Schritt für Schritt wechseln

Schritt 1: Verbrauch ermitteln

Um Preise vergleichen zu können, müssen Sie Ihren Strom­verbrauch kennen. Der steht auf Ihrer letzten Jahres­abrechnung. Richt­werte: Singlehaushalte verbrauchen über den Daumen gepeilt etwa 1 500 Kilowatt­stunden im Jahr, eine Familie mit zwei Kindern etwa 4 000 Kilowatt­stunden.

Schritt 2: Preise vergleichen

Vergleichen Sie die Anbieter mittels Strom­tarif­rechnern im Internet. Einen Tarif­rechner nur für Ökostrom mit Gütesiegel bietet zum Beispiel der Verein EnergieVision unter www.ok-power.de. Andere Tarifportale im Netz sind zum Beispiel www.verivox.de, www.toptarif.de oder www.check24.de. Geben Sie Ihre Post­leitzahl und Ihren Strom­verbrauch an. Achten Sie auf Voreinstel­lungen: Deaktivieren Sie voreinge­stellten Häkchen für Voraus­kasse, Kaution, Strompakete und Neukundenbonus. Vergleichen Sie die Preise ohne Wechselbonus.

Schritt 3: Angebote über­prüfen

Prüfen Sie Vertrags­bedingungen und das Ökostrom-Label. Sinn­volle Ökotarife tragen das Grüner-Strom-Label, ok-power-Label oder ein Tüv-Siegel, das ausdrück­lich den Neubau von Ökostrom­anlagen bestätigt. Bevor­zugen Sie Verträge mit kurzer Lauf­zeit und monatlicher Kündigungs­frist, dann bleiben Sie flexibel. Preis­garan­tien sollten mindestens ein Jahr und am besten uneinge­schränkt gelten.

Schritt 4: Auftrag vergeben

Beauftragen Sie den neuen Anbieter mit der Stromlieferung. Gehen Sie dazu am besten direkt auf die Webseite des Anbieters. Füllen Sie das Anmeldeformular aus, online oder ausgedruckt per Post. Lesen Sie sich die Vertrags­bedingungen noch einmal genau durch. Sie brauchen: die Kunden­nummer Ihres alten Strom­versorgers und Ihre Zählernummer.

Schritt 5: Ummeldung abwarten

Der neue Anbieter erledigt alle Formalitäten für Sie. Kündigen Sie Ihrem bisherigen Anbieter nicht, das macht der neue für Sie. Ausnahme: Wenn Sie wegen einer Preis­erhöhung ein Sonderkündigungs­recht nutzen, kündigen Sie besser selbst, weil sonst die Frist verstreichen könnte. Die Ummeldung dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. Beachten Sie aber Ihren bisherigen Vertrag: Solange eine Mindest­lauf­zeit bei Ihrem alten Versorger besteht, können Sie nicht wechseln.

Schritt 6: Zählerstand melden

Kurz vor der Umstellung fragt Sie der alte Anbieter nach Ihrem Zählerstand für die Schluss­rechnung. Der neue Anbieter teilt Ihnen den Termin der Stromlieferung mit. Die Lieferung erfolgt nahtlos. Selbst wenn es Probleme gibt: Ihr Licht geht nicht aus. Dann werden Sie auto­matisch vom Grund­versorger mit Strom beliefert.

Schritt 7: Rechnung prüfen

Der alte Anbieter schickt Ihnen eine Schluss­rechnung. Er rechnet Ihren Strom­verbrauch bis zum Wechsel­termin ab. Prüfen Sie die Rechnung. Im güns­tigsten Fall bekommen Sie mit der Schluss­rechnung noch Geld zurück. Die erste Abrechnung des neuen Anbieters erhalten Sie in der Regel nach einem Jahr.

Wenn es Ärger gibt

Bei Ärger mit dem Stromanbieter können Sie sich an die neue Schlichtungsstelle Energie wenden. Damit können Sie unter Umständen teure und lang­wierige Gerichts­verfahren vermeiden. Die Schlichtungs­stelle hilft zum Beispiel bei Streit um Rechnungen oder wenn es Ärger beim Wechsel des Lieferanten gibt. Inner­halb von drei Monaten soll eine Einigung gefunden werden. Verbraucher müssen sich zuvor bei ihrem Versorger beschwert und dessen Antwort vier Wochen abge­wartet haben. Ist der Fall bereits vor Gericht, können die Schlichter aber nichts mehr tun. Getragen wird die Einigungs­stelle gleichberechtigt von Verbänden der Energiewirt­schaft und von Verbraucher­organisationen wie dem Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv). Die Schlichtungs­sprüche sind für beide Seiten nicht verbindlich. Sie können also immer noch vor Gericht ziehen, wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind. Kontakt: Schlichtungs­stelle Energie, Friedrich­straße 133, 10117 Berlin. Telefon: 0 30/27 57 24 00. E-Mail: info@schlichtungsstelle-energie.de.

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