Heizungsmodernisierung: Oft gestellte Fragen zum Ölheizkessel

Auch wer bereit ist, sich von seinem lang gedienten Heizkessel zu trennen, hat Fragen. Wir geben Antworten und praktische Tipps.

Muss ich vor der nächsten Heizperiode die Heizanlage erneuern?

Ja, wenn der Schornsteinfeger vor einigen Jahren den Heizkessel mit einem Aufkleber versehen hat, auf dem als Termin das Jahr 2004 steht. Ende Oktober laufen alle Übergangsfristen der Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) aus. Ab 1. November dürfen Anlagen mit einer Heizleistung von über 4 bis 25 Kilowatt den in der Verordnung vorgeschriebenen Abgasverlust von 11 Prozent nicht mehr überschreiten. Für Kessel von über 25 bis 50 Kilowatt liegt der Grenzwert bei 10 Prozent. Eine Heizanlage zu betreiben, die die Werte in der 1. BImSchV nicht einhält, gilt als Ordnungswidrigkeit. Der Betreiber riskiert ein Bußgeld.

Gibt es Ausnahmen von dieser Regelung?

Nein. Der Heizkessel muss aufgrund der Einstufungsmessung durch den Schornsteinfeger erneuert werden. Einziges Kriterium ist der damals gemessene Abgasverlust. Parallel zur 1. BImSchV gilt auch die Energieeinsparverordnung (EnEV). Beide Verordnungen sind zu trennen. Die EnEV beurteilt die Kessel nach dem Alter und schreibt vor, dass alle vor dem 1. Oktober 1978 installierten Heizkessel bis zum 31. Dezember 2006 gegen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel auszuwechseln sind. Von der EnEV-Umrüstpflicht ausgenommen sind Eigentümer, die ihre Ein- und Zweifamilienhäuser selbst bewohnen. Dort gilt die Nachrüstpflicht erst zwei Jahre nach einem Eigentümerwechsel des Hauses.

Verbrauche ich mit einem neuen Ölheizkessel wirklich weniger Öl?

Ja, wenn der alte Heizkessel mit konstant hoher Kesselwassertemperatur gegen einen modernen mit stetig gleitender, bis auf 35 bis 40 Grad Celsius abfallender Kesseltemperatur ausgetauscht wird. Bei einem Brennwertkessel ist die Ersparnis noch höher, indem ein Großteil des in den Abgasen enthaltenen Wasserdampfs kondensiert. Die dabei entstehende Wärmemenge wird für die Raumheizung genutzt. Zudem strahlen neue Heizkessel nur 1 bis 3 Prozent als Oberflächenverluste ab, bei Oldtimerkesseln können es bis zu 20 Prozent sein. Hinzu kommt eine energiesparende automatische Regelung, die den Heizbetrieb des Kessels genau an den Heizbedarf des Hauses anpasst. Alle Maßnahmen zusammen können Ölverbrauch und Heizkosten bis zu 20 Prozent senken.

Funktioniert der neue Kessel nur mit teurem schwefelarmen Heizöl?

Nein. Für alle Ölkessel, die entweder mit Standard- oder schwefelarmem Heizöl betrieben werden können, muss aber ein Eignungsnachweis des Herstellers vorliegen. Sie sind an einem rot-grünen Aufkleber erkennbar. Die neue Sorte „Heizöl EL schwefelarm“ wurde speziell für Ölkessel mit Brennwertnutzung entwickelt. Für manche Öl-Brennwertkessel – mit einem grünen Aufkleber – ist die Verwendung von schwefelarmem Heizöl ausdrücklich vorgeschrieben. Nur diese brauchen keine Neutralisationseinrichtung für das Kondenswasser.

Muss ich von Öl auf Gas umsteigen, um zeitgemäß zu heizen?

Nein. Öl und Gas werden in Deutschland am häufigsten für die private Raumheizung eingesetzt. Erdgas verbrennt mit etwas weniger Kohlendioxid als Heizöl, braucht keinen Lagerraum, ist aber teurer als die vergleichbare Menge Öl. Niedrigere Brennstoffkosten – auch für schwefelarmes Öl – sind der Vorteil von Öl, der Platzbedarf für einen Lagertank sein Nachteil, ebenso die Kosten für die Wartung der Tankanlage. Wer auf Gas umsteigen will, muss mit einmaligen Kosten, zum Beispiel für den Gasanschluss rechnen. Falls eine größere Tankreparatur ansteht, kann sich im Rahmen der Modernisierung vielleicht ein Wechsel zu Erdgas lohnen.

Wirkt sich ein Austausch des Kessels auf den Schornstein aus?

Ja. Vielfach muss der Schornsteinquerschnitt verringert werden, weil der neue Heizkessel mit niedrigeren Abgastemperaturen als der alte betrieben wird. Ein Brennwertkessel darf nur an ein feuchteunempfindliches Abgassystem angeschlossen werden. Der Schornstein muss mit zugelassenen Rohren aus Kunststoff, Keramik oder Glas ausgekleidet sein, damit das entstehende Kondensat abfließen kann.

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