohnt.

Wer einen ober­irdischen 3 000-Liter-Tank versichern will, findet bei der Asstel für 23 Euro Jahres­beitrag das güns­tigste Angebot. Die Versicherungs­summe beträgt 3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Versicherer Zurich verlangt 96 Euro und ist in unserem Test am teuersten. Versichert sind Schäden bis 5 Millionen Euro. Für Schäden bis 20 Millionen Euro kostet der Schutz 116 Euro im Jahr.

Durchweg günstig für ober- und unter­irdische Tanks bis 10 000 Liter ist der Versicherer Huk-Coburg Allgemeine. Er verlangt immer 25 Euro im Jahr. Die Bruder­hilfe nimmt wenig mehr, hier sind es immer 29 Euro. Bei teuren Anbietern kostet der Schutz für einen im Erdreich lagernden 10 000-Liter-Tank dagegen 265 Euro im Jahr.

Sicherungs­vorschriften beachten

Etwa 5,9 Millionen Ölhei­zungen sind in deutschen Haushalten installiert. Meist steht dann auch ein Öltank im Haus. Eine Versicherung entbindet die Eigentümer nicht von ihrer Pflicht, ihren Öltank regel­mäßig zu kontrollieren.

Im Schadens­fall prüfen Versicherer in der Regel, ob der Öltank­besitzer Auflagen und behördliche Vorschriften beachtet hat. War er grob fahr­lässig, dürfen die Versicherer ihre Leistung kürzen.

Demnächst soll es eine bundes­einheitliche regel­mäßige Prüf­pflicht für alle Öltanks ab 1 000 Liter geben. Die Tanks müssen dann wahr­scheinlich alle zehn Jahre geprüft werden.

Für die Prüfung von Ölanlagen sind in Deutsch­land unabhängige Sach­verständige zuständig.

Bisher müssen Tanks ab 1 000 Liter in Wasser­schutz­gebieten alle fünf Jahre geprüft werden, außer­halb der Schutz­zonen gilt das nur für Tanks ab 10 000 Liter.

Tank­anlagen in Gebieten, die als „hoch­wasser­gefährdet“ einge­stuft sind, müssen seit dem Jahr­hundert­hoch­wasser an der Elbe im Jahr 2002 höhere Anforderungen erfüllen. Eine Studie im Auftrag des Instituts für Wärme und Öltechnik aus Hamburg belegt, dass nicht hoch­wasser­gerecht installierte Tanks oft die Ursache für Heiz­ölfreiset­zungen nach dem Elbe­hoch­wasser waren.. Welche Gebiete als über­schwemmungs­gefährdet einge­stuft werden, legen die Landes­behörden fest.

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